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 Betreff des Beitrags: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 18:39 
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In der neuesten Auflage des Diagnosehandbuches der Psychatrie wird Wut jetzt als pathologischer Befund, also echte Krankheit gewertet. Keine Cholerik sondern Wut

Da tun sich Fragen und Ideen auf.

Eine Frage ist ob hier nicht politische Lobbyarbeit dafür sorgt, dass man Demonstranten klein hält und jetzt, da man Militär doch nicht im Inneren, also gegen Demonstranten einsetzen darf und die Polizei nur bedingt eingreiffen kann, die Hoffnung der Machthaber aufkeimt, dass man politische Gegner als Geisteskrank in die Klapse stecken kann. Worüber die sich aufregen dürften und dann erst recht drin bleiben müssen.

Eine andere Frage ist, wie Psychater auf so einen Unfug kommen, Wut hat jeder Mensch der ein intaktes Nervensystem besitzt...ich würd ja gern einen der Verantwortlichen ohrfeigen, sein Auto zerstören und die Frau entführen - und wenn er dann wütend wird, wird er eingewiesen. Im ernst, Wut ist auch in anderen Lebewesen vorhanden und kann, gezielt eingesetzt, sehr effektiv und Leistungssteigernd wirken vor allem im Sport.
Krankhaft könnte höchstens eine Maßlose Entgleisung a la Cholerik sein aber einfache Wut?

Aber es gibt ja dadurch auch ganz neue Möglichkeiten. Wenn Wut jetzt eine psychische Krankheit ist...dann kann man sich wegen Wut krank schreiben lassen.
"Tut mir Leid Chef, aber die Merkel als Kanzlerin macht mich so wütend, ich kann die nächsten 4 Jahre nicht zur Arbeit kommen"

Mit Wut als Krankheit könnte man die NPD auflösen und manchen unsympathsichen Politiker wie Lindner oder Stoiber aus der Partei in die Selbsthilfegruppe verfrachten.

Wut als Krankheit bedeutet, dass wütende Bürger bei entsprechender Ausprägung einen Schwerbehindertenausweis bekommen können, wenn die Wut gegen etwas chronisches gerichtet ist wie die CDU als Partei oder Kapitalismus. Wenn die Wut gegen Autoritätspersonen gerichtet ist, müsste sogar eine Erwerbsunfähigkeitsrente drin sein, denn so wie man einem Alkoholiker nicht zumuten kann in einer Brauerei zu arbeiten, kann man jemandem den Chefs wütend machen nicht zumuten, dass er für Vorgesetzte arbeiten muss.

Wut als Krankheit heisst, dass Problemkinder endlich die Therapie und Hilfe bekommen, die sie brauchen.

Ich finde die Idee jedenfalls witzig, da haben sich die Diagnostiker selber ins Knie geschossen. Wenn man die Möglichkeiten juristisch nutzt, gibts in Deutschland bald keine Arbeitslosen mehr sondern 50% der Bevölkerung ist Erwerbsunfähig und 50% der Politiker sind weg ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 23:02 
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Ist ja nichts Neues. Das erscheint doch alle paar Jahre und wir dürfen uns freuen über den sprunghaften Zuwachs in verschiedenen Krankheitsgruppen. So haben wir plötzlich gaaaaanz viele ADHS-Kranke und was für dich interessant sein dürfte das Asperger-Syndrom ist dadurch auch erst wirklich modern geworden.

Das kommt dabei raus, wenn Experten glauben Psychologie und Psychatrie funktionieren nach klaren Regeln. Andererseits ist es aber auch irgendwo schick geworden wenn man "nicht alle Schwalben im Nest" hat. ;) Hat eigentlich niemand aber wenn das eine ordentliche Diagnose bringt ist das schon was. Also muss der Psychologe auch was liefern, damit er ordentlich behandeln und verdienen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 23:52 
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Naja aber was bringts? Experten schreien dass ADHS keine Krankheit ist und viel zu oft falsch diagnostiziert wird. Autist ist vll. einer von 10.000 Menschen aber da jetzt jeder introvertierte Mensch als Aspi diagnostiziert wird isses schon jeder 250. Mensch

Es ist ja eines eine krankheit bekannt zu machen, damit Betroffene Hilfe bekommen (SINNVOLLE nicht Retalin für Kinder die gern rumtoben wie das Kinder eben machen)
Das wird so ausarten, dass Kinder die toben mit ADHS diagnostiziert werden und Kinder die nicht toben zu Aspis erklärt werden. Yay.

Aber WUT? Ich mein...ein "Basisgefühl" das bei den allermeisten Menschen ganz kontrolliert ist als Krankheit? Nicht jeder der n schlechten Tag hatte ist gleich depressiv. Es geht doch nicht um die Art der Emotion sondern die Ausprägung. Wer mal weint weil er was verkackt hat ist gesund. Wer dauernd weint obwohl im Grunde das meiste gut läuft, der ist krank. Wer im Zorn andere Menschen erschlägt ist krank, wer sauer ist und n roten Kopf kriegt ist gesund ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 23:55 
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Hast du denn da mal einen Textauszug wie da da definiert wird ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 11:25 
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Nun DSM 5 das seit Mai draussen ist bekommt massive Kritik auch von Psychotherapeutenverbänden und Psychologen.

So ist etwa definiert wer "länger als 2 Wochen trauert" ist "depressiv" und muss / kann mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden. Kurzum deine Eltern oder Partner oder Kinder sterben und wenn du länger als 2 Wochen traurig bist kriegst Antidepressiva obwohl man eigentlich in der akuten Trauerphase ist. Das gilt auch bei gescheiterten Liebesbeziehungen etc.

Die Wutkrankheit (DMDD -Disruptive Mood Dysregulation Disorder) "These
occur, on average, three or more times each week for one year or more"
Es geht dabei um Wutausbrüche wie auf den Boden stampfen, die Fäuste ballen, rot anlaufen etc.
Eine Einschränkung gibts:
The onset of symptoms must be before age 10
and a DMDD diagnosis should not be
made for the first time before age
6
or after age 18.

Kurzum Pubertäre Rebellion ist jetzt genauso eine Krankheit wie kleinkindliches Trotzen. Und auch wenn es "SOLLTE" heisst, kann auch ein Erwachsener damit diagnostiziert werden.

Als Kriterium gilt
"Far beyond temper tantrums,
DMDD is
characterized by severe
and
recurrent temper outbursts that are grossly out of
proportion in intensity or du
ration to the situation"

Das Problem ist jetzt, nach welchen kriteriens chätzt man ein, was "unproportional" oder "schwerwiegend" ist? Die gibts nicht mitgeliefert. Also ist der eine übertrieben wütend der einen Anderen anschreit oder im Sinne der Politik, jemand der eine andere Meinung vertritt und dabei unsachlich wird

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 14:28 
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Hallo Estar,

hast du bitte mal einen Link dazu?
Oder wie heißt dieses Diagnosehandbuch der Psychiatrie genau?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 14:33 
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Magier
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DMDD hier: http://www.dsm5.org/Documents/Disruptiv ... 0Sheet.pdf

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 14:35 
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:thx Super!

Gilt dies nur für die USA oder für die ganze Welt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 15:09 
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Theoretisch weltweit aber es ist nicht bindend. Kliniken und Therapeuten müssen das zwar kennen aber nicht unbedingt ernst nehmen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 18:11 
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Erklär mir mal bitte die Diskrepanz: wie kann es sein das Hochsensibilität als "krankheitsbild" abgelehnt wurde weil es 1/3 der Menschen betrifft und somit zu häufig vorkommt, aber Wut oder Trauer die bei JEDEM Menschen vorkommen, sollen jetzt annerkannt werden?

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Gruß
von der Admine


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 Betreff des Beitrags: Re: Wut als Krankheit
BeitragVerfasst: 21. Nov 2013, 19:11 
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Weil man Wut und Trauer mit Pillen wegkriegt und das der Pharmagesellschaft Geld bringt. Sensibilität nicht ^^

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