Wege ins Licht

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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 17. Jan 2012, 15:18 
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Meister
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Jade hat geschrieben:
Soll man nicht jedem alles vergeben, anstatt zu überlegen wem will ich vergeben und wem nicht?


Das wäre eine erstaunlich duldsame Geisteshaltung, die schon viel Stärke erfordert.
Ich denk mir nur wenn man alles vergibt um des Vergebens Willen, schaff ich grosses Unrecht und bin evtl. für das leid anderer mitverantwortlich.

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Wenn Du Dir selbst vertraust und an Deine Träume glaubst und Deinem Stern folgst, dann wirst Du trotzdem von Leuten übertroffen, die ihre Zeit damit verbringen, hart zu arbeiten und zu lernen und nicht so faul waren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 17. Jan 2012, 17:20 
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Magier
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Ich schliesse mich Braen an - Vergebung ist eine gute Sache und wenn eine Person sich ändert, stirbt oder anders keine Gefahr mehr darstellt kann man ruhig von ganzem Herzen vergeben und vergessen. Ansonsten wär ich vorsichtig. Das hat so was von katholischer Kirche "Mein Bischof ich habe 5 uneheliche Kinder gezeugt, die Ministranten sexuell missbraucht und mal nachts ne Frau vergewaltigt"
"Nana, keine Panik. Bete 10 Ave Maria den Rest richtet die Kirche...deine Sünden sein dir Vergeben" - haha. Und wenns dann rauskommt wird man nicht eingesperrt sondern bekommt vom Bischof von Regensburg n neues Revier zugewiesen

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Namaste

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"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 18. Jan 2012, 07:13 
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Novizin
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Ich verstehe Vergebung im Sinne von "los lassen", d.h. meinen inneren Zorn, mein Wut, meine Enttäuschung, meine Traurigkeit, Gekränktheit, etc....... gehen lassen und so mein inneres Gleichgewicht herstellen.
Mit der Person, die mitverantwortlich für all diese negativen Gefühle ist hat das nicht unbedingt etwas zu tun. Mitverantwortlich schreibe ich deshalb, weil ich für meine Gefühle und Gedanken immer auch verantwortlich bin. Es liegt schließlich an mir und meiner Entscheidung, wie ich mit unerfreulichen Situationen umgehe.

Dieses Gehen lassen der negativen Emotion gibt Freiheit, innere Freiheit.

Das sehe ich ganz unabhängig von eventueller juristischer Strafverfolgung, ganz pragmatisch innerhalb der irdischen Welt, oder auch sonstigen Folgen für den "Täter".

Zu den Termini Täter und Opfer erinnere ich nochmals an die unvergleichlichen Sätze von Khalil Gibran. Ich such es mal raus bei Gelegenheit.

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Wir wussten nicht, dass es unmöglich ist, also haben wir es geschafft. Jean Cocteau


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 18. Jan 2012, 09:44 
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Meisterin
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EinfachIch hat geschrieben:
@Jade: Mir ging es weniger um die Vergebung selbst, das ist nicht mein Problem, das kann ich durchaus. Die Frage worum es mir ging, wie weit sollte die Vergebung gehen, ich kann auch jemanden verzeihen und agen, dennoch breche ich dne Kontakt ab. So meinte ich das.

Das verstehe ich und würde ich genauso machen.
Ich kann nicht mit jedem befreundet sein, die Zeit dafür reicht einfach nicht aus.
Daher suche ich mir solche Freunde, die zu mir passen, die mir geistig was geben können und die natürlich sehr sympathisch sind.

Ich hätte auch keine Lust mit jemandem befreundet zu sein, mit dem es immer wieder Streit gibt, weil er eine ganz andere Einstellung hat. Der bleibt für mich ein Bekannter oder ich vergesse ihn einfach.

Täter die eine Straftat begehen sollen natürlich ins Gefängnis wandern.
Aber da bleibt trotzdem noch die Frage ob ich als Opfer dem Täter verzeihen kann? Ich glaube, ich würde es schon tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 18. Jan 2012, 10:35 
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Magier
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Na da kommen wir langsam zu einer interessanten Diskussion.

Im Herzen vergeben VS im stofflichen Sinne vergeben. Ist es denn wahre Vergebung wenn ich jemandem im Herzen verzeihe aber dennoch strafrechtlich verfolge? Ist es denn wirklich verziehen, wenn ich einen Menschen dennoch nicht mehr sehen will? Ist es Vergebung, wenn mir der Mensch nach wie vor unsympathisch ist? Oder ist das dann nur geheuchelt?

Oder erfordert Vergebung nicht viel mehr eine wahre geistige Reife...die wirklich vollkommen verzeiht nund der absolut nichts an der strafrechtlichen verfolgung etc. liegt und auf die Person zugehen kann, aber zugleich die Weisheit der Gesetze des Geistes zu achten und, obwohl man den armen Menschen liebt, ihm die Faust ins Gesicht schlagen zu seiner Besserung, weil man es EHRLICH gut mit ihm meint...

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 18. Jan 2012, 11:23 
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Meisterin
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Gefängnis sehe ich nicht immer negativ.
Ich bin mit einem Mädchenmörder schriftlich befreundet seit 15 Jahren.
Der war fast 20 Jahre im Gefängnis und lebt heute heraußen.
Ich habe gesehen, wie dieser Mann sich gewandelt hat, von einem unreifen Bürschchen zu einem ernsten, verantwortungsvollen Mann.
Die viele Zeit zum Nachdenken hat ihm gut getan. Ohne Gefängnis hätte er diese Zeit nie gehabt.

Ob mir wer sympathisch oder unsympathisch ist, das kommt auf mein Gefühl drauf an. Ich lerne aber gerade auch mit unsympathischen Menschen umzugehen. Das kann echt eine Herausforderung sein. Wenn ich im Herzen die richtige Einstellung dazu habe, kann ich genauso mit unsympathischen Menschen im Alltag gut auskommen. Aber als Freund würde ich mir trotzdem einen sympathischen Menschen suchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 18. Jan 2012, 11:42 
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Magier
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Hm ein wundervolles Beispiel dafür, dass ein mensch sich von grundauf ändern kann. Das meinte ich mit der Faust im Gesicht zu dessen Besserung. Denn leider ändern und bessern sich die allerwenigsten Menschen aus Weisheit, Vorsicht oder aus ihrem eigenen freien Willen heraus. Meist kommt die Einsicht und der Wunsch zur Besserung erst durch den Leidensdruck - etwa eine Haftstrafe oder Verlust von Menschen die man liebt oder anderen Konsequenzen. Und da finde ich hat einfach jeder der sich wirklich geändert - eingesehen und an sich gearbeitet - hat eine 2. Chance verdient

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie weit sollte Vergebung gehen?
BeitragVerfasst: 25. Jan 2012, 15:39 
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Mystiker
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Registriert: 08.2010
Beiträge: 1128
Geschlecht: männlich
Wie ein Ozean ist euer göttliches Selbst;
Es bleibt für immer rein.
Und wie der Äther erhebt es nur die Beflügelten.
Euer göttliches Selbst ist sogar wie die Sonne;
Es kennt nicht die Wege des Maulwurfs und sucht nicht die Schlupflöcher der Schlange.

Aber euer göttliches Selbst bewohnt nicht allein euer Dasein.
Vieles in euch ist noch Mensch und vieles in euch ist noch nicht Mensch,
Sondern ein formloses Etwas, das schlafend durch den Nebel irrt und nach seinem eigenen Erwachen sucht.
Und von dem Menschen in euch will ich nun sprechen.
Denn er ist es und nicht euer göttliches Selbst und auch nicht das Etwas im Nebel, der das Verbrechen kennt und die Bestrafung des Verbrechens.

Oftmals habe ich euch sprechen hören von einem, der Unrecht getan hat, als wäre er keiner von euch,
sondern ein Fremder und Eindringling in eure Welt.
Ich aber sage euch, so wie die Heiligen und Gerechten über das Höchste nicht hinaussteigen können,
das in jedem von euch ist,
so können auch die Schlechten und Schwachen nicht tiefer fallen als das Niedrigste, das auch in euch ist.
Und so wie ein Blatt nicht gelb wird ohne das stille Wissen des ganzen Baumes,
so kann auch der Übeltäter kein Unrecht tun ohne euer aller verborgenen Willen. ...
Khalil Gibran in "Der Prophet


Ich hörte Menschen fragen: "Wie groß ist Dein Glaube?"
Ich hörte Menschen sagen: "Ich bin ein bisschen verliebt."
Ich hörte Menschen sagen: "Ich verzeihe Dir." - doch Monate/Jahre später, als ihnen die Argumente ausgingen, bezogen sie sich auf jenes, das zu verzeihen sie vorgaben.

Glaubt ihr, ihr könntet das Unteilbare teilen?
Das Unmessbare in ein Maß zwängen?

Ich sage euch:

"Entweder ihr glaubt, oder ihr glaubt nicht."
"Entweder ihr liebt, oder ihr liebt nicht."
"Entweder ihr vergebt oder ihr vergebt nicht."

Denn wer das Unteilbare teilt, zerreißt sich selbst und hat keinen Anteil am Ganzen.
Wer das Unmessbare in ein Maß zwängt, legt fest, nach welchem Maß er/sie zu richten sei.
Wer sein Karma überwinden will, muss vollkommen lieben und vollkommen vergeben, auch und gerade sich selbst und überzeugt sein, von dem, was er/sie tut ohne emotionale Anhaftung.

Denn:

"Ihr wollt die Zeit, die Maßlose und die Unmessbare, messen.
Ihr wollt euer Tun und gar den Weg eures Geistes den Stunden und Zeiten anpassen und sie nach ihnen richten.
Aus der Zeit wollt ihr einen Strom machen, an dessen Ufern ihr sitzt und seinem Fließen zuschaut.
Doch das Zeitlose in euch weiß von der Zeitlosigkeit des Lebens,
und es weiß, dass jedes Gestern nur die Erinnerung
und jedes Morgen nur der Traum des Heutigen ist.
Und dass das, was in euch singt und betrachtet, noch immer in den Grenzen jenes ersten Augenblicks lebt, welcher die Sterne im Kosmos verteilte.
Wer von euch fühlt nicht, dass seine Kraft zu lieben grenzenlos ist?
Und dennoch: Wer fühlt nicht, dass eben diese Liebe, wenn auch grenzenlos, verschlossen liegt im innersten Kern des eigenen Seins und weder von Liebesgedanke zu Liebesgedanke noch von Liebestat zu Liebestat fortschreitet?
Und ist nicht die Zeit wie die Liebe, ungeteilt und schrittelos?"

Eure Freunde sind die Antwort auf Eure Bedürfnisse.
Sie sind das Feld, das ihr mit Liebe sät und mit Dankbarkeit erntet.
Sie sind eure Speise und euer Herd.
Denn ihr geht zu ihnen mit eurem Hunger und sucht sie auf, wenn euch nach Frieden verlangt.
Denn wo Freundschaft ist, werden alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die den Beifall nicht sucht.
Und lasst es nicht zu, dass die Freundschaft einem Zweck dient, es sei denn der Vertiefung des Geistes.
Denn Liebe, die nur bestrebt ist, das eigene Geheimnis zu enthüllen, ist keine Liebe, sondern ein ausgeworfenes Netz, das nur das Nutzlose fängt.
Sucht eure Freunde immer nur auf, um die Zeit mit ihnen zu durchleben.
Und lasst die Süße der Freundschaft mit Lachen erfüllt sein und mit geteilten Freuden.
Denn im Tau der kleinen Dinge findet das Herz seinen Morgen und ist erfrischt.
Khalil Gibran in "Der Prophet


oder:

Das Gebet des Herrn in der Fassung der "Elberfelder Bibel", die anerkanntermaßen als die ursprünglichste (am dichtesten am Originaltext) deutsche Übersetzung gilt:

Vater, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
unser nötiges Brot gib uns täglich
und vergib uns unsere Sünden,
denn auch wir vergeben jedem, der uns schuldig ist
und führe uns nicht in Versuchung. (Lukas 10.11, 2-4)

und:

Unser Vater, der du bist in den Himmeln,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auch auf Erden!
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schulden,
wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben

und führe uns nicht in Versuchung,
sondern rette uns von dem Bösen!
Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebet,
so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben,
wenn, ihr aber den Menschen nicht vergebet,
so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht vergeben.
(Matthäus 6, 9-15)

_________________
"Verbo geniti verbum habent" - "Wer vom Wort gezeugt ist, der hat das Wort." [Bernhard von Chairvaux]
Auf den Pfaden des GEISTES


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