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 Betreff des Beitrags: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 14. Mai 2013, 09:53 
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Hallo allerseits,

habe vor kurzem eine Site gefunden die ich mit euch teilen möchte. Ich arbeite inzwischen mit dem Leiter des Projektes zusammen und habe neben der Einrichtung eines Forums für spezifischen Austausch auch die Aufgabe / Erlaubnis bekommen seine bisherigen Werke ins Deutsche zu übersetzen und mit euch zu teilen.

Das Original findet ihr hier:
http://www.uppsalaonline.com/uppsala/berserk.htm

Bei der Übersetzung habe ich ergänzend mein eigenes Wissen hinzugefügt und etwas erweitert. Es ist ein ziemlich langer Text und da er übergreiffend mehrere Themen behandelt werde ich eventuell auf mehrere Themen splitten. Wenn ihr Kommentare abgeben möchtet oder Kritik oder sonstwas - immer her damit. Ich freu mich drüber =) Wir könnens auch gern diskutieren ^^

Aber beginnen wir:

Haftungsausschluss & Warnung:

Die Praktiken und Informationen die auf dieser Site präsentiert werden, sind das Ergebnis jahrelanger Studien und Hingabe, sowie das tiefergehende Verständnis der involvierten Risiken. Die Beschreibungen dienen ledeglich dem Zweck der Information. Das Praktizieren der Techniken die auf dieser Site vorgestellt werden führt mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, eventuell schweren Verletzugnen oder gar lebesbedrohlichen Verletzungen und eventuell dem Tod. Ich rate DRINGEND davon ab.

Die Geschichte der Berserker:

Der Berserkergang war die Praktik einer Art von Eliteeinheit der Wikingerkrieger, genannt Berserker. Die Bedeutung des Wortes Berserker scheint von Ort zu Ort etwas Anders gewesen zu sein. Manchmal scheint es "bare sark" – "Ohne Kleidung" zu bedeuten, was sich auf die Eigenart einiger Berserker bezieht (geschildert von Tacitus als nackte Krieger) ohne Rüstung in den Kampf zu ziehen. Eine Andere Deutungsmöglichkeit ist "ber sark" Bärenkleidung, und es wird berichtet, dass einige dieser Krieger sich mit Tierfellen bekleideten – in dem Fall mit Bärenfellen.
Eine dritte Deutung ist der Glaube, dass die Berserker zu einem Tier wurden, entweder im Sinne der Gestaltwandlung oder der Besessenheit von einem Tiergeist (Schamanismus).
Eine Gruppe der Berserker waren die Ulfhednar, was "Wolfshäuter" bedeutet und sich auf die 2. und / oder 3. Variante bezieht.
Es gab aber auch Varianten der Wildschweinkrieger oder Katzenkrieger (Raubkatzen wie Tiger) als Berserker.

Von den Berserkern stammen auch die mythologischen Gestaltwandler ab. Werwölfe beziehen sich ganz auf die Praktiken der Ulfhednar welche der Ursprung dieses Mythos waren.

Kveldulfr, der als Berserker in der Egilssaga beschrieben wurde, war dafür bekannt seine Gestalt in die eines Wolfes verwandeln zu können. Was die Egilssage über den Berserkergang, den Kampfrausch in dem die Berserker kämpften, sagt ist folgendes:

"Was die Menschen über Gestaltwandler oder jene die den Berserkergang gehen, sagen ist dies: Solange sie in diesem Zustand sind, ist nichts zuviel für sie, aber sowie sie aus dem Zustand erwachen, sind sie deutlich schwächer als normal."

Die Ynglinga Saga berichtet:

"...seine Männer zogen ohne Kettenhemden und waren so rasend wie Hunde oder Wölfe. Sie bissen in ihre Schilde und waren stark wie Bären. Sie schlachteten Männer aber weder Feuer noch Eisen konnten sie verletzen. Dies kennt man als "Berserkergang"

Aber was waren die Berserker?

Die Berserker wurden beschrieben als "Odins Männer". Es wird berichtet, sie kämpften oft in Gruppen von 12 oder 13 und manchmal werden Bruderschaften von Berserkern erwähnt. Es scheint, die Berserker praktizierten ein Mysterium (Mysterienkult) von Odin, einen ekstatischen, religiösen Zustand der ihnen ihre aussergewöhnliche Kraft im Kampf verlieh. Darin unterscheiden sie sich von der anderen Gruppe üblicher Odinsanhänger, dass sie nicht von Adel und mit Siegesglück oder genialen Strategien gesegnet waren, sondern die Geschenke mit denen Odin die Berserker segnete waren Macht und Wahnsinn.
- Das zeigt etwas sehr wichtiges über die Natur und das Wesen Odins, dass seine beiden auserwählten Typen sowohl an der Spitze der Gesellschaft als auch komplett ausserhalb der Gesellschaft stehen: Beide sind frei von den Zwängen und Beschränkungen durch die Gesellschaft und können so ihren individuellen Wyrds (Schicksalen) folgen.
Während moderne Asatruar meist versuchen, den aristokratischen Odinsmann zu imitieren, scheint jedoch die Verehrung Odins auf die Weise der Berserker in heutigen Zeiten beinahe vollkommen zu fehlen. Und das ist eine Schande, denn der Weg des Berserkers ist ein viel näherer Kontakt mit Odin, eine viel intimere Beziehung mit der Gottheit. Aber was genau ist der Berserkergang?

Ursachen des Berserkerganges:

Es gab schon viele Spekulationen von Historikern und Anthropologen, Amateuren und Proffessionellen, darüber, was genau der Berserkergang war und wodurch der hervorgerufen wurde. Daraus ergaben sich, neben Anderen, 4 weit verbreitete Haupttheorien:

1. Alkoholbedingt:
Diese Theorie geht davon aus, dass durch exzessiven Alkoholkonsum die Schmerzempfindung der Berserker stark gesenkt wurde während der berauschte Zustand zeitgleich zu einer hohen Aggressivität führte.

2. Amanita Muscaria bedingt:
Diese Theorie geht davon aus, dass der Berserkergang durch Verzehr des psychoaktiven Pilzes Amanita Muscaria hervorgerufen wurde. Die Droge senkt die Schmerzempfindlichkeit und die Annahme ist, dass die psychedelische Wirkung die Aggressivität steigerte.

3. Die Berserker haben nie existiert:
Die Schule dieser Theorie geht davon aus, dass die Berserker so übermenschlich geschildert werden, dass sie ins Reich der Mythologie gehören. Da es keine einfache Erklärung für den Berserkergang gibt, haben Berserker einfach nie existiert und sind Mythenfiguren wie Trolle oder Feen.

4. Selbstverursachte Raserei:
Diese Theorie geht davon aus, dass der Berserkergang durch religiöse Ekstase hervorgerufen wird, ein tranceähnlicher Zustand der sich auf Psychologie und Physiologie des Praktizierenden auswirkt.

Meine Studien in Bezug auf Berserker und den Berserkergang haben mich zu folgenden Schlüssen bezüglich dieser vier Theorien gebracht:

1. Kann unmöglich von Alkohol hervorgerufen worden sein. Betrunkene geben miserable Kämpfer ab. Die Reaktionszeit wird extrem erhöht, die Kraft lässt nach, die Bewegungen sind sehr schwerfällig. Wenn du so betrunken bist, dass du in unkontrollierbare Rage verfällst, bist du zu betrunken um gerade aus zu gehen oder auch nur gerade zu stehen. Die anästetische Wirkung von Alkohol ist auch eine fiese Sache. Eine Berührung mit starkem Schmerz führt dazu, dass der Empfänger sehr schnell nüchtern wird. Das ist der Grund weshalb Ärzte und Zahnmediziner von Alkohol zu Chloroform als Betäubungsmittel gewechselt haben sowie es verfügbar war. Abgesehen davon, ist eine solche Trunkenheit den Odinisten verboten, da Odin im Havamal sich eindeutig gegen den exzessiven Alkoholkonsum ausspricht – und Kultisten die ihrem Gott folgen wollen werden nicht einfach seine Regeln brechen. Abgesehen davon war Alkohol in der Konzentration und Menge um sich effektiv zu betrinken auch im Mittelalter teuer und mitunter nicht verfügbar.

2. Extrem unwahrscheinlich. Oberflächlich betrachtet klingt diese Erklärung plausibel, gestärkt durch die pharmakologische Wirkung des Pilzes, aber es gibt bei genauerer Betrachtung einige wesentliche Schwachpunkte. Erstens gibt es nirgendwo Aufzeichnungen oder Hinweise darüber, dass dieser Pilz je verwendet worden wäre oder seine Wirkung bekannt gewesen wäre.
Weiters ist der Pilz auf eine eher kleine Region beschränkt, die Berserker waren aber nicht nur in Skandinavien zu finden sondern auch bei den Germanen oder den Isländern, wo der Pilz nicht wächst. Auch andere Kulturen kennen den Berserkern ähnliche Krieger, etwa Indonesien, wo der Pilz überhaupt nicht wachsen kann (er braucht ein sehr spezielles Klima und eine bestimmte Baumart als Wirt)
Ausserdem ist er auf eine bestimmte Saison beschränkt und es gibt Hinweise darauf, dass Berserker auch ausserhalb der Wachstumszeit des Pilzes kämpften. Weiters verliert er getrocknet einen Grossteil seiner Wirkung, was Haltbarmachung ausschliesst.
Zudem führt der Pilz zu einer schweren Übelkeit und bei grösseren Mengen erbricht man diese wieder. Dazu kommt, dass sowohl die Dauer als auch die Intensität der Trips unvorhersagbar ist und sich jedesmal ganz anders auswirkt. Ein extrem unzuverlässiges Mittel für Soldaten. Und keiner will in der Schlacht anfangen zu reihern. Obendrein sind grössere Dosen des Pilzes tödlich und man will ja auch nicht vor der Schlacht sterben.
Am meisten dagegen spricht jedoch, dass bei Berserkern geschildert wird, dass der Berserkergang sie "überkommt" spontan, ohne erkennbaren Zusammenhang. Wäre eine Droge verwendet worden, wäre der Zusammenhang leicht erkennbar und die Wirkung auch nicht überraschend oder spontan.

3. Kann ausgeschlossen werden. Es gibt Berichte über Berserker über einen sehr langen Zeitraum (ca. 1500 Jahre in Europa) in grossen räumlichen Abständen (Skandinavien bis Nordafrika, Island bis Russland) und obendrein gibt es zahlreiche berserkerähnliche Kulte in anderen Kulturen (etwa die Wolfskrieger des mittleren Ostens)
Obendrein gibt es auch heute noch genug Praktizierende ähnlicher Techniken die ähnliche Wirkungen zustande bringen (etwa die Shaolin die sich Metall am Kopf zerbrechen oder mehrere Tonnen Schlagkraft erreichen oder die Trancetechniken der Fakire die sie immun gegen Feuer werden lassen)
Dazu kommt, dass in der Zeit der Christianisierung Gesetze gegen Berserker erlassen wurden und schon davor gab es in manchen Städten Einreiseverbote für Berserker. Das wäre doch etwas viel für Sagenfiguren. Es gibt ja auch keine Gesetze gegen Feen oder Einreiseverbote für Meerjungfrauen.

4. Meine Schlussfolgerung ist, dass der Berserkergang eine selbstinduzierte religiöse Ekstase ist. Für diese Meinung habe unerwartet, überraschend über den Berserker kommen kann. Manche Ressourcen berichten, dass der Berserkergang durch schwere Arbeit hervorgerufen werden konnte, oder durch grosse Gefahr aber auch durch Provokation. Der byzantinische Kaiser Konstantin VII. Berichtet über den "gotischen Tanz" seiner Waräger Garde, welcher eine Zeremonie war die sie vor dem Kampf vollführten und die Verkleidung mit Tierhäuten beinhaltete. (Während nirgendwo explizit gesagt wird, dass die Waräger Garde aus Berserkern bestand – ein Begriff den Konstantin nicht gekannt hätte – werden sie doch in einer sehr ähnlichen weise beschrieben)
Auf eine ähnliche Weise zeigen Funde wie der Torslunda Teller Odin, welcher mit in Tierfellen gehüllten Kriegern tanzt. In der Volsunga Saga bekleiden sich Sigmundr (ein Erwählter Odins) und sein Sohn Sinfjolti mit Wolffellen und werden dadurch beinahe unbesiegbar.
Berserker werden oft so beschrieben, dass sie vor einer Schlacht umherspringen oder wie Tiere auf allen vieren herumlaufen oder in ihre Schilde beissen. Es gibt Statuen die Berserker darstellen, welche sehr kräftig an ihren Bärten ziehen (was aufgrund der Gesichtsnerven sehr schmerzhaft ist, für alle die keinen Bart tragen)
Was alle diese dargestellten Techniken gemeinsam haben ist, dass sie alle einen verstärkten Adrenalinaustoss bewirken und dadurch den Adrenalinpegel im Blut stark anheben, entweder durch Schmerz oder Anspannung, was mit den Beschreibungen wodurch ein Gangr ausgelöst werden kann, übereinstimmt.
Weiters ist der Berserkergang kein Phänomen, das nur bei den Germanen und Wikingern auftaucht. Die griechischen Maenaden, weibliche Anhänger des Dionysos, werden in einer beinahe gleichen Weise beschrieben (und ja sie waren Kriegerinnen nach den Legenden über die Kriege in Indien).
Die Heldentaten der keltischen Elitekrieger, der Feanna, scheinen ebenfalls identisch zu sein. Ich möchte hier auch die Leopardenmänner Afrikas erwähnen oder die die Wolfskrieger des antiken mittleren Ostens und natürlich den indonesischen "Amok – Lauf" – und in all diesen Kulturen werden diese Zustände als selbstinduziert beschrieben, also bewusst durch verschiedene religiöse Techniken hervorgerufen.

Wie könnte der Berserkergang hervorgerufen werden?

Wenn der Berserkergang also selbstunduziert ist, welche Techniken kann man dazu verwenden?
Es gibt ein ziemlich viel Information darüber, wie der Berserkergang hervorgerufen wurde, wenn man lange genug danach sucht. Die Techniken können in folgende Grundmechanismen untergliedert werden:

1. Körperliche Adrenalinauslöser wie Tanzen oder Springen, Techniken die grosse Muskelgruppen über längere Zeiträume auf die selbe weise bewegen und dadurch einen Adrenalinschub bewirken. (Eine gut bekannte Technik auch zum Erreichen einer Erregungstrance wie oft bei Schamanen angewandt)

2. Techniken wie Bart ziehen, Schildbeissen, Schnitte und dergleichen, die Adrenalinschübe durch Schmerzreize auslösen.

3. Aufregung wie etwa durch Ballspiele vor einer Schlacht (Egil Saga)

4. Invokation eines Tiergeistes indem man sich wie das betreffende Tier verhält, sich in Fell des Tiers kleidet und sich wie das Tier benimmt. Eine Bewusstseinsverschiebung die das Gehirn dazu veranlasst, sich als das angerufene Tier zu empfinden und entsprechende Eigenschaften anzunehmen.

5. Mit der Hilfe von Odin. Um das zu erklären muss man ein wenig weiter ausholen. Odin bedeutet übersetzt in etwa "Die Raserei" "Die Wut" "Der Wahnsinn". Bei den Germanen hiess der Gott Wotan (der Wütende) Das wiederrum geht konform mit der Annahme, dass Adrenalin eine Schlüsselrolle beim Berserkergang spielt, da grosse Mengen Adrenalin zu stark erhöhter Aggressivität und Wut führt. Hier müssen wir aber aufpassen, denn od (oder wot) sind sehr alte Worte und Raserei ist nur eine mögliche Übersetzung. Sie haben für uns Bedeutungen, welche die alten Heiden vermutlich nicht geteilt haben. Od meint nicht nur Raserei und Wut wie wir es verstehen, sondern bedeutet auch Leidenschaft, Besessenheit oder auch Geist und damit auch Weisheit, Magie und Leben (Bedeutungen welche die Ahnen alle in diesem Wort sahen was in der vielfältigen Natur Odins zum Ausdruck kommt)
Daher ist der Berserkergang kein blindes Wüten, keine sinnlose Raserei, kein hirnloses schlechtes Benehmen durch unkontrollierten Zorn. Dieser Zustand ist etwas Transzendentes, eine Verbindung mit der Gottheit, ein ekstatischer Zustand. Er ist heilig.

Besessenheit ist ein ungewöhnlicher Geisteszustand in welchem Einheit mit einer Gottheit oder einem Geist erreicht wird, wo die Grenzen des Egos, welche das ich vom Geist oder der Gottheit trennt vorübergehend ausgelöscht wird. Kurz gefasst, der Besessene "wird" zur Gottheit oder dem Geist. Diese Praktik ist in den Religionen weit verbreitet, von mystischer Einheit bis zu ganz alltäglichen Ritualen. Sei es bei den Voodooritualen in welchen die Anhänger "von den Loas geritten werden" oder in der christlichen Kirche wo eine Einheit mit Engeln, Jesus oder Gott angestrebt wird (und man dadurch deren Botschaften wahrnehmen kann)

Es scheint als würde der Berserkergang mit dem Beginnen, was wir heute als Raserei verstehen. Der Berserker beginnt mit verschiedenen physischen Methoden um seinen Adrenalinspiegel zu erhöhen bis er "Adrenalinhigh" wird, und wird dann religiöse / spirituelle Techniken oder Rituale anwenden um eine Trance und einen Besessenheitszustand zu bewirken in welchem er zu einem Bär, Wolf oder gar Odin selbst wird.

Aber könnte eine allgemeingültige Technik entwickelt werden um den Berserkergang hervorzurufen? Um das zu schaffen, muss man zuerst sehr genau wissen, was genau Besessenheit ist, wie sie verursacht wird und wie man sie gezielt hervorrufen kann. Leider ist nur wenig Wissen von den Alten erhalten geblieben, wie sie diese Zustände erreichten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 14. Mai 2013, 12:24 
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Wie man den Berserkergang hervorruft:

Der Berserkergang wurde höchstwahrscheinlich auf folgende Weise von den Berserkern induziert:

1. Man versetzt sich in einen meditativen Zustand um den Geist von störenden Gedanken, Emotionen und Anderem zu befreien und das Gehirn auf das Folgende vorzubereiten.

2. Gebete werden zu Odin gesprochen, als Objekt der Konzentration (Warum Odin und nicht ein Bär oder ein Wolf oder etwas Anderes? Der Gangr wird von Odin ausgelöst, er ist der Inspirierende, der etwas von ausserhalb des Selbst ins Innere des Selbst bringt. Das ist "od" – Inspiration, Atem. Es aktiviert "Wod" – Raserei, Besessenheit, Wut – hier kommt der Wolf, der Bär oder was auch immer dazu. Odin ist ein übergeordnetes Konzept, grösser als der Tiergeist und hat daher einen stärkeren Einfluss auf den Geist.)

3. Der Tanz beginnt. Auch Springen oder Herumrennen wie ein Tier. Diese Tätigkeiten müssen mit der Konzentration übereinstimmen – wer ein Bär werden will muss sich wie ein Bär verhalten. Der Berserker muss mit Odin tanzen und Odin bringt das Tier im Inneren nach Aussen und der Tanz muss das ausdrücken. Das Ziel hierbei ist durch Bewegung grosser Muskelgruppen grosse Mengen Adrenalin freizusetzen und den Körper mit dem Geisteszustand zu vereinen, in Körper Geist und Seele eins zu werden mit dem Tier. Das äussere Gebaren muss dem Inneren Zustand entsprechen. Wer ein Wolf wird, muss heulen, knurren, springen, laufen, die Zähne fletschen etc.

4. Der Berserker beginnt mit weiteren Aktionen die den Adrenalinpegel steigern und den Geisteszustand vertiefen. Hyperventilation beginnt, um den Adrenalinspiegel zu erhöhen aber auch um das Blut mit Sauerstoff überzuversorgen, damit der Körper enorme Reserven an Treibstoff zur Verfügung hat, die er im Kommenden benutzen kann.
Knurren, Heulen und geknurrte Worte werden geäussert um das Tier weiter herauszubringen.
Aktionen welche Schmerz verursachen werden als Werkzeuge verwendet um den Adrenalinspiegel weiter zu steigern wie etwa das heftige Ziehen am Bart, in einen Schild beissen oder sich selbst mit scharfen Gegenständen verletzen. Gerade die Selbstverletzung durch oberflächliche Schnittwunden wurde als Opfer für Odin angesehen und war eine starke Verbindung zwischen Körper, Geist und Gottheit, da Odin Blut geopfert wurde. Ausserdem ist es einfach richtig, einem Gott zu opfern von dem du Hilfe erwartest. Verschiedene Körperhaltungen wurden vermutlich auch verwendet. Etwa Schultern und Kopf zurückwerfen und sich nach hinten verbiegen zu einer umgekehrten C Form bis es schmerzt. Das ist eine höchst effektive und harmlose Methode dem Gehirn eine lebensbedrohliche Situation vorzugaukeln, da nur wenige Pfund mehr Belastung ausreichen würden um die Wirbelsäule zu brechen. Ohne diese zusätzliche Belastung ist der Vorgang harmlos, was das Unterbewusstsein aber nicht weiss und in Panik verfällt, was noch mehr Adrenalinaustoss zur Folge hat. (Diese Technik habe ich auch im Kong Fu entdeckt, wo sie für ähnliche Zwecke verwendet wird)

Irgendwo im Verlauf des Prozesses werden die Rage, das angestaute Adrenalin und die Wut zu etwas ganz Anderem – der Gangr beginnt.

Wie ist ein Gangr?

Wie fühlt sich ein Gangr an? Was geschieht?

Was nun folgt, ist eine Beschreibung des Gangr wie ich ihn selbst als Berserker erlebt habe und wie ihn andere Berserker erlebt haben die ich kenne. Natürlich, durch Verwendung des oben beschriebenen Rituales, beginnt der Gangr mit der Gedankenstille, der Ruhe im Geist welcher durch die Meditation hervorgerufen wird.
Wenn das Tanzen, die Hyperventilation und das Knurren beginnt, ist das erste was man bemerkt, dass das Umfeld schärfer definiert erscheint, für die Sinne. Geräusche werden deutlicher, intensiver. Die Sinne schärfen sich. Die Gebete zu Odin sind eine Intellektualisierung.
Der Körper beginnt sich stark anzuspannen. Manchmal der gesamte Körper, manchmal einzelne Muskeln. Das kann dazu führen, dass die Finger sich klauenartig verkrampfen.
Als nächstes beginnen die Emotionen sich zuzuspitzen und viel stärker zu werden.
Die Atmung wird zuerst rasend schnell und sehr oberflächlich, wechselt dann zu sehr tiefer und langsamer Zwerchfellatmung.
Du beginnst die Umgebung, den Raum um dich herum völlig wahrzunehmen, nicht nur im Sichtfeld sondern um dich herum, sogar hinter dir. Kleinste Veränderungen im Luftdruck werden dir bewusst und lassen dich Objekte erkennen die sich auf dich zubewegen, selbst wenn du sie nicht sehen kannst.
Bei manchen Berserkern verändert sich sogar die Augenfarbe.

An diesem Punkt angelangt, beginnt dein Sichtfeld heller zu werden, manchmal sogar zu leuchten (Erweiterung der Pupillen) Du wirst High von deinen Emotionen und du erreichst einen Zustand tiefster Verbindung von Körper, Geist und Seele. In dieser Phase wird der Geist manchmal sehr instabil und anfällig für plötzliche Veränderungen. Halluzinationen können auftreten, etwa dass etwas direkt hinter dir steht oder auf deiner Schulter sitzt. Die Wut kann in Panik umschlagen. Viele hören auch Stimmen die ihnen zuflüstern, manche haben auch ein Gefühl als würden sie fallen.

Wird diese Phase überwunden beginnt die Phase der Psychetachia – ein Zustand in dem die Zeit ausserhalb des Körpers merkwürdig langsam zu verrinnen scheint. Objekte scheinen zu Boden zu schweben anstatt zu fallen. Dafür gibt es mehrere Ursachen:
Eine ist der enorm hohe Adrenalinpegel der sich jetzt im Körper befindet, welcher meistens die Hirnaktivität enorm steigert und so Arbeitsprozesse des Gehirns beschleunigt, und da einkommende Impulse schneller verarbeitet werden, scheinen sie langsamer zu sein. Ein weiterer ist, dass der Berserkergang eine primäre Funktion des Hinteren Gehirns ist, der primitivste Anteil des Gehirns. Je tiefer der Gangr wird, umso schwächer wird die Funktion des Frontallapens, des "menschlichsten" Anteils des Gehirns, bis zu dem Punkt wo er gänzlich abschaltet. Die Frontallappenprozesse sind extrem Ressourcenintensiv, langsam und träge. Wenn sie aufhören eingehende Impulse auszuwerten, zu beurteilen und mit diversen Erfahrungen zu vergleichen, gibt es viel weniger Ablenkung, kein "im Gedanken versinken" man ist völlig "wach" "klar" Frei von Gedanken. Die primitiven Funktionen des Thalamus und Hypothalamus, der "Hauptschalter" im Gehirn übernehmen die Führung. Das sind unbewusste, reagierende Funktionen (Reflexe) Es sind die Funktionen welche die Hand aus der heissen Pfanne ziehen noch bevor überhaupt eine Hitzeempfindung bemerkt wird. Funktionen die das Augenlid schliessen wenn sich etwas schnell auf das Auge zubewegt noch bevor man es sieht. Es sind auch die Auslöser für instintkives Verhalten und erlernte Verhaltensweisen. Diese können, mit Training, sehr komplexe Formen annehmen, aber da sie nur unterbewusst begriffen werden, arbeiten sie wesentlich schneller mit unterbewussten Geschwindigkeiten. Eine Art der "Unterbewusstein Entscheidungsfähigkeit" kann erlernt werden.
Weiters erreichen die elektronischen Potentiale in den Nervenzelle ihren Höhepunkt, wodurch selbst kleinste Wahrnehmungen ans Gehirn gesendet werden. Daher die stark gesteigerte Wahrnehmung der Sinne.

An diesem Punkt wird auch eine drastisch gesteigerte Stärke erlebt die einerseits auf dem hohen Adrenalinpegel beruht aber auch auf der stark verbesserten Koordinierung des Körpers und seiner Bewegungen. Immerhin, weniger verschwendete Energie bedeutet, dass mehr Energie genutzt werden kann. Die stark gesteigerte Schmerzresistenz trägt auch dazu bei, da man mehr Energie in eine Aktion legen kann, wenn sie weniger unangenehme Folgen hat. (Beispiel vom Übersetzer – ich habe begonnen Hauswände zu schlagen und das Mauerwerk mit blossen Fäusten deutlich zu demolieren. Die Verletzungen (Knorpelverletzungen, Schürfwunden, Prellungen) habe ich erst deutlich später registriert. Der Verlust von Angst (vor Schmerz) erlaubte mir auch deutlich härter auf solide Gegenstände (Baumstämme) einzuschlagen wodurch ich unglaubliche Ergebnisse erzielte da meine Muskeln ohne Rücksicht auf Verluste oder hemmende Impulse durchgezogen haben)

Zusätzlich dazu, beginnen Visionen zu erscheinen, die der vorhergehenden Kontemplation entsprechen. Es kann sein, dass man meint, Odin selbst würde an der Seite des Berserkers kämpfen, oder das Totemtier. Es kommt auch vor, dass der eigene Geist gänzlich zum Totemtier wird. Grunzen, Knurren, Bellen – all das kann vorkommen.
Alle Haare am Körper stellen sich auf und man bekommt Gänsehaut. Der Puls beginnt zu rasen (ich habe bei mir selbst und anderen Berserkern Werte zwischen 180 und 220 gemessen, bei Personen deren Ruhepuls zwischen 40 und 60 lag, was bei unsportlichen Personen schwere gesundheitliche Folgen haben kann)
Die Muskeln schwellen stark an (durch stärkere Nährstoff, Blut und "Kühlflüssigkeit"versorgung) Das Körpergewebe schwillt durch den Blutdruck stark an – zusammen mit den aufgestellten Haaren entsteht der Eindruck, der Berserker wäre plötzlich gewachsen und hätte an Masse zugelegt.
Das Gesicht färbt sich tiefrot.
Bei tiefen Gangrs platzen durch den Blutdruck Gefässe im Auge und ein dünner Blutfilm zieht sich über den Augapfel. Das Ergebnis davon ist, dass die Augen von aussen betrachtet tiefrot erscheinen, je nach Lichteinfall als rot leuchtend. Der Berserker selbst sieht im wahrsten Sinne rot – er blickt durch sein eigenes Blut, was die Umgebung in einen roten Schleier taucht.

Hier beginnt der Höhepunkt des Gangr, die Verwandlung. Durch den enormen Stress schreitet der Parasympaticus ein. Ein Gefühl unbeschreiblichen Glücks wird freigesetzt, der Einheitszustand wird erreicht. Die Visionen werden so stark, dass sie die physische Wahrnehmung komplett blocken und ausblenden können, selbst wenn die Augen offen sind. Der Berserker wird zum Wolf oder Bären. Emotionen werden rein. Zorn wird zu blinder Wut, Abneigung zu totalem Hass, Freude zu völliger Ekstase und absolutem Glück, Angst wird zu Terror, Panik und Liebe wird allumfassend. Das parasympathetische Nervensystem versucht den Körper wieder in Balance zu bringen und Schäden zu heilen. Durch den Zustand in dem sich Körper und Geist jetzt befinden, hat der Parasympaticus Zugang zu enormen Energiereserven um dies zu tun. Er ist nun fähig Risse und Wunden mit unglaublicher Geschwindigkeit zu heilen (in der Tat kann man bei besonders tiefen Gangrs direkt dabei zusehen wie sich Schnittwunden schliessen) Dies wiederrum steigert die Stärke erneut um ein vielfaches da der Berserker fähig wird seine Muskeln bis zu deren Totalversagen zu belasten, wodurch sie sich völlig verkrampfen, einreissen und verknoten und nur einen Moment später entkrampfen und entknoten sie sich wieder und man fühlt sich als hätte man sich tagelang ausgeruht.
Der Kraftzuwachs eines Berserkers erscheint übermenschlich, in der Tat nutzt er aber nur das volle Potential seines Körpers. Laut Physiologen und Sportwissenschaftern nutzen selbst Profisportler und Weltklassegewichtheber nur ca. 20% ihrer maximalen Muskelleistung (normale, untrainierte Menschen nur etwa 10-15%)
Während des Gangr werden jedoch alle Barrieren welche, zum Schutz des Körpers, die Muskelleistung auf ein Niveaus reduzieren, das der Organismus gut verarbeiten und heilen kann, abgeschalten. Dadurch dass Muskeln nicht mehr antagonistisch zueinander wirken und hemmende Impulse und Reflexe deaktiviert werden, steigt die Muskelleistung auf ein Niveaus, das der Struktur des Körpers schaden zufügt. Aber der Körper befindet sich, für das Unterbewusstsein, in einer Situation von Leben oder Tod und nimmt daher lieber Schaden in kauf als den Tod. Das Ergebnis ist, dass selbst "schmächtige" Berserker von 60 Kilo oder weniger, die sehr schwach wirken Kräfte freisetzen, die Profigewichtheber alt aussehen lassen.
Ein bekannteres Beispiel dafür wäre die Frau, die mit einer Hand ein Auto hochgehoben hat um ihr darunterliegendes Kind zu befreien und mit der anderen Hand das Kind hervorzog.

In diesem Stadium entsteht manchmal Schaum vorm Mund und einige Berserker beginnen stark zu sabbern. Psychetachia wird extrem. Die Muskeln entspannen sich und man fühlt sich ein wenig als käme man wieder in einen "bewussteren" Zustand. Der Berserker fühlt sich wie ein Flussbett durch das gewaltige Ströme an Emotion und Kraft hindurchrasen.
Der Berserker wird zu allem was er ansieht, erreicht eine Verschmelzung mit dem Objekt, unfähig das Objekt von sich selbst zu unterscheiden. Das verbessert die Koordination und Reaktion des Berserkers ins unglaubliche. Die Hand Auge Koordination wird perfekt, so dass er auf den Milimeter genau treffen kann. Wenn der Berserker sich im Kampf befindet, hat er nun eine direkt übernatürliche Begabung erreicht die Bewegungen seines Gegners vorherzusagen mit einer unglaublichen Genauigkeit. An den kleinsten Details vom Geräusch sich bewegender Kleidung, zu kleinsten Muskelbewegungen weiss der Berserker schon was sein Gegner tun wird noch bevor dieser es selbst weiss.
Der Berserker befindet sich jetzt in einem Zustand der "Wodkontrolle" Der Geist ist entspannt, frei, klar und fokussiert, die reinen Emotionen bieten eine unglaubliche Energieressource für schnelle Verarbeitung und Kraft. Das Objekt auf dass sich der Berserker einstellt wird zu seiner gesamten Welt, alles Andere hört auf zu existieren. Aber die Reflexe sind schnell genug und die Sinne scharf genug, dass der Berserker auf plötzliche und unerwartete Begebenheiten schnell und effektiv reagieren kann. (Laut alten Beschreibungen wurden im Rahmen des Trainings Berserker während dem Kampf mit Pfeilen beschossen die sie erfolgreich abwehren konnten, selbst wenn sie von hinten kamen)
Es ist ein Gefühl völligen Wachseins, viel wacher als man es im Alltag kennt. Wer es einmal erlebt hat wird sich selbst bei vollem Bewusstsein im Alltag als schlafend oder gerade erst aus den Träumen gerissen empfinden.
Alles ist wie es sein sollte, alles ist richtig.
Leider wird der Berserker, der hier allein von seinen Instinkten geleitet wird, eine Situation manchmal derart fehlinterpretieren und dermaßen falsch auffassen, dass er etwas völlig unpassendes oder komplett dummes tut. Darum ist Training so wichtig – um solche Fehlinterpretationen zu minimieren und zu lernen sich von einer bescheuerten Aktion schnell zu erholen.

Während des Gangr heizt sich der Körper extrem auf. Das kann im Kampf zu einem echten Problem werden. Berserker sind zwar hitzeresistent und können Temperaturen aushalten die Nichtberserkern einen Hitzschlag bescheren würden, aber auch deren Grenze ist schnell erreicht. Das ist meiner Meinung nach der wahre Grund dafür, weshalb Berserker ohne Rüstung, oder je nach dem sogar ganz ohne Kleidung, gekämpft haben.

Nach dem Gangr kommt die Erschöpfung. Die Erschöpfung ist proportional zur Länge und Intensität des Gangr (Immerhin, die Ganze Energie muss ja irgendwoher kommen)
Die Muskeln werden zu einer verknoteten Höllenqual, ein furchtbarer brennender, stechender Ganzkörperkrampf mit Muskelkater. Sehr oft ist der Berserker zu schwach um zu stehen. Eine Depression folgt, manchmal schwer. Es stellt sich ein Gefühl ein als wäre man Emotional zusammengeschlagen worden und man wird sehr reizbar.
Es ist eine sehr gute Idee von einem Berserker in der Erschöpfungsphase so fern zu bleiben wie möglich, nicht nur weil er sehr reizbar ist, sondern weil er aufgrund seiner emotionalen Sensiblität dazu neigt, andere Leute komplett falsch zu verstehen und ihre Absichten fehlzuinterpretieren.
Manchmal sind die Schmerzen so heftig, dass sie einen zweiten, leichteren Gangr auslösen nur um mit den Schmerzen fertig zu werden. Da meist nicht mehr genug Energie im Berserker ist um einen richtigen Gangr zu erleben ist dieser 2. Gangr ein sehr schönes Erlebnis. Dadurch kommt der Berserker langsam auf ein normales Niveaus runter. Das Einzige was diesen Erschöpfungszustand erträglich macht, ist das tiefe Gefühl von Zufriedenheit und Frieden, das ihn begleitet (ähnlich wie nach einem Orgasmus nur intensiver)
Jetzt empfiehlt es sich kalorienreiche und stark proteinhaltige Speisen zu sich zu nehmen und zu schlafen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 14. Mai 2013, 20:20 
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Initiation und Rituale:

Es is sehr schwierig diese Zustände zu erreichen, wenn man keine direkten Erfahrungen mit ihnen hat, und ohne eigene Erfahrungen ist genau da, wo jeder startet. Um Neophyten den Einstieg zu erleichtern, haben verschiedene Berserkergruppen diverse Initiationsrituale verwendet.
Wo die Aufzeichnungen für genauere Beschreibungen ausreichen, finden wir, dass der Initiand in lebensgefährliche Situationen gebracht wurde, die all seine Ressourcen beanspruchten um zu überleben. Das Element der Gefahr, des Müssens ist ein perfekter Auslöser für Adrenalinschübe, zusätzlich dazu der Fokus des Geistes, mehr erreichen zu müssen. In der Grettir Saga wirft Bjorn Grettirs Umhang in eine Bärenhöhle. Grettir muss nun allein und nur mit einem Messer bewaffnet in die Höhle des Bären gehen und den Bären töten – und mit einer dessen Pranken als Beweis seiner Tat zurückkehren. Bronzehelme aus Schweden zeigen Männer, die unbewaffnet mit Bären ringen. (Erst neulich war ein Artikel in der Zeitung über einen Russen der unbewaffnet einen Bären in die Flucht schlug) In der Hrolf Kraki Saga kämpft Hrolf mit einem "Schein"monster aus dem selben Grund (Kameraden haben sich schlichtweg verkleidet, was er natürlich nicht wusste)

Als ich mich mit dem Berserkergang auseinandersetzte merkte ich, dass auch ich ein Initiationsritual benötigen würde. Ich habe dafür einen Ort gewählt der mir die passende Atmosphäre zu vermitteln schien (ich wählte eine Geisterstadt die seit Jahrhunderten verlassen war. Die Bevölkerung floh weil angeblich viele Werwölfe die Stadt heimsuchten)
Das sollte in mir Angst und passende Assoziationen auslösen.
Weiters habe ich den ganzen vorangehenden Monat mit Studium und Gebet verbracht.
Im Zentrum der Stadt wirkte ich dann einen russischen Zauberspruch um selbst ein Werwolf zu werden. (Oder Oborot wie dort genannt) Die Zauberworte während einem Ritual helfen, den geist zu fokussieren und auf das Ziel auszurichten, ihn für das kommende Ereignis zu öffnen.
Nach dem Ritual (das beinhaltete ein selbstgeschmiedetes Kupferschwert in einen Baum zu stecken und mehrfach darüber zu springen) ging ich zu einem grösseren Lagerfeuer das ich zuvor errichtet hatte. Dann schwor ich meine Hand solange in die Flamme zu halten, bis die Verwandlung vollzogen sei und sie nicht eher herauszuziehen bis ich nicht im Gangr war. Ich wählte diese Methode da sie enorme Schmerzen und ein starkes Gefühl der Gefahr verursacht, ohne mich bei einem Fehlschlag umzubringen. Es schien mir ein guter Kompromiss zwischen Effektivität und Sicherheit zu sein. Ich betete zu Odin, kniete mich hin und hielt meine Hand ins Feuer. Der Schmerz war unerträglich aber ich hielt zu meinem Schwur und meiner Absicht und behielt die Hand im Feuer. Ich schrie laut auf und der Schmerz war nicht mehr auszuhalten, das verursachte ein unbeschreibliches Gefühl aus Panik und Wut und ich hielt durch. Aus dem Schrei wurde ein Geheul und ich wurde ein Wolf.

Ein Wort der Warnung: Ich habe bereits Initiationsrituale bei Anderen durchgeführt und es scheint, dass nur "geborene" Berserker aufgrund ihrer natürlichen Feuerresistenz dieses Ritual unbeschadet durchführen können. Ein interessierter Initiand der keine Eigenschaften eines Berserkers aufwies, hat zwar den Gangr erlebt, aber hätte beinahe seine Hand verloren. Er zuckte vom Schmerz zurück, hielt sie erneut ins Feuer und seine Hand riss auf, kochendes Blut spritzte ins Feuer und er trat in den Gangr ein. Als er wieder unten war, konnte er medizinisch versorgt werden und es brauchte 2 Operationen und 1 Jahr Genesung um die Hand wieder in funktionsfähigen Zustand zu versetzen.

Des weiteren scheinen Menschen die nicht zum Berserkerdasein "geboren" sind, das Erlebnis als so unsagbar schrecklich und höllisch zu erleben, dass sie nie wieder etwas damit zu tun haben wollen oder gar psychische Traumata davontragen die sie verfolgen. Bei manchen schlägt der Gangr in "Rotschreck" um – aus totaler Wut wird totale Panik mit all ihren äusserst unangenehmen Eigenschaften und furchtbaren Folgen für Körper und Psyche.

Als Berserker geboren:

Es gibt noch ein weiteres Element des Berserkergangs und der Berserker das in den Mythen erwähnt wird. Fast überall wird von Berserkern gesagt, dass sie als Berserker geboren sind. Es scheint, dass, obwohl es verschiedene Initiationsrituale und Techniken gibt um den Berserkergang hervorzurufen, schon etwas "im Inneren" des angehenden Berserkers sein muss, damit es klappt. Die Mythen beschreiben auch, dass Menschen die keine geborenen Berserker waren, die Initiationsrituale meist nicht oder nur schwer verletzt überlebten, während die geborenen Berserker die selben Rituale meist unverletzt oder leicht verletzt überstanden.
Aber woher weiss man, ob man dazu geboren ist oder nicht? Ich werde hier meine eigenen Erfahrungen, die Erfahrungen anderer mir bekannter Berserker und der Mythen heranziehen um das zu beantworten.

Ich war immer anders, als andere Menschen. Ich wusste zu Anfang nicht was es war, aber mit der Zeit habe ich es langsam verstanden. Ich habe alles anders gefühlt und erlebt. Ich hatte keine "normalen" Emotionen, es schien als wäre ich unfähig ein "gesundes" Level an Emotion zu empfinden. Ich habe mich nicht gut oder glücklich gefühlt sondern war extrem entuisiastisch über alles was ich anfing (was eine Quelle steten Frusts war da niemand meinen Enthusiuasmus teilte)
War nie nur zornig, ich war hochagressiv und voller Wut. Ich war nie von Dingen beunruhigt sondern reagierte panisch (viele Phobien) Als Erwachsener hatte ich viele Probleme, weil ich mich so schnell und leicht verliebte. Und nicht nur ein bisschen verliebte, ich war bereit alles dafür aufzugeben. Ich war unfähig meine Emotionen zu zügeln, sie auf einem Level zu empfinden wie es die anderen Menschen tun. Das führte dazu, dass die meisten Menschen mich als emotionslos einstuften und mir unterstellten überhaupt keine Emotionen zu haben, weil ich gezwungen war, da ich keine bessere Idee hatte, meine Emotionen komplett zu verbergen und zu verschliessen.
Es führte sogar soweit, dass bei mir das Aspergersyndrom diagnostiziert wurde.

Mein erstes Erlebnis mit dem Berserkergang hatte ich im Alter von 7 Jahren. Ich war in der 2. Klasse und wurde regelmässig von einem Viertklässler gedemütigt, eingeschüchtert und weggejagt. Eines Tages trieb er es etwas zu weit. Diesmal rannte ich nicht weg. Das letzte woran ich mich erinnere ist der tiefe Hass zu ihm, der starke Anstieg meiner Energie und dass meine Sicht rot wurde (das liegt am hohen Druck in den Capilaren im Auge – man sieht durch sein eigenes Blut) Dann wurde alles schwarz. Als ich wieder zu mir kam waren wir Gegenüber vom Schulhof, ich hielt seinen Kopf an den Haaren und schlug seinen Kopf wieder und wieder gegen die Mauer des Gebäudes. Wir waren beide voller Blut. Ich war nicht einfach am kämpfen, ich wollte ihn umbringen. Es brauchte 6 ältere Kinder um mich von ihm wegzuziehen. Sie sagten mir er hätte geschrien und versucht wegzurennen allein wegen meinem Gesichtsausdruck. Anscheinend habe ich ihn 3 mal um das gesamte Schulgebäude gejagt bis ich ihn erwischte. Nach diesem Vorfall wurden er und ich Freunde.

Dieses Erlebnis hat mich aus mehreren Gründen erschreckt. Ich wurde besessen von der Angst, die Kontrolle zu verlieren. Und meine Emotionen hatten sich verändert, ich schien mehr zu sein....alles.
Ich wurde schneller wütend, konnte schneller lachen, und fürchtete mich schneller. Das wurde durch weitere Gangrs verstärkt und besonders dadurch, dass ich keine Ahnung hatte was mit mir los war. Ich konnte mit dem Sturm meiner Emotionen nicht mehr umgehen und schaltete sie ab. Ich wurde unfähig mit anderen Menschen zu sprechen und mied Gesellschaft. Ich verfiel einer tiefen Depression die mich oft an den Rand des Selbstmordes trieb. Erst im Erwachsenenalter wurde ich davon befreit. All die Jahre verbrachte ich unfähig, andere Menschen, ihre Motive oder Emotionen zu verstehen. Und niemand schien meine zu verstehen. (Obwohl manches davon wohl einfach die übliche Teenagerdummheit war) Ich glaube ich habe meine Eltern in den Wahnsinn getrieben. Ich bin mir sicher, dass sie sich oft gefragt haben ob ich ein Psychopath bin oder einfach nur Irre. Als Teenager hatte ich oft Visionen und driftete ab in seltsame Bewusstseinszustände in denen ich mich für einen Wolf hielt.

Ich begann langsam zu verstehen was ich war, als mein Vater begann mir Geschichten zu erzählen. Er erzählte mir von Berserkern, aber gänzlich ohne religiöse oder animalische Aspekte. Er sagte mir, in unseren Familiengeschichten heisst es, dass Berserkerblut in uns fliesst. Ich dachte mir, es müsse irgendwas mit dem zu tun haben was ich erlebte, aber damals schenkte ich dem nicht viel Beachtung. Ich begann dann Asatru zu praktizieren, mit einem kurzen Abstecher in Wicca. Ich fühlte mich zu Odin hingezogen, wie ein Priester. Ich weihte mich ihm, erst in oberflächlicher Weise, später mit viel mehr Tiefgang. Ich versuchte Seidh zu praktizieren aber ich brauchte Jahre um ein System zu entwickeln das mit den alten Beschreibungen übereinstimmte und obendrein funktionierte. Ich begann mich Odin als Seidh-mann zuzuwenden. Ich begriff, dass es einen noch intimeren Weg geben musste mit Odin zusammenzuarbeiten und studien darüber, die Beziehung zu Odin zu vertiefen, brachten mit auf den Berserkergang. Das erinnerte mich an die Geschichten meines Vaters und meine Kindheitserlebnisse und ich zog aus, um eine Initiation zu suchen.

Viele Berserker mit denen ich gesprochen oder geschrieben habe, teilten die folgenden Charakteristiken:
Die "Maximum" oder "völlig ohne" Emotion. Kein Mittelmaß, entweder völlig involviert oder völlig unbeteiligt, emotional. Auch geistig verfolgen sie ein Ziel entweder völlig, oder gar nicht.
Die erhöhte Reizbarkeit und emotionale Sensibilität nach einem Gangr.
Die Problematik mit anderen Menschen – deren Gefühlslage richtig einzuschätzen oder mit ihnen umzugehen.
Die Erfahrung von Psychetachia und erhöhter Stärke sowie die scharfen Sinne.
Visionen von diversen Wesen.
Viele erleben sich mehr oder weniger als ein Tier.
Alle fühlen, dass sie so geboren sind wie sie sind ohne eine echte Möglichkeit sich zu verändern oder dieses Erbe abzulegen.
Sehr breite Schultern und ein muskulöser Körperbau (selbst im unsportlichen Zustand) sind weit verbreitet unter Berserkern. Es wird spekuliert, dass die breiten Schultern eine adaptiver Bestandteil von Berserkern ist der in ihren Genen liegt, eine Anpassung an den Gangr der eine grössere Lungenkapazität ermöglicht während die Muskulatur grösserem Stress standhält.
Ungewöhnliche, hässliche Merkmale sind verbreitet – sehr grosse Nasen, tiefliegende Augen, asymetrische Gesichter etc. Viele Berserker neigen auch zu starker Körperbehaarung oder haben nur eine zusammengewachsene Augenbraue. Die meisten Berserker sind entweder gross und muskulös oder klein und sehr sehnig.
Berserker sind vermehrt in kampflastigen Berufen zu finden – ich kenne Soldaten, darunter Navy Seals, aber auch Kampfsportler die Berserker sind. Zivile Berufe sind auch vertreten aber viele Berserker versuchen ihre speziellen Gaben in Bereichen zu nutzen wo sie willkommen sind. Ausserhalb von Kämpfen sind die üblichen Berserkereigenschaften eher hinderlich oder sogar gefährlich.

Es kann möglich sein, dass Menschen die keine geborenen Berserker sind, lernen können Berserker zu sein aber von allen Initiationen die ich gemacht habe, hat noch kein einziger "Nichtberserker" den Weg verfolgen können – entweder war es ihm unmöglich den Gangr auszulösen, oder er wollte nach dem Erlebnis nie wieder etwas damit zu tun haben. Geborene Berserker hingegen scheinen diesen Zustand zu geniessen, empfinden ihn als ein herrliches Gefühl, ihre wahre Natur.

Ich glaube es ist möglich als nichtgeborener Berserker den Gangr zu erlernen aber ich bezweifle, dass es ratsam oder erstrebenswert ist.
Berserker können sehr schnell emotionale Blockaden und Probleme aufbauen und befinden sich in einer sehr starken Geist – Körper Beziehung die gegen sie arbeitet. Alle Arten von psychosomatischen Krankheiten können entstehen und zu langfristigen Gesundheitsproblemen werden. Viele Berserker die ich kenne leiden unter einer, oder mehreren psychosomatischen Krankheiten. Kein Berserker den ich kenne ist neurotypisch – alle Arten von geistigen Problematiken werden bei uns festgestellt.

Was der Berserkergang für mich bedeutet:

Was bedeutet der Berserkergang für mich? Ich bin ein Ulfhedinn und der Wolf ist das Symbol für die Welten der Toten aber für die Toten selbst, und für den Psychopompos, für die alten Nordischen.
Daher erlebe ich den Einheitszustand als eine Verschmelzung mit Odin und dem Weltenbaum Yggdrasil, Hangatyr. Ich erlebe ihn als Vegtam, der ins Reich der Toten reiste um eine verstorbene Seherin um Rat zu fragen über das was verborgen ist. Ich erlebe ihn als Wod, den Führer der wilden Jagd. (Andere Tierberserker haben andere Beziehungen und Erfahrungen zu ihm)
Die Einheit mit ihm, der Tanz mit ihm bringt in mir den Wolf hervor. Es ist unmöglich zu beschreiben wie dieses Erlebnis sich anfühlt, gegenüber jemandem der keine vergleichbare Erfahrung hatte, zudem ist es eine Rune, ein Mysterium über das nicht gesprochen werden sollte.
Es wurde die Wurzel meines religiösen Lebens, meiner Anbetung. Es ist eine aktive Form des Gebets. Es ist ein Erfahren Odins auf eine weise, die sich nicht intelektuell erfassen lässt. Und es hat mir so viele Vorteile auf so viele weisen gebracht. Ich wurde nie wieder krank, NIE wieder und früher war ich sehr oft krank, vor allem im Winter, jeden Winter. Meine Rückenschmerzen sind verschwunden. Mein Energielevel ist viel höher. Meine Depression ist verschwunden. Alle Teile von mir passen zusammen. Ich fühle mich ganz, auf eine Weise wie ich sie nie für möglich gehalten hätte. Ich nahm sie an, diese Kräfte die mich zerrissen, und lernte sie zu nutzen, sie für mich arbeiten zu lassen. Ich bin ein Berserker weil ich keine andere Wahl habe, es ist was ich bin.

Welchen nutzen bringt der Berserker in der Gesellschaft?

Welche Vorteile hat es, Berserker zu sein, in einem gesellschaftlichen Kontext? Es gibt 2 Arten auf die das möglich ist. Eine ist, dass diese Praktiken als "Ventile" dienen für jene die zu "Anders" sind um sich in die Gesellschaft zu integrieren, Menschen die ihre Energie ansonsten auf eine zerstörerische Art rauslassen würden.
Die Andere Möglichkeit ist jedoch die wirklich Bedeutsame, denn sie stellt die Funktion dar, die Odin selbst in der Gesellschaft vertritt. Das ist die Rolle des Seidhmannes (Magiers) des Gesetzlosen, des Ausgestossenen, eine Person die absichtlich ausserhalb der Gesellschaft lebt um sich zu entwickeln. Das was statisch ist, ist tot. Leben ist Veränderung, Wachstum, Evolution. Aber es ist schwierig innerhalb der Gesellschaft zu wachsen, da die Gesellschaft dazu tendiert konservativ zu sein und an alten Werten festzuhalten. Daher braucht die Gesellschaft öfter einen Aussenseiter, jemanden der das Neue bringen kann, dass was in den Utgards (Aussenwelten) in die Inngards bringt (Innenwelten)

Ein Beispiel dafür in der Moderne ist Albert Einstein, ein autodidaktischer Wissenschafter der kam als die Wissenschaft einen Stillstand erreichte, unfähig sich weiter zu entwickeln.
Viele der modernen wissenschaftlichen Errungenschaften und Technologien existieren nur, weil er kam und die Dinge von einer völlig neuen Sichtweise aus betrachtete. Der Berserkergang ist ein grossartiger Kanal für Kraft und Inspiration, der in viele Richtungen gelenkt werden kann. Jedes Unternehmen, das der Berserker verfolgt, kann dadurch viel effektiver angegangen werden und sind deutlich einfacher, selbst hochintelektuelle Leistungen wie Wissenschaft, Kunst oder Poesie. Aber es hat einen Preis und jeder der es nutzen will muss sein Leben darauf ausrichten, damit fertig zu werden, eine Aufgabe die nicht immer einfach ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 16. Mai 2013, 07:40 
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Zwei Arten des Einheitszustandes:

Der ekstatische Zustand der hier beschrieben wurde, ist er ekstatische Zustand Odins als Wod, der Rasende, der Besessene, der Inspirierte. Es ist ein Feuer im Geist und im Blut. Aber das ist eigentlich nur eine Phase, eine Art des Einheitszustandes.
Die Andere Art beinhaltet die Abschaltung des OAB in beiden Bereichen, ein kompletter Ausfall, was zu einem Erlebnis führt in dem absolut nichts wahrgenommen wird, weder das Selbst noch irgendetwas anderes, nicht einmal Raum oder Zeit. Ich bezeichne diesen Zustand als Erleben Odins als Helblindi – der Unterweltblinde. (Ich kenne keine Aufzeichnung die erklärt warum er so heisst, aber der Name beschreibt diesen Zustand wunderbar) Es ist als müsste man Odin zuerst als Wod begegnen, das Blut brennt und der Geist wird so aufgewühlt, dass er alles beinhaltet. Und alles beinhaltet so viel Dunkelheiten wie Lichter, so viel Heilungen wie Erkrankungen, so viel Positives wie Negatives. Es beinhaltet alles und dessen Gegenteil und schliesst sich dadurch selbst aus. Eine tiefe Dunkelheit, schwärzer als die tiefste Nacht bricht im Inneren an. Das Feuer verbrennt sich selbst, das Ego und die gesamte Welt. So wie Vegtam Odin nach Hel fällt und dort zu Helblindi wird.

Der Effekt den das auf den Gangr hat ist überwältigend. Die Schwellung der Muskeln und des Gewebes geht zurück, die Körperbehaarung legt sich wieder hin, die Atmung wird ruhig, der Körper entspannt. Aber der Geist kehrt nicht sofort zurück, und wenn ein kleiner Makel im Helblindi zustand auftritt, bringt dies den Berserker daraus zurück und der Geist erinnert, klammert sich an das woran er sich noch erinnern kann, das letzte Ereignis vor dem Eintritt in den Helblindi. Und das ist das Wod des Gangr. Aber der Geist ist jetzt anders. Er hat nur ein Modell, ein Abbild der Information die es beinhaltete. Viele Details sind verloren. Und darin liegt die Stärke dieses Zustandes. Der Geist ist ruhig, klar, still – helblind. Es gibt keine Blockaden, keine Ablenkungen weder emotional noch intelektuell, nichts was den Gangr verfälscht, verdunkelt oder interpretiert.
Und weil viele Details verloren gingen, ist der Zustand rein. Man wird fähig zwischen beiden Zuständen beliebig zu wechseln, auf und ab zu klettern wie bei einer Leiter. Man wird zu Wod, verbrennt sich selbst und wird helblind, das reinigt den Geist und gibt Kraft, man wird wieder zu Wod, verbrennt die Kraft und wird helblind und so weiter.

Man kann diesen Zustand noch weiter vertiefen wenn man lernt, den Geist zu spalten und beide Zustände in verschiedenen Bereichen aufrecht zu erhalten wodurch sich das Gesichtsfeld in 2 Bereiche aufteilt und viel mehr, was man aber nicht in Worten beschreiben kann.

Es gibt drei Arten wie ein Berserker mit dem Gangr umgehen kann.
Eine ist, ihn komplett zu ignorieren und zu verdrängen. Ich rate davon ab, es führt zu viel Leid.
Die Zweite ist, gerade so viel zu lernen, dass man ihn kontrollieren kann und nicht einfach darin verfällt. Das heisst, nicht unbeabsichtigt den Gangr zu betreten und ihn, in passenden Situationen, bewusst hervorzurufen. Das kann man sehr schnell lernen und beinhaltet Techniken wie rapides Atmen, auf Dinge einschlagen oder sich fest abzuklopfen etc.
Die Dritte ist, den Gangr als Teil des eigenen Lebens anzunehmen, eine religiöse Praxis daraus zu machen oder eine Kampfkunst.

Trainingstechniken:

Für diejenigen, welche die 3. Herangehensweise bevorzugen, führe ich ein paar Trainingstechniken an, die ich selbst benutze.
Die Einfachste ist, grosse Steine über Distanzen zu werfen. Es ist eine wunderbare Methode um Geist und Körper auf eine Art zu kombinieren in der man lernt im richtigen Moment die richtige Menge an Kraft aufzuwenden. Ich verwende dafür Steine mit einem Gewicht von 20 bis 60 Kilo, je nachdem was ich genau trainieren möchte.
Eine weitere Methode wäre, Münzen an Fäden aufzuhängen und an der Decke kreisförmig anzuordnen. Hstelle dich darunter und benutze die Spitze eines Messers um sie in bewegung zu versetzen. Achte darauf dass sie alle in Bewegung bleiben und weder dich treffen, noch sich ineinander verstricken. Das lehrt die feine Kontrolle der Psychotachia. Versuche das Gleiche mit Münzen oder kleinen Steinen im Freien und Stelle dich für die Übung auf "Affenpfähle" – Holzpfosten die im Boden verankert sind auf welche du dich stellst (bekannt aus diversen Martial Arts Filmen) das trainiert das Gleichgewicht.
Anschliessend versuche das Ganze mit weniger Münzen aber mit Augenbinde, so dass du die Münzen am Geräusch und Luftdruck erkennen musst. Das schärft deine Sinne.
Das Wichtigste, das es zu erlernen gilt ist aber was ich den Dagaz Moment nenne. Dagaz bedeutet "Dämmerung" Der Moment an dem etwas, zu etwas Anderem wird. Der Grund ist, dass es nicht 2 Arten von Gedächtnis gibt wie allgemein angenommen, sondern drei. Das Langzeitgedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Arbeitsgedächtnis. Letzteres reicht vom Bruchteil einer Sekunde bis zu wenigen Minuten nach einem Ereignis. Es ist ein unterbewusst arbeitendes Gedächtnis das enormen Detailreichtum besitzt. Es scheint als würde dieses Gedächtnis keine Grenzen an Detailvielfalt kennen (eventuell ist ein photographisches / eidetisches Gedächtnis nur das Ergebnis eines unbegrenzt aufzeichnenden Arbeitsgedächtnisses)
Das Arbeitsgedächtnis tut jedenfalls etwas wesentliches nicht – es interpretiert nicht. Das Aufgenommene wird nicht verarbeitet, gedeutet und in Schubladen gepackt sondern bleibt genau so in Erinnerung, wie es war, ohne individuelle Färbung durch Bezüge zum Erlebten.
In diesem Gedächtnis arbeitet der Geist mit einer Art dauerhaftem Einheitszustand, weil das Erlebte nicht gedeutet wird und dadurch mögliche Fehlerquellen nicht entstehen.
Durch Training lernt man dieses Gedächtnis auf immer grössere Zeitspannen auszudehnen und das erleichtert es, den Gangr bewusst und auf Kommando hervorzurufen.

Eine Lektion der Vergangenheit:

Eine weitere Lektion die es zu erlernen gilt, ist eine Lektion unserer Vorfahren. Es gibt öfter Berichte darüber, dass Berserker während des Gangrs Taten vollbracht haben, die sie hinterher, als sie ihr "Bewusstsein" wiedererlangten schwer bereut haben. Manche waren auch so gemeine Tyrannen, dass sie keinerlei Reue mehr empfanden. Das geschah, weil sie den leichten Weg zum Gangr wählten und reiner Wut erlaubten, ihr Tor zum Gangr zu sein. Wenn die reine Wut den Einheitszustand auslöst, kann der Gangr ein furchtbares Monster erschaffen, ein grauenvolles Erlebnis. Transzendente Raserei erfordert ein gewisses Maß an Disziplinlosigkeit und das Ergebnis war, dass Berserker im "Kampfrausch" manchmal Freund von Feind nicht unterscheiden konnten und alles niederstreckten was ihren Weg kreuzte.

Aber man kann auch auf andere Emotionen zurückgreiffen. Ich benutze eine Kombination aus Wut, Liebe, Angst und Gier (Letzteres weil Odins Wölfe Geri und Freki heissen – übersetzt bedeutet es gierig und verschlingend) Das erlaubt einen ausbalancierteren aber starken Gangr (gleichstark, glaube ich zumindest) Also praktizieren wir nicht genau das, was unsere Ahnen praktizierten aber ich finde es passt, denn auch Odin hat sich verändert.

Als Schlussfolgerung habe ich nicht mehr viel zu sagen. Ich würde mein Leben gegen kein anderes tauschen, obwohl die Konsequenzen oft höllisch sind. Wenn du eine Wahl hast würde ich dir empfehlen, diesen Weg nicht zu beschreiten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 16. Mai 2013, 07:49 
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Alchimist
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Sorry Estar habe das Thema schon gelesen war auch Interessant auch ,wenn lange Texte manch mal müheselig sind.
Antworten kann ich dazu nicht ,weil ist an sich nur Bericht über Zustände kann man schlecht Diskutieren klingt für mich aber bis jetzt schon nachvollziebar .


Einfach sehr schön beschrieben die magische Arbeit auch Erklärung warum was getann wurde dabei war gut.

Nur meinst du nicht das Atavismen Techniken nicht etwas gefährlich sind sie so per Einleitung weiter zu geben,allein schon das es bei Menschen die über Ihre Kraft gehen am Ende schon mit 40-50 Erscheinugen geben kann wie spitzen Sportler die haben,ich denke da an sowas wie Hirnschäden bei Fussballern :)

Der Körper bekommt dadurch zu große abnutzung ,weil die Belastung sehr groß ist würde sagen extrem.




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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 16. Mai 2013, 08:15 
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Darum steht ganz oben der Haftungsauschluss - diese Techniken anzuwenden kann zu gesundheitlichen Problemen und Verletzungen aller Art führen weshalbd avon abgeraten wird - wers meint tun zu müssen tuts auf eigenes Risiko. Und zugegeben, im Vergleich zu den Antiken Methoden wie Bärenwrestling ist es noch recht harmlos^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 16. Mai 2013, 08:31 
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Alchimist
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Du bist ja mir einer :D habe Trennen vor *lachen *

Sehe dich demnächst Waffeneinleitung posten mit dem Satz: Dies ist eine rein technische Beschreibung Eltern haften für ihre Kinder ,Erwachsene für ihr verhalten XD




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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 16. Mai 2013, 09:17 
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Weise Frau
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Freund hat geschrieben:
Zitat:
Darum steht ganz oben der Haftungsauschluss


Du bist ja mir einer :D habe Trennen vor *lachen *

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LG Freund


*grins* im Prinzip wäre es aber die Wahrheit. Ein Schwert ist nunmal nur ein scharfes Stück Metall - nichts weiter. Alles andere macht der Mensch mit seinem Verhalten daraus.

(sorry, konnte dem kleinen Offtopic nicht widerstehen)

Ontopic:
Ich gestehe, für den langen Text fehlt mir (noch) die Muße :anbet . Dass der Mensch weit mehr kann als die meisten glauben - vor allem wenn er es schafft Schutz- und Kontrollmechanismen ausser Kraft zu setzten, sollte klar sein. Ich würde Berserk in die Kategorie "Arten der Trance" , gleich neben Seidhr schieben.

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Ich kann nur für mich sprechen - dein Weg mag ein anderer sein.
Aber vielleicht erkennst du manches wieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 26. Feb 2017, 17:27 
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Irrlicht
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Beiträge: 1
Geschlecht: nicht angegeben
Wer das hier liest und auch ein bisschen stärker ist :) und Winter immer sau müde!!! bitte melden
Liebe Grüße Hybrid


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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 5. Mär 2017, 11:45 
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Wissende
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Geschlecht: weiblich
Estar hat geschrieben:
Hallo allerseits,

habe vor kurzem eine Site gefunden die ich mit euch teilen möchte. Ich arbeite inzwischen mit dem Leiter des Projektes zusammen

Bei der Übersetzung habe ich ergänzend mein eigenes Wissen hinzugefügt und etwas erweitert.

Aber beginnen wir:

Haftungsausschluss & Warnung:

Die Praktiken und Informationen die auf dieser Site präsentiert werden, sind das Ergebnis jahrelanger Studien und Hingabe, sowie das tiefergehende Verständnis der involvierten Risiken. Die Beschreibungen dienen lediglich dem Zweck der Information.

Das Praktizieren der Techniken die auf dieser Site vorgestellt werden führt mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, eventuell schweren Verletzungen oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen und eventuell dem Tod. Ich rate DRINGEND davon ab.


darf ich fragen ob du diese Arbeit an dir ausprobiert hast..?...und wenn diese gefährlich sind, ist es dann sinnvoll sich damit zu beschäftigen..?..was ist das Ziel dieser Arbeit.?

_________________
.


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 Betreff des Beitrags: Re: Berserker & Erleuchtung
BeitragVerfasst: 5. Mär 2017, 13:35 
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Magier
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Ja ich habs probiert aber ich bin nicht sehr gut darin ich kann den Zustand nur wenige Sekunden halten.

Wie sinnvoll es ist sich damit zu beschäftigen muss sich jeder für sich Fragen. Das Ziel der Arbeit ist es die grenzen des Körpers überschreiten zu können, den geist über den Körper zu erheben und sich selbst so zu beherrschen, dass man tatsächlich das maximale Potential seines Körpers nutzen kann, es ist eine Art totale Kontrolle über den Körper und seine Funktionen sowie eine Erweiterung des Geistes, ein bewusst werden über Dinge wie Bewusstsein und zeit. Aus spiritueller SIcht heisst der Berserkergang ein eins werden mit seiner Umgebung, das Ich, das Selbst vergessen und die zeit zu durchdringen

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