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 Betreff des Beitrags: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 27. Okt 2017, 18:48 
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Novize
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Hallo :)

Ich will heute ein Thema ansprechen, dass mich momentan selbst betrifft. Mein Bruder und ich sind vor 12 Jahren beide an chronisch paranoider Schizophrenie erkrankt und haben beide viele Aufenthalte in der Psychiatrie hinter uns. Laut Psychiater sollten wir Medikamente nehmen, die leider starke Nebenwirkungen haben und von denen bis heute auch noch nicht bewiesen ist ob sie wirklich helfen. Mich selbst hat es in eine kleine Wohnung verschlagen und ich bekomme eine Erwerbsminderungsrente von der Leben kann. Mein Bruder war bis Anfang der Woche in einem Heim für psychisch Kranke. Ich und meine Mutter haben ihn regelmäßig mehrmals die Woche abgeholt damit er Zeit mit uns verbringen kann und aus dem unangenehmen Umfeld heraus kommt.

Wie bei mir selbst so ist auch bei meinem Bruder der Wunsch groß ein Leben ohne die Medikamente leben zu können, die wie gesagt mit schweren Nebenwirkungen verbunden sind. Die Medikamente, Neuroleptika, hemmen vor allem das Dopamin im Gehirn und man geht dabei davon aus das bei schizophrener Erkrankung zu viel Dopamin im Gehirn vorhanden ist. Dopamin ist auch als Glückshormon bekannt und erzeugt Antrieb, Motivation, Leidenschaft und flammendes Interesse an einer Sache. Bei einer Depression geht man davon aus das zu wenig Dopamin im Gehirn vorhanden ist und so entwickelt sich bei vielen mit Neuroleptika behandelten Patienten die dieses Medikament etwa gegen schizophrene Psychosen nehmen oft eine starke Antriebslosigkeit, man hat einfach keine Lust mehr, muss sich zu den meisten Dingen überwinden und kann auch recht freudlos wirken. Das alles ist aber noch nicht genau belegt und ob bei schizophrenen Patienten ein Dopaminüberschuss überhaupt die ausschlaggebende Ursache der Erkrankung ist, ist noch nicht ausreichend bewiesen, so dass man von der Dopaminhypothese spricht.

Mein Bruder war nun Anfang der Woche bei mir und hat mich gefragt ob er bei mir wohnen könnte. Es ging ihm in den letzter Zeit auch nicht so gut, er wirkte sehr zurückgezogen, sprach kaum noch und war sehr apatisch. Ich wollte meinem Bruder helfen und stimmte zu ihn bei mir wohnen zu lassen. Schnell kam bei mir der Gedanke auf das er eventuell seine Medikamente bei mir nicht nehmen will und zu Anfangs sagte ich ihm auch er könne das Handhaben wie er will. Wir konnten beide an diesem Abend und in der Nacht schlecht schlafen und ich wurde früh morgens wieder wach und war sehr in Sorge wie sich alles entwickeln würde. Nach einiger Zeit, meiner Bruder war nun auch wach, sprach ich ihn an und teilte ihm meine Sorgen mit und sagte ihm er könne nur bei mir wohnen wenn er seine Medikamente auch wirklich nehmen würde. Er willigte ein und der Umstand das er seine Medikamente nehmen würde beruhigte mich und ich hatte neue Hoffnung das mein Bruder mit meiner Unterstützung bald ein besseres Leben haben würde und nicht mehr in einem Heim leben müsste.

Ich wollte meinem Bruder wirklich helfen und holte am nächsten Morgen in seinem Heim mit ihm für 2 Tage Medikamente. Ein Tag verging und ich gewöhnte mich an die Eigenarten meines Bruders. Am dritten Tag ging ich morgens wieder ins Heim meines Bruders, ich wollte nicht alle 2 Tage dort hin um für ihn Medikamente abzuholen und wollte das mein Bruder einen Psychiater oder Neurologen besucht der ihm eine Rezept ausstellen sollte. Ich wurde an eine Stelle nicht weit von mir verwiesen und telefonierte später am Morgen mit dem Betreuer meines Bruders, der aber leider sehr ungehalten reagierte und uns mit Einlieferung in die Psychiatrie drohte und dann einfach irgendwann den Hörer zur Seite legte und nicht mehr Antwortete als ich Ihm sagte das mein Bruder nun erst einmal bei mir bliebe. Mittags telefonierte ich zwecks Rezept mit der Ärztin zu der man mich verwiesen hatte und nach einigem hin und her willigte sie ein mit dem Heim zu telefonieren, sie könne mir zur Zeit kein Rezept ausstellen werde aber die Heimleitung anweisen mir am nächsten Tag Medikamente für eine Woche mit zu geben. Am nächsten Tag für dort hin, man wollte mir aber keine Medikamente aushändigen ich solle mit der Ärztin sprechen, diese hätte dies so angeordnet. Ich fuhr von dort aus gleich zur Ärztin und sprach mit ihr. Sie teilte mir mit Florian hätte Herzrythmusstörungen und sollte deshalb zur Überwachung für einige Zeit in die Psychiatrie Zwangeingewiesen werden, da wir uns sicher waren, dass er freiwillig nicht wieder zu diesem Ort gehen würde an dem er und ich so viel schlimmes erlebt hatten. Jedenfalls war ich strickt dagegen und all das kam mir vor als würden sich vor mir Schikanen und Widerstände auftuhen gegen die ich nichts ausrichten konnte. Ich fuhr zu meiner Mutter und berichtete ihr. Nervlich war ich an diesem Morgen schon ziemlich fertig es sollte aber noch schlimmer kommen. Meine Mutter fuhr zur Ärztin weil sie wusste das mein Bruder schon als Kind an Herzrythmusstärungen litt und wollte sie davon abbringen ihn zwangsweise in die Psychiatrie einzuweisen. Dazu muss man wissen das eine Nebenwirkung von Neuroleptikas auch verstärkte Herzrythmusstörungen sein können, die sehr problematisch sein können und laut Ärztin auch zum tote führen können wenn ihm Vorfeld schon Herzprobleme bestehen. Meine Mutter erreichte leider nichts und so beschloss ich zum Gericht zu gehen und sprach dort unter Tränen mit dem Richter. Bald bekamen wir einen Anruf der Ärztin, der Richter würde der Zwangeinweisung nicht stattgeben wenn mein Bruder nicht einen aktuellen Befund zu seinen Herzrythmusstörungen hätte, er solle sich untersuchen lassen, bevor man wisse wie es nun weitergeht.

Am nächsten Tag ging mein Bruder zur Ärztin und alles verlief gut. Ich traf ihn noch bei meiner Mutter an und unser Betreuer hatte sich angemeldet. Mein Bruder verließ dann das Haus ohne uns zu sagen wo er hin wollte und ich und meine Mutter hatten eine hitzige Debatte darüber ob mein Bruder bei mir wohnen könne. Wir beschlossen er könne bei mir wohnen wenn er seine Medikamente nehmen würde. Am Nachmittag rief nun eine alter Freund meines Bruders an und teilte mir mit, dass mein Bruder bei ihm sei und in seiner Garage schlafen wolle ob ich ihm weiterhelfen könne. Schnell stellte sich heraus das mein Bruder schon einige Zeit keine Medikamente mehr genommen hatte und auch nicht bereit war diese einzunehmen. Wir versuchten mit ihm zu reden, er ging aber nicht darauf ein. Alles war ergebnislos und so beschlossen wir den Ton zu verschärfen und sagten wir würden die Polizei anrufen. Bald entschloss sich mein Bruder zu gehen und der Anruf bei der Polizei ergab das diese nichts machen kann so lange nicht mein Bruder oder eine andere Person in Gefahr wäre. Mein Bruder kommt nicht zu mir zurück weil er bei mir Medikamente nehmen muss, er kann nicht bei seinem Freund in der Garage leben und bei meiner Mutter die nach vielen Jahren viel mit gemacht hat kann er auch nicht leben. Heute schläft er in einer Kirche und wir wissen nicht was morgen wird.

Was würdet ihr in einer solchen Situation machen ?

Alles Liebe
Hans-Joerg


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 2. Nov 2017, 14:20 
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Novize
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Ich denke jeder Leser wird eine Meinung dazu haben nur ist die Frage wie weit das dienlich ist?

Als Außenstehender kann man kaum eine qualifizierte Aussage zu machen. Das musst du wohl mit dir allein aussmachen was richtig oder falsch ist.. :-/

Ich hoffe jedenfalls dass es einen guten Verlauf annimmt und dein Bruder den Weg der Genesung findet.

Alles Liebe
Greg

_________________
Omne vivum ex vivo.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2017, 17:22 
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Hallo Gregorius

Du hast recht als Außenstehender ist es schwierig in diesem Fall richtige Ratschläge zu geben die weiterhelfen würden. Mein Bruder ist jetzt erst einmal wieder mehr oder weniger freiwillig in das Heim zurück gegangen, eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie wurde vorerst aufgeschoben. Leider will mein Bruder im Heim bis jetzt immer noch nicht seine Medikamente nehmen und ich befürchte das seine Krankheit dadurch wieder voll zum Ausbruch kommt und dann ein Aufenthalt, so unangenehm der auch ist, für meinen Bruder irgendwann unumgänglich ist. Trotzdem hoffe ich gegen alle Wahrscheinlichkeiten das mein Bruder ob nun mit oder ohne Medikamente gesund bleibt, allerdings ist es auch meine Auffassung, dass er trotz aller Nebenwirkungen der Medikamente nicht ohne diese Auskommt, deshalb hoffe ich das er seine Medikamente wieder nimmt.

Alles Liebe
Hans-Joerg


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2017, 18:49 
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Novize
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Ich hätte da auch noch eine Frage. Glaubt ihr, dass man mit den Fähigkeiten aus dem Weg zum Wahren Adepten eine Krankheit wie Schizophrenie heilen kann ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 10. Nov 2017, 14:37 
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Schizophrenie ist eine ernste Angelegenheit. Ich rate daher jedem der darunter leidet oder jemanden kennt der darunter leidet sofort fachgelehrte Hilfe aufzusuchen. Magie kann einem im Leben sicher auf die eine oder andere Weise helfen sie ist jedoch kein Allheilmittel.

_________________
Ich verzweifle nicht an dem Wissen endlich zu sein ich hoffe nur genug getan zu haben.

Lebe nie als gebe es kein morgen sondern Lebe so dass es ein Morgen geben wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 10. Nov 2017, 15:52 
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Novize
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In Behandlung bei einem Arzt ist mein Bruder ja schon. Die Frage zielte eher darauf ab was man zusätzlich machen kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 12. Nov 2017, 22:39 
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Wissende
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Hermetik-Hans-Joerg hat geschrieben:
Ich hätte da auch noch eine Frage. Glaubt ihr, dass man mit den Fähigkeiten aus dem Weg zum Wahren Adepten eine Krankheit wie Schizophrenie heilen kann ?


es gibt einiges was man noch tun kann, als erstes würde ich Kinesiologie empfehlen und kennst du diesen Link..?

https://de.sott.net/article/24288-Neu-e ... -zu-heilen

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Schizophrenie & Medikamente & Familie
BeitragVerfasst: 12. Nov 2017, 22:45 
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Novize
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Ja denk link kenne ich, danke dennoch für deine Antwort :)


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