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 Betreff des Beitrags: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 14. Jul 2014, 10:18 
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Hallo zusammen,
ich beschäftige mich mit der Geschichte der Kabbala (Qabalah) und bin auf der Suche nach dem ersten Erscheinen des Sephirot-Baumes, so wie wir ihn heute kennen (ohne Daath).
Durch die mündliche Weitergabe kann die Entstehungszeit der Ideen nicht festgestellt werden, aber die graphische Darstellung sollte da einfacher einzugrenzen sein.
Hat also jemand eine Idee, wann es die erste Veröffentlichung mit Darstellung des Sephirot-Baumes gegeben hat?

Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Gruß
Castiglio


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 14. Jul 2014, 11:32 
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Magier
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Das kommt darauf an...so wie wir ihn heute kennen dürfte er nicht allzu alt sein, vielleicht 100 Jahre. Der Baum an und für sich könnte aber einige Jahrtausende vor der Entstehung des jüdischen Volkes zurückdatieren, da einige indogermanische Völker ein ähnliches Bild eines Lebensbaumes haben wie etwa die Germanen. Da ist anzunehmen, dass der kabbalistische Baum weitaus älter ist als die Kabbalah selbst

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Namaste

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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 14. Jul 2014, 13:37 
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Akolyth
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Einig Eckdaten zum Baum weil ich mich vor einigen Wochen mal mit der nachhaltigen Entwicklung des Baums beschäftigt hatte.

Es gibt zunächst 2 Arten der Bäume. Einmal den zur Zeit von Luria (1534-1572) , wo Hod und Netzach noch nicht mit Malkuth verbunden wurde. Statt dessen wurde Chokmah mit Geburah und Binah mit Chesed verbunden.

http://www.kabbala-info.net/deutsch/ram ... erirot.htm

Die Pfade wurden in diesem alten Baum noch nach einem anderen System bezeichnet.
So wurden die Querverbindungen von denen es 3 Stück gibt (Netzach-Hod ; Geburah-Chesed ; Binah-Chokmah) mit den 3 Mutterbuchstaben bezeichnet. Oben Shin (Feuer), unten Mem (Wasser) und dazwichen Aleph (Luft als Vermittler ziwschen den Beiden).
Den 12 senkrechten Pfaden wurden die 7 doppleten hebräischen Buchstaben zugewiesen und die restlichen 12 einzelnen dann den diagonalen Pfaden.

Spätere Systeme änderten dann die Pfadverbindungen indem Hod und Netzach mit Malkuth verbunden wurden. Binah Chesed und Chokmah Geburah fielen weg. Die Pfadbezeichnungen blieben erhalten bzw. bei den diagonalen Verbindungen wurde etwas umsortiert.
Dieser Baum wird heute noch in jüdisch ausgerichteten Kabbalah Lehren benutzt.

Nun gab es aber auch eine Christianisierung der Kabbalah. Kircher (1602 - 1680) fand es recht interessant christliche Aspekte mit denen der Kabbalah zu vereinen und schuf einen Baum mit einen völlig anderen Pfadbezeichnungen. Die Pfadverbindungen wurden auch nicht die von Luria sondern die wo Malkuth mit Hod und Netzach verbunden ist.
Hier der Baum: http://campani.greatnow.com/

Dann kam da noch der französische Okkultist Levi zum Zuge und verband die hermetischen Aspekte noch mit denen des christlichen und jüdischen Baums, orientierte sich an den Pfadbezeichnungen aber unmittelbar an Kircher. Jedoch brachte er noch etwas ganz Besonderes in den Baum hinein. Den Tarot. Er fand, dass die 22 Trümpfe ganz wunderbar zu den 22 Pfaden passten und die Hofkarten zu den 4 Welten und die 10 Zahlenkarten wunderbar zu den 10 Sephira.
Dieses System könnte man heute als hermetische Kabbalah bezeichnen.
Dieses System wurde dann von Papus nochmals eingehend untersucht und fand bald den Weg nach England wo es von Mathers nochmals einen letzten Schliff bekam um dann innerhalb des Golden Dawn gelehrt wurde und nach dem Zerfall von anderen Nachfolgeorden ebenso verwendet, wobei da an einigen Pfaden bezüglich der Tarottrumpfzuordnung noch rumverändert wurde und nach der Offenlegung des Golden Dawn Materials durch Regardie seinen Weg in ander magische Schulen und die Psychotheraphie fand.

Soweit meine bisherigen Recherchen.

Wann der Baum das erste Mal als Bild auftrat kann man mit Gewissheit sagen bei Luria also irgendwann um 1550 rum. Schaut man sich mal bei Agrippa um ca. 1490, da hat er in seinem Werk zwar durchaus die Zuordnung der Engelshierarchien und die Bezeichnungen der Sephira in Tabellenforn angeführt, aber keine Skizze des Baums ansich.
Weiterhin wurde er erst sehr spät überhaupt als Baum des Lebens bezeichnet.
Man kennt ihn eher als Otz Chiim oder Etz Chaim.

Veränderungen an den Pfadverbindungen dann wahrscheinlich auf der jüdischen Seite nach Luria also um 1600 und fand dann den Weg nach Kircher 1650 rum.

Auch den Tarot findet man bei Agrippa vergeblich und so schätze ich, dass er später auftauchte und nicht seien Quelle im alten Ägypten hat.
Eine Verknüpfung des Tarot mit dem Otz Chiim findet man nach meinen Recherchen auch erst ab Levi.
Vorher war es dann wohl doch eher ein italienisches Kartenspiel ähnlich dem Skat.

Ebenfalls zu prüfen ist, ob der Baum sich tatsächlich sehr leicht aus dem Sepher Jetzirah ableiten lässt. Das soll angeblich gehen und man soll ihn daraus konstruieren können. Ich denke aber, so einfach ist das leider nicht, zumindest ist es teils recht kryptisch.

_________________
Ich weiß nicht, womit ich es sagen soll,
denn meine Worte sind immer noch nicht geformt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 14. Jul 2014, 15:34 
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Hallo Koraktor,
danke für die ausführliche Antwort, das hilft mir schon weiter.

Einige Anmerkungen dazu:
Die Verbindung des Sephirot-Baumes mit dem Sefer Jezirah war mir auch schon aufgefallen. Mir sind zwei relevante Übersetzungen bekannt: Ausgabe Goldschmidt, Frankfurt 1894 und Ausgabe Meyer, Leipzig 1830. Beiden liegen unterschiedliche Quellen zugrunde, was sich darin ausdrückt, dass bei Meyer die 32 Wege explizit dargestellt werden, bei Goldschmidt nicht. Anschließend steht bei Meyer: "In zweiunddreissig wunderbaren Wegen der Weisheit zeichnete Jah Jehova Sebaoth (gepriesen...) durch drei Sepharim: durch Sepher (oder Sopher) und Sipur (Zahlen: durch Zahl, und Zähler, und Gezähltes))" (sic!)
Bei Goldschmidt heißt es: "In zweiundreissig verborgenen Bahnen der Weisheit zeichnete Jah Jahve Sebaoth (...); er schuf seine Welt durch drei Zählprinzipien: Zahl, Zähler und Gezähltes."
Anschließend wird im 2. Abschnitt der Bezug zum hebr. Alphabet hergestellt, der Grundlage des weiteren Textes ist.

Interessant finde ich, dass das Sefer Jezirah nur drei Grundelemente kennt, was eine Entstehungszeit vor Aristoteles nahe legt.

Kircher als einen der ersten zu erkennen, der die Ideen graphisch aufgearbeitet hat, finde ich schlüssig. Ob die Schüler Lurias dies auch schon gemacht haben, müsste sich durch entsprechende Quellen belegen lassen, die erste nachweisbare Quelle erscheint mir jetzt also Kircher zu sein. Meine wichtigste Erkenntnis deiner Antwort :-)
Agrippa hat aus der Quelle der Bibliothek des Klosters Sponheim geschöpft, vielleicht hatte er eine andere - übersetzte - Quelle zur Verfügung, denn sein hebräisch war wahrscheinlich noch schlechter als sein Latein.

Der gute Herr Constant war, um Geld zu verdienen, auch Schriftsteller. Es ist zu befürchten, dass die von ihm vorgebrachte Herkunft des Tarot aus dem Ägyptischen ähnlich zu sehen ist wie die Herkunft des Cipher-Dokuments: entsprungen der Phantasie.

Last, but not least zur Ableitung des Sephirot-Baums aus dem SJ: drei Mütter, sieben Doppelte und zwölf Einfache sind erstmal 12 zu viel für zehn Sephirot. Das nächste Problem ist, dass die Namen der 10 Sephirot im Sefer Jezirah nicht zu finden sind. Das macht eine plaussible Ableitung des kabb. Lebensbaums aus dem Sefer Jezirah erstmal schwierig.
Es bleibt zu klären, wer die Namen der Sephirot ins Spiel gebracht hat und wann.

So weit erstmal.

Gruß
C.


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 24. Jul 2016, 19:41 
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Dann zäume ich doch mal gewissermaßen das Pferd von hinten auf... :)

Zum Sefer Jezira:
Castiglio hat geschrieben:
Die Verbindung des Sephirot-Baumes mit dem Sefer Jezirah war mir auch schon aufgefallen. Mir sind zwei relevante Übersetzungen bekannt: Ausgabe Goldschmidt, Frankfurt 1894 und Ausgabe Meyer, Leipzig 1830. Beiden liegen unterschiedliche Quellen zugrunde, was sich darin ausdrückt, dass bei Meyer die 32 Wege explizit dargestellt werden, bei Goldschmidt nicht.

  • Es gibt verschiedene Ausgaben dieses Werkes mit unterschiedlich langen und kurzen Versionen. Der Text "Die Zweiunddreißig Pfade der Weisheit" ist eigentlich eine eigenständige Abhandlung, die aber häufig dem Sefer Jezira beigefügt wird. Die Lazarus Goldschmidt- Ausgabe ist deshalb interessant, da der Text hier sowohl in Hebräisch, als auch in Deutsch wiedergegeben wird, jedoch gibt es aktuell bessere Ausgaben.
  • Ferner teilt das Sefer Jezira die 22 hebräischen Buchstaben in die drei Mütter, die sieben Doppelten und die zwölf Einfachen ein. Die drei Mütter werden mit den Elementen Luft, Wasser & Feuer assoziiert, die Doppelten mit den sieben Planeten und die Einfachen mit den zwölf Tierkreiszeichen. Dies wird mit weiteren Assoziationen verbunden wie Jahreszeiten, Wochentage bzw. Monate, Körperorgane etc. Insbesondere die Zuordnungen zu den Planeten variieren je nach Ausgabe sehr stark voneinander. Es scheint so, als sei das ursprüngliche Sefer Jezira eine Art "mnemotechnisches" oder assoziatives Denksystem gewesen zu sein.
  • Im Sefer Jezira taucht zum ersten Mal der Begriff der zehn Sefirot auf, allerdings noch in einem ganz anderem Kontext: "Zehn Sefirot aus dem Nichts, Zehn und nicht Neun, Zehn und nicht Elf". Ferner werden sie mit zehn Attributen verbunden: Anfang und Ende, Gut und Böse, Oben und Unten, Osten und Westen, Norden und Süden. Spätere kabbalistische Autoren schieben die Begriffe dann hin und her, um sie in den Baum des Lebens zu integrieren!

Aktuelle Ausgaben des Sefer Jezira:
  • Aryeh Kaplan: Sefer Jezira – Das Buch der Schöpfung in Theorie und Praxis, enthält neben dem hebräischen Urtext und der Übersetzung der einzelnen Abschnitte sehr interessante und umfangreiche kabbalistische Kommentare!
  • Sefer Jezira, herausgegeben im Verlag der Weltreligionen, enthält sowohl eine Lang- als auch eine Kurzfassung des Textes. (Sehr wissenschaftliche Ausgabe!)

Fazit: Das Sefer Jezira ist ursprünglich eigentlich noch kein kabbalistisches Werk, aber es wird später fast ausschließlich kabbalistisch interpretiert und kommentiert.


Zu den Namen der Sefirot
Castiglio hat geschrieben:
Es bleibt zu klären, wer die Namen der Sephirot ins Spiel gebracht hat und wann.
Die Forschung ist sich heute weitgehend einig, dass dies auf den Kreis um Isaak den Blinden (1160- 1235), bzw. auf diesen selbst, im 12. Jahrhundert zurückgeht.
  • Die Namen der unteren sieben Sefirot wurden aus 1. Chronik 29,11 abgeleitet: "Dein, Herr, sind Größe (=Gedulah) und Kraft (=Gevurah), Schönheit (Tipharet) und Sieg (=Netzach) und Hoheit (=Hod); dein ist alles (=Kol, steht für Jesod) im Himmel und auf Erden. Herr, dein ist das Königtum (=Malchut). Du erhebst dich als Haupt über alles."
  • Die Namen der höheren Sefirot, Chochmah und Binah finden sich mehrmals in den Sprüchen Salomons. Hier taucht auch erstmals Daat (=Wissen/ Erkenntnis) auf. Sprüche 3,20: „Kraft seiner Erkenntnis quellen die Wasser der Tiefe hervor und triefen die Wolken von Tau.“
  • Aus der Verkürzung von 1. Chronik 29,11 leitet sich übrigens auch die Doxologie (=Lobpreisung) ab, die an das "Vaterunser" angehängt wird: "Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen." Auf Hebräisch: "Atah Malchut ve Gevurah ve Gedulah le Olam Amen.“ (Das ist übrigens die korrekte hebräische Aussprache, die auch beim Kabbalistischen Kreuz(zeichen) verwendet wird, aber in der deutschen Übersetzung aus dem Englischen fast immer falsch wiedergegeben wird!)


Zur Darstellung als Baum des Lebens
Koraktor hat geschrieben:
Weiterhin wurde er erst sehr spät überhaupt als Baum des Lebens bezeichnet.
Man kennt ihn eher als Otz Chiim oder Etz Chaim.

Das wage ich mal zu bezweifeln, denn Etz Chaim ( עץ חיים) heißt übersetzt schlichtweg „Baum des Lebens“.
Die älteste gedruckte Darstellung vom Baum des Lebens, die ich bisher gefunden habe, stammt aus Pardes Rimonim von Moshe Cordovero, Krakau 1591. Moshe Cordovero (1522- 1577) war Zeitgenosse und Lehrer von Isaak Luria (1534- 1572), - beide lebten und lehrten in Safed. Hier sind die einzelnen Pfade bereits so angeordnet wie es später für den „Luria- Baum“ typisch ist, d.h. mit nur einem Pfad, der von Jesod nach Malchut führt und den diagonalen Pfaden von Chochmah nach Gevurah und von Binah nach Chesed. Ich würde diese Darstellung daher „Safed- Baum“ nennen.

Demgegenüber existiert jedoch eine handschriftliche Skizze von Baum des Lebens, die offenbar einem hebräischen Kommentar zum Sohar darstellt, auf der die Pfade bereits genauso dargestellt werden, wie beim späteren „Kircher- Baum“. Auch Aryeh Kaplan (In: Sefer Jezira – Das Buch der Schöpfung in Theorie und Praxis) bezeichnet diese Darstellung als den „Baum der älteren Kabbalisten“.

Fazit: Die Pfadanordnung des Kircher- Baumes ist nicht erst christlichen Ursprungs und ist zudem vermutlich um einiges älter als der Safed oder Luria- Baum, auch wenn dieser heute von jüdischen Kabbalisten meist bevorzugt wird.

Koraktor hat geschrieben:
Die Pfade wurden in diesem alten Baum noch nach einem anderen System bezeichnet.
So wurden die Querverbindungen von denen es 3 Stück gibt (Netzach-Hod ; Geburah-Chesed ; Binah-Chokmah) mit den 3 Mutterbuchstaben bezeichnet. Oben Shin (Feuer), unten Mem (Wasser) und dazwichen Aleph (Luft als Vermittler ziwschen den Beiden).
Den 12 senkrechten Pfaden wurden die 7 doppleten hebräischen Buchstaben zugewiesen und die restlichen 12 einzelnen dann den diagonalen Pfaden.

Auf diese Weise versuchte zumindest die spätere Safed- Schule, die Pfade mit den hebräischen Buchstaben zu verbinden und in ihren Baum zu integrieren oder zu systematisieren. Doch auch hier gibt es verschiedene Variationen, die hebräischen Buchstaben den Pfaden zuzuordnen, u.a. die Ari- Version, die auf Isaak Luria zurückgehen soll und die Gra- Version. (Gra ist das Akronym für Eliahu ben Shlomo, genannt „Gaon von Vilna“)

Koraktor hat geschrieben:
Dann kam da noch der französische Okkultist Levi zum Zuge und verband die hermetischen Aspekte noch mit denen des christlichen und jüdischen Baums, orientierte sich an den Pfadbezeichnungen aber unmittelbar an Kircher. Jedoch brachte er noch etwas ganz Besonderes in den Baum hinein. Den Tarot.

Eliphas Levi war der erste, der die Idee aufbrachte, die 22 Trümpfe des Tarots mit den 22 hebräischen Buchstaben zu assoziieren, doch setzte er den Narren an die vorletzte Stelle (Buchstabe Shin!), ohne dies wirklich zu begründen. (Golden Dawn Mitglieder, wie Westcott oder Crowley, behaupten später, dass Levi damit die wahren Zuordnungen des Tarot geheim halten wollte!) Es war vermutlich Kenneth Mackenzie, der die astrologischen Korrespondenzen erkannte, die den hebräischen Buchstaben und den Bildern der Trümpfe zugrunde liegen. Sobald man nämlich den Narren an die erste Stelle setzt und dann die weiteren Karten ihrer Nummerierung nach folgen lässt – lediglich die Nummerierungen der Trümpfe „Gerechtigkeit“ und „Stärke“ werden vertauscht – , springt der Tarot gewissermaßen ins Leben. Denn die astrologischen Zuordnungen der hebräischen Buchstaben scheinen dann exakt zu den Trümpfen zu passen. Zumindest erzeugen sie auf diese Art und Weise einen Sinn. Dieses Korrespondenzsystem wurde schließlich zum Teil des Cipher- Manuskripts, in dem skizzenartig die Grundlagen des Golden Dawn niedergelegt sind.

In Regardies „The Golden Dawn“ findet sich übrigens in der zweiten Lehrschrift eine interessante Bemerkung: „Die 22 Pfade werden durch die Schlange der Weisheit miteinander verbunden. Sie vereint die Pfade, aber steht nicht in Kontakt zu den Sefirot, die durch das Flammende Schwert verbunden sind.“

Das Motiv des „Flammenden Schwertes“ bezieht sich auf den Blitz der Emanationen durch die einzelnen Sefirot und taucht ebenfalls bereits im Sefer Jezira auf. Es steht in Verbindung mit den Cherubim, die mit dem „Flammenden Schwert“ den Eingang zum Paradies bewachen (Gen. 3,24). Interessant wäre es herauszufinden, woher genau das Motiv der „Schlange der Weisheit“ stammt, genauer gesagt ihre Assoziation mit den Pfaden.

Interessant ist, dass im Sefer Jezira ein bestimmter Gottesname genannt wird, dessen Zahlenwert sich zu 777 addiert. Zählt man die Zahlenwerte der Pfade entlang des „Flammenden Schwertes“ zusammen – für den fehlenden Pfad von Binah nach Chesed wird hier der Zahlenwert des Pfades von Gimel eingesetzt – so erhält man ebenfalls 777. (Der hebräische Buchstabe Sajin bedeutet übrigens ebenfalls Schwert und hat den Zahlenwert 7.) Außerdem ist Liber 777 ist auch der Titel des Werkes, in dem Crowley das komplette Entsprechungssystem des Golden Dawn veröffentlicht hat.


Noch ein wichtiger allgemeiner Hinweis:
Ein grundlegendes Problem mit der Darstellung des Baumes ist, dass die jüdische Religion es strikt verbietet, sich ein Bildnis von Gott zu machen. Deshalb waren die Kabbalisten anfangs sehr sparsam mit konkreten Darstellungen. Denn die Sefirot repräsentierten für sie verschiedene Qualitäten & Aspekte des Göttlichen, die durch ihre Beziehung am Baum des Lebens gleichzeitig einen Blick auf die „innergöttliche Psyche“ offenbaren. Die Sefirot sind dabei nicht Objekte oder Gegenstände, sondern gewissermaßen Ausrichtung, Absicht oder Intension. Erst in Malchut (oder der Welt von Assia) gerinnt diese Intension zu einem sinnlich wahrnehmbaren Bild. Die frühen Kabbalisten vermieden es daher, die zehn Sefirot mit der Beschreibung der zehn planetaren Himmelssphären gleichzusetzen, obwohl dies natürlich assoziativ möglich ist und schließlich auch geschah...

In der hermetischen Kabbala wird der Baum des Lebens immer mehr zu einem System der Beschreibung und Kategorisierung, vergleichbar mit einem Schrank, der 10 Schubladen hat. Bei Bardon ist der ursprüngliche Baum des Lebens schließlich sogar komplett verschwunden. Nur noch das „entkabbalisierte“ Konzept der Planetensphären (sic!) ist übrig geblieben…

LG Rafael_Chiron


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 28. Jan 2017, 14:33 
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Castiglio hat geschrieben:
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich mit der Geschichte der Kabbala (Qabalah) und bin auf der Suche nach dem ersten Erscheinen des Sephirot-Baumes, so wie wir ihn heute kennen (ohne Daath).
Durch die mündliche Weitergabe kann die Entstehungszeit der Ideen nicht festgestellt werden, aber die graphische Darstellung sollte da einfacher einzugrenzen sein.
Hat also jemand eine Idee, wann es die erste Veröffentlichung mit Darstellung des Sephirot-Baumes gegeben hat?


Ohne Daath gibt es keinen Lebensbaum.

Daath oder als Daat geschrieben ist die erkenntis, in der Bibel als Apfel dargestellt.

Daath ist Mokscha, mockscha = befreiung = selbsterkenntis.

jüdische kunst, ist persisiche kunst und wiederum von ägypten/indien.
ganz genau Schamanen und ihre Pflanzen/Wesen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 28. Jan 2017, 14:42 
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Entschuldigt noch meine vielen post sah erst jetz wie ich optimal antowrten kann.

"Das kommt darauf an...so wie wir ihn heute kennen dürfte er nicht allzu alt sein, vielleicht 100 Jahre. Der Baum an und für sich könnte aber einige Jahrtausende vor der Entstehung des jüdischen Volkes zurückdatieren, da einige indogermanische Völker ein ähnliches Bild eines Lebensbaumes haben wie etwa die Germanen. Da ist anzunehmen, dass der kabbalistische Baum weitaus älter ist als die Kabbalah selbst
"
Estar, kennst due die Werke; gedankengänge des herrn Antoine Fabret d'olivet...?

Der baum ist nicht älter wie die Kabbala, weil beides dasselbe Ist.
Die juden hatten die kabbala, also sie nanten sie so von den Persern wegen gefangenschaft in babylonien.

ursprung kommt von ägypten, indien/kelten und darüber hinaus, dazu später mehr.

"Auch den Tarot findet man bei Agrippa vergeblich und so schätze ich, dass er später auftauchte und nicht seien Quelle im alten Ägypten hat.
Eine Verknüpfung des Tarot mit dem Otz Chiim findet man nach meinen Recherchen auch erst ab Levi.
Vorher war es dann wohl doch eher ein italienisches Kartenspiel ähnlich dem Skat.

Ebenfalls zu prüfen ist, ob der Baum sich tatsächlich sehr leicht aus dem Sepher Jetzirah ableiten lässt. Das soll angeblich gehen und man soll ihn daraus konstruieren können. Ich denke aber, so einfach ist das leider nicht, zumindest ist es teils recht kryptisch."

Wenn du papus liest, weiss man das aggripa wie apostel und levi diejenigen sind nahc dem papus serh genau nachgeht.
Tarot der zigeuner von papus hilft euch da weiter aber zuerst muss man die grundlagen beherschen !

Tarot stammt von ägypten; schamanismus.

kryptisch ist nur wen man die schlüssel nicht hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 15. Feb 2017, 01:53 
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Suchender
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Hallo Indi,

es wäre übrigens schön, wenn Du Deine Beiträge etwas sorgfältiger verfassen würdest. .mot Macht dann auch mehr Spaß, sie zu lesen...

Indi hat geschrieben:
Der baum ist nicht älter wie die Kabbala, weil beides dasselbe Ist.
Die juden hatten die kabbala, also sie nanten sie so von den Persern wegen gefangenschaft in babylonien.

ursprung kommt von ägypten, indien/kelten und darüber hinaus, dazu später mehr.

"Kabbala" heißt erst einmal nur "Tradition", was sich auf die religiöse Überlieferung des Judentums bezieht. Erst im Verlauf des Mittelalters bekommt Kabbala u.a. im Zusammenhang mit dem "Baum des Lebens" die zusätzliche Bedeutung einer "geheimen Tradition".

Rafael Chiron hat geschrieben:
Im Sefer Jezira taucht zum ersten Mal der Begriff der zehn Sefirot auf, allerdings noch in einem ganz anderem Kontext: "Zehn Sefirot aus dem Nichts, Zehn und nicht Neun, Zehn und nicht Elf". Ferner werden sie mit zehn Attributen verbunden: Anfang und Ende, Gut und Böse, Oben und Unten, Osten und Westen, Norden und Süden.

Wie bereits ausführlich dargestellt, kann die spätere Anordnung der Sefirot am "Baum des Lebens", wie sie im 12. Jahrhundert populär wurde (Isaak der Blinde!), nicht unmittelbar und zweifelsfrei aus dem Sefer Jezira abgeleitet werden. Ein Blick in eine deutsche Online Übersetzung des Sefer Jezira kann da nicht schaden...

Indi hat geschrieben:
Wenn du papus liest, weiss man das aggripa wie apostel und levi diejenigen sind nahc dem papus serh genau nachgeht.
Tarot der zigeuner von papus hilft euch da weiter aber zuerst muss man die grundlagen beherschen !
Deine Schreibweise ist leider ziemlich "kryptisch". :patsch

Das Problem von Papus ist, dass er keine guten Quellen zur Verfügung hatte. Das sieht man z.B. an seinem zusammengestopselten Werk "Die Kabbala". Das Buch enthält neben durchaus brauchbaren Quellen eine Menge Schrott. Er gibt darin lediglich ein rekonstruiertes Sefer Jezira wieder. Daher ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass er die Sefer Jezira- Ausgabe von Guillaume Postel tatsächlich kannte.

Indi hat geschrieben:
Tarot stammt von ägypten; schamanismus.
Leider ziemlich haltlose Spekulationen über den Tarot, die damals u.a. vom Leuten wie Court de Gébelin und Eliphas Levi aufgebracht wurden.

Nix für ungut :mrgreen:

Rafael Chiron


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 16. Feb 2017, 12:21 
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Was das Tarot betrifft muss ich Chiron zustimmen. Das ist wahrscheinlich nicht Ägyptisch. Dennoch kann man wohl mit sicherheit behaupten das auch die Ägypter ihre methoden des Wahrsagens hatten. Wobei ich mal völlig haltlos vermute das die eher in richtung astrologie als Tarot gingen.

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Ich verzweifle nicht an dem Wissen endlich zu sein ich hoffe nur genug getan zu haben.

Dein Weg gehört nur dir und dir allein den du bist es der ihn beschreitet ohne dich wäre er nicht da.


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 20. Feb 2017, 19:24 
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Nix für ungut :mrgreen:

Kein problem mich interessiert auch nicht die denkweise von leuten die keine praxis haben.

zu Letmethink1123458

Astrologie ist auch tarot.

tarot ist denksystem, darum haben auch schamanen ihres tarot halt ohne karten müssen nur natur haben......


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 Betreff des Beitrags: Re: Entstehung Sephirot-Baum
BeitragVerfasst: 20. Feb 2017, 19:29 
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Chrion musst mich genauer lesen, kryptisch ist nur weil du nicht der inhalt meiner texte begreifst.

tarot ist halt universell.


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