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 Betreff des Beitrags: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 10:47 
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Ich habe eben folgendes gelesen. Was Denkt ihr darüber ?



Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg

Interview mit dem Großmeister des Alten Ordens der Rosenkreuzer (A.O.R.), Elias Rubenstein (Ausgabe März 2009)

PULSAR: Viele spirituell interessierte Menschen wenden sich dem östlichen Weg zu. Meiner Meinung nach hat es ja einen Grund, warum wir hier geboren wurden und nicht beispielsweise in Indien. Besteht nicht die Gefahr, dass wir dadurch zu sehr von unserem eigenen Weg abkommen?

Elias Rubenstein: Vorweg gilt es den Unterschied zwischen dem westlichen und dem östlichen spirituellen Weg zu definieren. Auf dem östlichen Weg ist es erstrebenswert, dass sich der Schüler von der Illusion der Welt isoliert. Er kultiviert bestimmte Tugenden wie Askese, sexuelle Enthaltsamkeit, Vegetarismus, welche den meisten westlichen Menschen eher fremdartig erscheinen. Dies alles in einem Aschram mit einem führenden Guru – abgeschieden von der Welt. Er finanziert sein Leben durch Spenden und trägt so nur wenig aktiv zum sozialen Leben bei.

Im westlichen Weg hingegen ist das Alltagsleben das Klassenzimmer zur Selbstentfaltung. Der westliche Mensch hat bestimmte Aufgaben wie Beruf, Familie, Partnerschaft. Hier lernt er die Gesetzmäßigen des Lebens kennen, damit er sein menschliches Potential vollkommen entfalten kann. Er lernt die göttlichen Mechanismen kennen, die hinter jeder Beziehung tätig sind. Er lernt das Geheimnis der Materie zu lüften und dadurch Wohlstand zum Wohle aller zu manifestieren. Er lernt, dass der Beruf zur Berufung wird, wo er als erwachter Mensch seinen Mitmenschen dienen kann. Er lernt, wie er die verborgenen Potentiale seiner Kinder spielerisch erweckt, damit sie ihren Daseinsauftrag erfüllen können. Er lernt in allen Lebensumständen erwacht zu sein und dadurch in die nächste Stufe der Evolution einzutreten. Ebenso lernt er den physischen Tod als Übergang in eine höhere Daseinsform zu verwenden, wie dies in den ägyptischen Mysterien angedeutet wird.

Das westliche Ziel des spirituellen Wegs ist also weit mehr als nur Erleuchtung in der Meditation zu erleben. Es geht darum das Leben zur bewussten göttlichen Meditation werden zu lassen, bei der Gott der Betrachter im Spiegel der Welt ist.

In den westlichen Mysterien wird dem Schüler deshalb gelehrt, sich in der Tracht des Landes zu kleiden. Dies bedeutet auch, sich zu integrieren, denn die Einheit mit der gesamten Menschheit zu erleben kann nur erfolgen, wenn wir die Arroganz des Gesondertseins überwinden können.

PULSAR: Wie können wir die östliche Lebensweise am besten in unsere oft allzu hektische Welt integrieren?

Elias Rubenstein: Wie bereits gesagt: Die wahre östliche Lehre ist nur in einem abgeschiedenen Aschram unter Aufsicht eines Lehrers möglich. Dem östlichen Weg fehlen somit die effektiven Instrumente für das westliche Leben.

PULSAR: Erkennen Sie grundlegende Fehler in Bezug auf den Lebensweg von uns im Westen lebenden Menschen? Gibt es so typische Knackpunkte, die man allgemein aufzeigen könnte?

Elias Rubenstein: Die Flucht in östliche Wege ist ein grundlegender Fehler. Es gibt einen Grund, weshalb wir in dieser Zeit und in diesem Ort inkarniert sind. Wir haben hier und jetzt das Potential um unseren Daseinsauftrag zu erfüllen. Deshalb nehmen die großen östlichen Gurus normalerweise auch keine westlichen Schüler auf, da sie genau wissen, dass der westliche Mensch westliche Aufgaben hat.

Ein anderer großer Fehler ist die Suche nach Instant-Weisheiten. Deshalb suchen viele Schüler nach schmerzvollen Beziehungen oder finanziellen Engpässen Lösungen in Esoterik-Seminaren, wo sie nach einem leichten Weg Ausschau halten, um grenzenlos und eigensinnig im Universum zu bestellen oder sich sogar von materiellen Aufgaben abzuwenden um sich nur mehr von Licht zu ernähren. Doch echte Esoterik ist alles andere als ein Leitfaden für Sinnesbefriedigung oder Weltflucht. Die echten Mysterien weisen einen sicheren Weg zur bewussten Unsterblichkeit. Sie bieten den Schlüssel, um bewusst Gott gleich zu sein. Doch dies bedingt ein Verantwortungsbewusstsein. Solange der Schüler die Verantwortung an Staat, Nachrichten, Gesellschaft, Partner, Viren, Wirtschaftslage etc. abgibt, verhindert er seine eigentliche Entwicklung. Dies ist die Gefahr beim unreifen Schüler, der nach östlichen Wegen ruft um von der Verantwortung also der Aufgabe davonzulaufen. Die Jagd nach dem Glück hat viele Unglückliche zur Esoterik geführt, doch die vielen Suchenden werden es gerade hier nicht finden, stattdessen wird das Unglück anfangs scheinbar sogar noch größer. Die kleinen Probleme verschwinden, sie werden durch größere ersetzt.

PULSAR: Mir fällt bei meinen Reisen nach Asien immer dieses Im-Jetzt-Leben auf. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man dies praktisch auf unser Leben ummünzt. Es scheint mir so, als würde unser kollektives Bewusstsein im Weg stehen. Wie sehen Sie das?

Elias Rubenstein: Die sichtbare Welt ist ein Ausdruck von unsichtbaren dahinterwirkenden Kräften. Ein Radio kann nur das Empfangen und Wiedergeben, worauf es eingestellt ist. Wir können also nur dann das Hier und Jetzt bewusst erleben, wenn unsere Persönlichkeit auf diese Vibration eingestellt ist. Dies kann man besonders effektiv durch Methoden der Kabbalah oder Hermetik bewirken.

PULSAR: Mir kommt es oft etwas aufgesetzt vor, wenn Mitteleuropäer stundenlang meditieren, sich im unbequemen Yogasitz üben und/oder sich in buddhistische Gewänder hüllen. Wie können wir einen besseren, authentischeren Zugang zur Meditation finden?

Elias Rubenstein: Die westlichen Mysterien gehen speziell auf die westlichen Bedürfnisse ein. Deshalb finden sich hier effektivere Methoden, die in 20-30 Minuten größere Ergebnisse aufweisen als „allgemeine“ östliche Meditationstechniken. Hierzu zählen Methoden der praktischen Kabbalah, der angewandten Alchemie, Hermetik, Rituale, esoterische Astrologie, die Arbeit mit Symbolen. Doch es ist schwierig aus Büchern ein solches Wissen und die entsprechenden Meditations-Techniken zu erwerben, denn es bedarf einer kompetenten Schulung. Die effektivste Methode der Mysterientradition ist die Initiation.

PULSAR: Welchen Hinweis möchten Sie den PULSAR-Lesern auf den Weg geben?

Elias Rubenstein: Esoterik wie sie in der westlichen Mysterientradition gelehrt wird, ist kein sanfter, harmloser Weg, der uns eine gemütliche und angenehme Welt mit ein paar glitzernden Mineralien herbeizaubert. Es ist ein Weg, der uns gnadenlos der Illusionen und Scheinsicherheiten beraubt und uns allmählich zur Selbsterkenntnis also zum Gotterlebnis führt.

© 2009 Pulsar

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 11:10 
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Das Interview ist doch sehr bedacht und stimmig. Natürlich fällt uns Europäern dieses ausdrückliche Europäische Wissen leicht, doch bedenket den Wissenstransfer, die Alchemie stammt aus Ägypten/Syrien, der Golden Dawn konnte aus dem rechtshändischem Tantra "Natures finer Forces" einiges an Nektar schöpfen, es gibt und gab immer Kultur- und Wissentransfer. Da nun auch in Europa, wnngleich sehr karg, auch Europäer den Lamarang erlangen ist der Wissenstransfer aus Tibet nur noch eine Frage der Zeit, zumal auch Europäer bei Berechtigung an östliches Wissen gelangen, und umgekehrt.

Doch da ich, gerade ich der ich in den westlichen Traditionen zuhause bin, auch einen östlichen Zweig pflegt, bedingt durch, hmmm, erinnern, kann ich über die Spannungen als Europäern in östlichen Traditionen zu tanzen mitsprechen. Wie überall, der eine wird gefordert, der ander überfordert.

Der Strebsamkeit zum Gruße

Mi


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 12:44 
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So ganz kann ich dem nicht zustimmen, dass Europäer nur den westlichen spirituellen Weg beschreiten sollten, aber nicht den östlichen, weil der uns zu fremd ist und da wir im Westen geboren wurden, bedeutet das, dass wir uns mit Westlichem befassen sollen.

Was ist mit Menschen die in ihren vergangenen Leben eventuell im Osten lebten und noch immer eine vage Intuition dahingehend haben, und die es zu einem östlichen Weg zieht, weil sie in ihrem Inneren das so stark spüren? Soll man das Innerste verleugnen und lieber einen westlichen Weg gehen, zu dem man gar keine Beziehung hat?

Ich lebe auch im Westen, aber ich kann einfach nicht die nördliche Magie mit ihren Runen,... machen. Weil sie mich kalt lässt, nicht interessiert, ich keinen Zugang dazu finde, weil ich einfach fühle, dass ich damit nichts zu tun haben will.

Hingegen habe ich mich sofort in eine östliche, spirituelle Tradition verliebt und als ich damit anfing, spürte ich so viel Liebe und Geborgenheit und es war, wie wenn ich endlich heimgekehrt wäre, also total passend für mich.

Wie kann man sich das erklären?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 13:18 
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Na ja alles Geistesströmungen egal ob Eso, Reli, Philo fanden schon immer durch Synkretismus also kulturellen Austausch statt; es ist ein bisschen von allem in allem enthalten.

Jade: Ich stimme dir sehr zu oft hat man die leise Ahnung in letzten Leben etwas mit dem Osten zu tun gehabt was man nicht zu Ende brachte und man knüpft wieder auf.

Und zur Not, glaube ich das man auch aus Umwegen eine Lehre ziehen kann. Wie wenn man auf der Autobahn eine Umleitung fahren muss, will man ja wissen wieso, aus welchen Grund; vielleicht währe man ohne diese Situation nicht zu x - Gespräch mit dem Beifahrer gekommen ?

Man kann unendlich spekulieren...

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 17:00 
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Jada, also "vage Intuition" würde ich das bei mir nicht nennen. Um einiges Stabiler.

mi


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 17:05 
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Freut mich für dich, wenn es bei dir um einiges stabiler ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 22:03 
Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom !
Manchmal sind Umwege sehr hilfreich.
Bei mir war das zumindest so.
Die östliche Kontemplation ist mittlerweile
in die christliche gut integriert dank des
Wegbereiters Hugo E. Lassalle.
Meine Wurzeln, die der abendländischen Kultur
verlasse ich nicht, genauso wenige wie er es getan hat.
Mein eigenes Schiff, braucht einen guten Kapitän,
einen Steuermann, einen Navigator, der bin ich !
Habe ich keinen festen Grund, treibe ich hilflos auf
dem Meer herum, finde keinen Ankerplatz mehr . . .


:wink


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 22:44 
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Wie sagte der Dichter:

"Es gibt vier Dinge die bei Strum auf hoher See zu nichts nütze sind:
Steuer, Ruder, Segel und die Furcht unterzugehen."

Aus dem Gedächtnis zitiert nach Robert Bly, Der Eisenhans.

Dem Kompass gewidmet

Mi


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 22:45 
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Hokusai, die Kontemplation ist eine der Stufen der Christlichen Mystik.

mi


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 22:58 
Miplus hat geschrieben:
Hokusai, die Kontemplation ist eine der Stufen der Christlichen Mystik.

mi


Ach nee !
ich hätte Meditation schreiben sollen -
das ist die östliche Ausdrucksweise.
Bei uns Christen ist es die Kontemplation
oder auch Exerzitien.


/pfeif


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Flucht in östliche Esoterik ist ein Umweg ?
BeitragVerfasst: 3. Jul 2011, 23:01 
Miplus hat geschrieben:
Wie sagte der Dichter:

"Es gibt vier Dinge die bei Strum auf hoher See zu nichts nütze sind:
Steuer, Ruder, Segel und die Furcht unterzugehen."

Aus dem Gedächtnis zitiert nach Robert Bly, Der Eisenhans.

Dem Kompass gewidmet

Mi


Sollte ich in einen Sturm geraten - wider Erwarten -
so ergreift mich keine Furcht !


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