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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr vom HT auf out-of-real.com? Kritik
BeitragVerfasst: 5. Jul 2016, 10:41 
Leider funktioniert die Editier-Funktion nicht also poste ich hier was ich anstatt oben geposteten harten Worten eigentlich ausdrücken wollte.
Hermit, überlese das oben einfach, das waren die ersten Emotionen die mir eben beim lesen deines beitrags in den Sinn kamen.


Hier die eigentliche Nachricht:


@Hermit

Dann hast du echt nicht verstanden worum es in Bardons Werken geht.
Von daher ist es wirklich gut das du damit nicht rumexperimentierst um dir und anderen nicht zu schaden.

@Cajetan

Freut mich doch das wir uns irgendwann mal ein wenig einig sind^^.
Die Probleme die du ansprichst sind mir bekannt, allerdings habe auch ich keine universelle Lösung für derartige Überlegungen und Fragen parat.
Man sollte aber nicht vergessen das an diesen Fragen nicht nur ein Kopf jahrhundertelang geforscht hat, ohne je die eine Lösung zu finden.
Persönlicher Zugang, Schicksal/Karma, Bestimmung,..... kein mensch ist wie der andere, warum sollte es bei den Hermetikern anders sein.
Auch wenn ich diese Fragen/Probleme kenne, für mich persönlich stellte ich mir die allerwenigsten davon, eben deswegen. Aus materieller Sicht betrachtet führen diese Fragen nirgendwohin. Kein mensch ist gleich und alle sind "von Natur aus" mit Fehlern behaftet, wenn sich also unvollkommene Menschen über solche Dinge unterhalten wie bitteschön soll da jemals etwas vernünftiges dabei heraus kommen? Unter anderem weil man über diese Dinge erst wirklich dann reden kann wenn man Erfahrungen damit gesammelt hat, sprich wenn man praktisch etwas kann und das gelesene nachprüfen kann durch praktische Fähigkeiten. Über diese Dinge allein aus der Position des Philosophen/Wissenschaftlers zu philosophieren führt nirgendwohin weil die Hälfte des ganzen fehlen würde. Eben der praktische Teil den viele nicht erlangen können weil sie einschneidende Fehler begehen.
Mir fällt auf das sich nur im Netz die Leute über derartiges den Schädel zerbrechen.
Es wird auch nie eine große Maße an Hermetikern geben die quasi wie die Wissenschaftler einen Standart bestimmen werden. Trotzdem werde ich den Eindruck nicht los das grade unter den Jüngeren Suchenden viele genau das bezwecken wollen. Ob zur persönlichen Bereicherung oder ob das ein selbstloser Beitrag an die Lehre ist wird sich zeigen. Jedenfalls herrscht heute ein wirklicher Bewährungsdrang unter spirituell-eingestellten Leuten. So als ob es darum geht der Einstein der Okkult-Szene zu werden.

Anderes Thema.....Warum du die theoretische Seite von Bardons Werken als nicht stimmig bezeichnest kann ich mir schon denken.
Entweder falscher Zugang oder gar kein Zugang.
Überleg mal....wozu Hermetik wenn jeder etwas anderes erlebt? Wenn das vorgesehen wäre?
Funktioniert so zB die Physik? Für dich so, für mich so? Nein, denn dann könnten wir uns auf nichts verlassen, keine gemeinsamen Nenner, keine Wissenschaft.
Auch wenn kein Mensch gleich wie der andere ist, es muss so etwas wie einen universellen nenner geben, sonst würde die Hermetik doch nie seit tausenden von Jahren erfolgreich existieren.
Daher ist es mir unverständlich wie es unter jungen "Hermetikern" derartig viel Uneinigkeit und Theorie-Geplänkel geben kann, aber einem wirklichen Hermetiker der zB auch grobstofflich ein Element oder lebenskraft zwecks spontaner Zellregeneration verdichten kann UND auch noch die passive Seite, die Mystik, miteinbezieht den sieht man kaum.
Bevor jemand nun verächtlich disst das er sowas noch nie gesehen hat soll er sich selber fragen was er dann überhaupt je gelernt hat.
Ich zumindest habe im bezug auf Lebenskraft schon sehr viel erlebt das hier keinen etwas angeht.
Aber zum erleben gibt es sehr viel unglaubliches, ganz ohne die allgegenwärtige schwarze Magie heutzutage.
Spontane Zellregeneration zB oder auch Neubildung ist durchaus möglich, also mit anderen Worten eine wirkliche Heilung. Aber auch hier kann man sehr viel schwarz-magischen Blödsinn betreiben. Das meiste wohl sogar aus Unwissenheit, nichtmal aus Vorsatz.
Schweigen. Säule Nr. 4

Wozu also die Beschäftigung mit Spirituellem? Das einzige Bausatz-mäßige das man heute findet ist alles das von Leuten zusammengeschustert wird die nichtmal die Übungen aus Stufe 1 im Ansatz beherrschen, hör gut zu lieber Hermit.
Also auf jeden Fall im Bezug auf das Alltagsleben. Zb jederzeit die Gedankenkontrolle aufrecht erhalten zu können, jederzeit wach-bewusst zu sein, jede noch so kleine gedankliche regung zu bemerken und zu verwalten, dieto mit allen seelischen Regungen, etc.
Man braucht die Übungen ja nur auf den Alltag und die Alltagsfunktionen zu übertragen.
Das dabei ein sehr asketisches und zurückhaltendes Leben entsteht braucht mir niemand zu sagen, ich LEBE so ein Leben, natürlich nicht ohne gelegentlich zu straucheln aber ich bleibe am Ball.
Ich kann daher auch kein einziges Argument der heutigen Theoretiker verstehen denn ich habe mich zB wortgenau an die Anweisungen in einigen wenigen brauchbaren Werken gehalten und ich habe keine Probleme oder zweifle auch nur im Ansatz an irgendwelchen Phänomenen.
Weil solche Dinge bestandteil meines Lebens sind, auch wenn ich selbst erst eine kleine Schüler-Larve bin.
Scheinbar gibt es nicht viele Leute die wirkliche Ahnung von den alten Einweihungswegen haben, so wie Bardon und wenige ander sie beschreiben, denn einen Praktiker sieht man selten, nur zu Hauf Theoretiker die nichts können, nichts verstehen aber sich endlos in nichtssagenden Geplänkel suhlen.
Und dann auch noch glauben sie wären große Forscher.

Sorry Cajetan, nichts davon betrifft dich wahrscheinlich heute mehr aber versuchs mal aus meiner Sicht zu sehen.
Ich weis das du heute weit mehr begreifst und kannst als damals, versuch bitte daher es mal von einem anderen Standpunkt aus zu sehen. Versuch das alles hier mal auf dich wirklen zu lassen, besonders wenn du irgendwo eine Abneigung gegen meine Ansichten hast. Gerade dann.
Der einzige Grund warum ich heute überhaupt noch online bin ist weil es so viele Leute gibt die nichts zustandebringen aber groß Bausätze erfinden wollen oder rummeckern.
Ich bin nicht hier um den Faulen auch noch zu helfen sondern um sie vor den Kopf zu stoßen. Weil es Leute gibt die Erfolge haben OHNE das ganze Drama das heute die spirituellen Szenen beherrscht.
Weil es Leute gibt die Erfolge erzielen und auch etwas vorweisen könnten. Aber es nicht tun. Schweigen.

Klar ist es toll wenn Experimente zur vollen Zufriedenheit funktionieren aber die praktische Seite ist nichtmal die imposantere oder die verzauberndere.....das Leben, die Mystik, in der Magie zu erfassen ist etwas das man keinem Nichtwissenden beschreiben kann. Gefühle und Eindrücke mit Worten zu übermitteln ist nicht leicht und hier fast unmöglich.
Natürlich wär es toll wenn man hie und da etwas herzeigen könnte aber im netz ist das unmöglich. Ich bin ja nicht bescheuert. Sowas würde wenn dann nur unter 4 Augen und unter Schweigen funktionieren.
Schade das man die meisten nur über das Netz kennt aber nicht persönlich, das würde einiges einfacher machen. An die Öffentlichkeit gehen, so blöd kann doch niemand sein?!


Ich hoffe wir verstehen uns in Zukunft noch etwas besser. Mittlerweile unterhalte ich mich ganz gern mit dir auch wenn wir uns noch lange nicht ganz verstehen. Kommt zeit, kommt Ereignis.

Genug gesagt......Schweigen ist das Gebot.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr vom HT auf out-of-real.com? Kritik
BeitragVerfasst: 21. Jul 2016, 17:04 
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Hallo alle beieinander,

sorry, wenn ich erst jetzt antworte, aber manchmal braucht eben erst alles seine Zeit.

Cajetan hat geschrieben:
Das Konzept meiner Idee basiert übrigens auf Kants Philosophie und ich ziele darauf ab eine szientistische Magie zu begründen, also die sich wissenschaftlich orientieren soll und die Magie aus dem Gefängnis als "Protowissenschaft" befreien soll. Dafür sind natürlich viele paradigmatische Opfer notwendig, die vielen, vielen Esoterikern und Okkultisten wohl kaum passen wird.


@Cajetan: Also ich bin kein Anhänger einer wissenschaftlich orientierten Magie. Und dafür habe ich auch sehr klare Gründe, leben wir heutzutage sowieso im Zeitalter des „Objektivierungswahns“. Ich halte die alten Modelle & Konzepte weder für gut noch schlecht. Das Problem ist nur, dass wir darin oft nach einer absoluten Wahrheit suchen, anstatt zu erkennen, dass sie nur Werkzeuge sind, mit denen wir uns der Erfahrung annähern können. Und das beste Werkzeug hilft nichts, wenn wir nicht damit umgehen können.

Außerdem hat die Subjektivität einer Beschreibung auch ihre Vorteile. Wir erfahren nämlich zwischen den Zeilen etwas über ihren Autor. Bei Franz Bardons System z.B. ist es interessant, dass er keinen eigenständigen „Emotionalkörper“ (=Astralkörper) kennt. Er setzt das, was normalerweise „Ätherkörper“ genannt wird mit dem Astralkörper gleich. Als nächstes kommt für ihn dann schon der Mentalkörper. Das sagt für mich einiges darüber aus, wie er zu Gefühlen und Emotionen steht...

Cajetan hat geschrieben:
Und wir haben gelernt, dass Empirismus (Erfahrung) oder Rationalismus (Verstand) allein zu halben oder gar keinen Ergebnissen führen kann, auch wenn es auf dem ersten Blick als absolut richtig erscheint. Empirismus und Rationalismus gehen Hand in Hand. Dazu ein nettes, wichtiges Zitat: "Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind." (Kant, Kritik der reinen Vernunft; Idee einer transzendentalen Logik; I. Von der Logik überhaupt)


@Cajetan: Ein außerordentlich interessantes Zitat. :thx Erinnert es mich doch spontan an die Beziehung zwischen den beiden Sefirot Hod (für die Gedanken) und Netzach (für die Erfahrung) am Baum des Lebens. Und dazwischen der Pfad jenes Turms aus dem wir unsere Weltsicht gezimmert haben, die uns schließlich zum Gefängnis wird: Möge der Blitz kräftig in unsere Türme einschlagen… :wirr

Rikudou hat geschrieben:
Die wenigsten Leute aber beherrschen überhaupt eine einzige Stufe wirklich und vollkommen!!!!!!
Allein schon wenn man Stufe 1 und 2 vollkommen umsetzt ist man bereits ein komplett anderer als vorher. Stufe 1 würde zB beinhalten das man keine Sekunde mehr im Leben unbewusst und unachtsam dahin lebt, das man jede Sekunde die eigenen Gedankengänge vollkommen beherrscht, d.H. sie beobachten, abwehren, verstärken, lenken, etc. kann.


@Rikudou: Sorry, wenn ich es so direkt anspreche, aber aus Deinem Betrag lese ich jede Menge Anspruchsdenken heraus. Wahrscheinlich ist es genau das, warum mir Bardons Konzept an vielen Stellen suspekt, ja sogar unheimlich ist:
Rikudou hat geschrieben:
Allein schon weil man das höchste Gut im Kosmos NUR durch entsprechende Opfer erreichen sollte wie zB die beinharte Introspektion und Selbstveredelung.


Ich persönlich halte sehr wenig davon, durch beinharte Introspektion und Selbstveredelung danach zu streben zu einem „besseren“ oder „ethischeren“ Menschen zu werden. Ich halte eine solche Einstellung sogar für extrem pathologisch. Denn hinter diesem Anspruchsdenken steht für mich der „Dämon des Überichs“.

Wenn man die Diskussionen um die wahre und richtige Lehre Bardons zwischen seinen verschiedenen Anhängern in verschiedenen Foren mitverfolgt, kann man erkennen, wie sehr dieser Dämon bereits um sich greift und wie viele bereits von ihm besessen sind. Und dieser Dämon ist deshalb so gefährlich, weil er ja nur das Beste, Höchste und Heiligste will. Dagegen sind die „kleinen Dämonen“ des Egos, wie Verlangen nach Liebe, Sex, Geld, Macht usw. schon fast harmlos, da man sie sehr offensichtlich erkennt.

Mir geht es darum, mich meinem „höheren Selbst“ anzunähern (auch wenn ich manchmal überhaupt nicht weiß wie das geht... :cry:). Ich möchte ein authentischerer, spontanerer, empathischerer und lebendigerer Mensch sein; ein Mensch im umfassenden Ausdruck seines Potenzials, totzdem ein Mensch - kein Übermensch.

Und manche Widersprüche in mir werde ich dabei vielleicht nie ganz auflösen… :blume
Auch entzieht sich der Fortschritt auf diesem Weg oftmals dem sogenannten objektiven Bewertungsmaßstäben, den Wertungen des „Weltichs“, wie Karlfried Graf Dürkheim zu sagen pflegte. … „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“ (Psalm 118,22)

Sorry, wenn ich jetzt gerade Bardon so kritisch unter die Lupe genommen habe. Leider wurde das Buch „Der Weg zum wahren Selbst (WWS)“, das einem dazu eine gewisse Leitlinie geben könnte, bis jetzt noch nicht verfasst… :baby

Das hohe Anspruchsdenken bzw. den „Dämon des Überichs“ findet man übrigens in fast allen spirituellen Gruppierungen, Orden, Bruderschaften. Einfach mal um die Ecke bei der nächsten Zengruppe vorbeischauen…


Nach den etwas off-topic geratenen Antworten nochmals zurück zum eigentlichen Thema. Wer hin und wieder mal auf die deutsche Wikipedia Seite schaut, wird feststellen, dass hier gerade eine Umdefinierung des Begriffs „Außerkörperliche Erfahrung“ (AKE) bzw. engl. „Out of Body Experience“ (OBE) stattfindet.

Ein bestimmter, offenbar medizinisch orientierter Autor, hat das Phänomen der AKE mit der psychiatrischen bzw. neurologischen Erkrankung der „Depersonalisation“ gleichgesetzt und dazu auch gleich auch noch den medizinischen Diagnoseschlüssel nach ICD-10 mitgeliefert. Damit ist die subjektive AKE jetzt zur einer objektiven Krankheit umdefiniert worden. Darüber hinaus ist der Eintrag als medizinischer Artikel gekennzeichnet worden. Soviel zum Thema „objektive Wissenschaftlichkeit“…

… und wir, die wir hier über diese Thematik diskutieren oder vielleicht sogar schon Erfahrung damit gemacht haben, stehen eh alle schon am Rande der Geisteskrankheit... :mrgreen:

LG Rafael Chiron


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr vom HT auf out-of-real.com? Kritik
BeitragVerfasst: 31. Jul 2016, 15:36 
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Rafael_Chiron hat geschrieben:
@Cajetan: Also ich bin kein Anhänger einer wissenschaftlich orientierten Magie. Und dafür habe ich auch sehr klare Gründe, leben wir heutzutage sowieso im Zeitalter des „Objektivierungswahns“. Ich halte die alten Modelle & Konzepte weder für gut noch schlecht. Das Problem ist nur, dass wir darin oft nach einer absoluten Wahrheit suchen, anstatt zu erkennen, dass sie nur Werkzeuge sind, mit denen wir uns der Erfahrung annähern können. Und das beste Werkzeug hilft nichts, wenn wir nicht damit umgehen können.

Außerdem hat die Subjektivität einer Beschreibung auch ihre Vorteile. Wir erfahren nämlich zwischen den Zeilen etwas über ihren Autor. Bei Franz Bardons System z.B. ist es interessant, dass er keinen eigenständigen „Emotionalkörper“ (=Astralkörper) kennt. Er setzt das, was normalerweise „Ätherkörper“ genannt wird mit dem Astralkörper gleich. Als nächstes kommt für ihn dann schon der Mentalkörper. Das sagt für mich einiges darüber aus, wie er zu Gefühlen und Emotionen steht...

LG Rafael Chiron


Hallo, Rafael.

Nun, du musst kein Anhänger einer wissenschaftlichen Magie sein. Aber wie mit der Physik, existieren gewisse Gesetzmäßigkeiten, die einfach da sind, ob du sie nun leugnest oder nicht. Kratzen, schreien, leugnen etc. all das wird die Gesetze niemals ändern, denn so ist nunmal die Natur aufgebaut. Die Gravitation hört auch nicht einfach auf, weil ich nicht dran glaube. Sie existiert und besteht weiterhin, unabhängig von meinem Glauben.

Subjektivität hat in der Hinsicht in "normativen" Magiesystemen den Vorteil, dass man einfach alles, was man hat, als dies oder das bezeichnen kann, ohne irgendwelchen Nachweis oder sonstigem und ohne auf deren Gesetzmäßigkeit zu achten. Das wären rein normative Systeme. Der Vorteil ist also, dass man aus diesen Erfahrungen dann wiederum extreme bewusstseinserweiternde Perspektiven entwickeln kann. Man ist an nichts gebunden (natürlich nur "augenscheinlich". Die Gesetze existieren weiterhin, unabhängig von dem, was man glaubt) und fühlt sich freier.

Was aber die Erkenntnis gewisser Gesetzmäßigkeiten und dem Aufbau von Systemen anbelangt, da mag man meinen, dass sich dort keine Perspektiven bilden, doch auch das ist unwahr. Denn gerade hier, ich spreche aus Erfahrung, musste ich feststellen, dass seitdem ich mein Magiesystem deskriptiv (also wissenschaftlich) aufbaue, ich Gesetzmäßigkeiten erkenne, mit denen ich, bei ihrer Anwendung, zu erstaunlichen Ergebnissen komme, wesentlich effektiver als vorher. Nicht nur was die Praxis betrifft, sondern auch, was die Natur an sich betrifft, gibt sie mir einen sehr tiefen Einblick. Ich finde, dass gerade das Achten auf Gesetzmäßigkeiten und deren Modellierung in einem System die Möglichkeit bieten in noch tiefere Dinge einzudringen als es normative Systeme zu tun vermochten. Kants Modell der Vernunft dient dabei als wunderbare Funktion für die Magie. Wer Kant wirklich versteht, der wird übrigens in Kant auch mehr sehen als man auf dem ersten Blick meint. Wenn jemand die "Mysterien" (im wahrsten Sinne des Wortes) gelüftet hat, so sage ich, dann Kant. Wer sie anschließend praktisch begreift (also nicht nur intellektuell und theoretisch, sondern auch intuitiv und praktisch), der wird überrascht sein wie viele Probleme es löst und man wird feststellen, dass es Gesetzmäßigkeiten gibt, die sich in jedem magischen System wiederfinden. Das hat mit Objektivierungswahn nichts zu tun, sondern es sind Gesetze. Auch die Physik erhebt nicht den Anspruch auf die Allwissenheit und Allgemeingültigkeit, aber die Gesetze, die sie erkannt hat, sind nunmal universal und objektiv.

Zitat:
Ein bestimmter, offenbar medizinisch orientierter Autor, hat das Phänomen der AKE mit der psychiatrischen bzw. neurologischen Erkrankung der „Depersonalisation“ gleichgesetzt und dazu auch gleich auch noch den medizinischen Diagnoseschlüssel nach ICD-10 mitgeliefert. Damit ist die subjektive AKE jetzt zur einer objektiven Krankheit umdefiniert worden. Darüber hinaus ist der Eintrag als medizinischer Artikel gekennzeichnet worden. Soviel zum Thema „objektive Wissenschaftlichkeit“…


Dann hat er aber nicht wissenschaftlich gehandelt und ist daher auch nicht objektiv wissenschaftlich. Es handelt sich um blanken Empirismus, der in der "modernen" Naturwissenschaft schon ziemlich lange sein Unwesen treibt, obwohl es apriorische Sätze gibt, an die sich auch empiristische Naturwissenschaften halten müssen. Im Übrigen sei erwähnt, dass ein "Mediziner" und ein "Magier" zwei Paar Schuhe sind. Sie beschreiben beide eigene Welten, beschreiben aber beide das gleiche Gesetz. Tatsächlich findet das Spiel nicht im Gehirn(!) statt und tatsächlich ist das ganze auch nicht so, wie es die Magier gerne beschreiben. Kant hat es ziemlich gut nachgewiesen, sowohl apriorisch als auch empirisch und damit auch absolut gewiss (so wie Naturwissenschaft auch betrieben werden sollte). Da soll nochmal jemand behaupten, Kant sei Materialist gewesen. :rofl

Zitat:
Ich persönlich halte sehr wenig davon, durch beinharte Introspektion und Selbstveredelung danach zu streben zu einem „besseren“ oder „ethischeren“ Menschen zu werden. Ich halte eine solche Einstellung sogar für extrem pathologisch. Denn hinter diesem Anspruchsdenken steht für mich der „Dämon des Überichs“.


Zitat:
Ich persönlich halte sehr wenig davon, durch beinharte Introspektion und Selbstveredelung danach zu streben zu einem „besseren“ oder „ethischeren“ Menschen zu werden. Ich halte eine solche Einstellung sogar für extrem pathologisch. Denn hinter diesem Anspruchsdenken steht für mich der „Dämon des Überichs“.


Deine Kritik zu Bardon finde ich interessant, denn auch hier hatte ich gleiche Gedankengänge und es gibt mehr solcher Sophisma und Widersprüche in Bardons Werken, weshalb ich später auch seine Theorie verworfen habe.

Was die Ethik Bardons betrifft, so geht es aber nicht darum, dass man "beinharte Introspektion und Selbstveredelung" übt (was übrigens mal wieder völlig falsch von Rikodou ausgedrückt ist, aber Rikudou meint ja sowieso das er immer Recht hat also lasse ich ihn mal gehen mit dieser Aussage), sondern das man lernt sich in einem angemessenen Maß selbst zu beherrschen, sowohl auf der Gefühls- als auch auf der Gedankenebene. Wer sich natürlich asketisch sämtliche Gefühle "abkasteien" lässt (um es harsch zu formulieren), der handelt, wie du richtig erkannt hast, pathologisch und sehr ungesund. Besonders auf dem magischen Gebiet ist bei gewissen Operationen ein bestimmtes ausgewogenes Maß (das bei jedem übrigens auch individuell sein kann) an Selbstbeherrschung notwendig, sowohl auf Gedanken- als auch auf Gefühlsebene. Was Bardon hier nicht wirklich genau erzählt, hat Kant aber wesentlich genauer und richtiger dargestellt, daher ziehe ich Kant, was die Ethik betrifft, Bardon gegenüber vor. Es wäre nun falsch das ganze als "Bardons Ethik" zu klassifizieren, denn diese Ideen in der Richtung gab es schon viel, viel früher (Stoiker). Kant hat sie nur, meiner Ansicht nach, sehr gut beschrieben und an vielen Stellen korrigiert.

Ich weiß nicht, wie ich dir diesen (richtigen) Zustand am besten beschreiben kann. Es ist nicht mehr so, dass ich Gefühlsausbrüche aus dem Nichts habe, sondern diese Gefühlsausbrüche nur stattfinden, wenn ich es so will. Ich kann bspw. weinen, wenn ich es will, sehr intensiv oder es auch wieder abklingen lassen. Inzwischen kann ich sämtliche Gedanken mir sehr plastisch vorstellen, sie ewig festhalten oder auch komplett vergessen, sodass ich selber nachher nicht mehr weiß, was ich gerade dachte, nur das ich etwas vergessen habe. (Das hilft mir bspw. bei der Sigillenmagie ungemein) Ich fühle mich weder (außer Kontrolle geratend) überglücklich noch extrem schlecht gelaunt. Es ist etwas mittiges, es ist auch nicht wirklich ein "Leere"-Gefühl, sondern etwas ähnliches, aber sich anders anfühlend. Es ist mir wirklich unmöglich das in Worten zu beschreiben.

Was den Rest von Bardons Theorie betrifft, muss ich hier aber viel Kritik üben. Ich habe im Laufe der Praxis immer wieder theoretische Widersprüche festgestellt, die ich erst mit meinem Modell lösen konnte. Was die Praxisübungen angeht, das ich schon oft gesagt, kann ich fast nur positives entnehmen.

Ich erinnere mich an der Ausdrucksweise "Dämon des Über-Ich" übrigens immer wieder an Bergler. Der schrieb dazu auch so einiges.

Zitat:
Mir geht es darum, mich meinem „höheren Selbst“ anzunähern (auch wenn ich manchmal überhaupt nicht weiß wie das geht... :cry:). Ich möchte ein authentischerer, spontanerer, empathischerer und lebendigerer Mensch sein; ein Mensch im umfassenden Ausdruck seines Potenzials, totzdem ein Mensch - kein Übermensch.


Dann wirst du deinen Weg finden, wenn du das erstrebst. Übermenschen gibt es nicht und keiner behauptet, dass es solche gibt. Nur weil ein Mensch in der Lage ist seine, subjektive Mitte zu finden, macht ihn das nicht zu einem Übermenschen bzw. sollte er dies auch nicht behaupten. Er hat einfach sich seines Vernunftwillens bedient, um sich unter seinem eigenen, von sich selbst geschaffenen, Gesetz zu stellen (also nach einem von ihn selbst geschaffenen Prinzip zu leben). Ob ihm das auf Dauer gut tut, dass muss er/sie für sich selbst wissen, ich bezweifele das bei den meisten. Ich für meinen Teil weiß inzwischen, dass es ein echtes Mittelmaß (also nicht im Sinne von "seine subjektive Mitte finden", sondern im Sinne von des Vernunftwillen erstrebte Ideal der Autonomie) gibt, aber es erfordert sehr viel Willenskraft und natürlich genaue Achtsamkeit, dass man nicht auf die Bahn gerät, in der man anfängt asketisch und damit krankhaft zu handeln. Ich habe oben schon in etwa beschrieben wie es sich anfühlt, aber näher beschreiben kann ich es nicht. Wäre mein Vorgehen krankhaft, hätte ich das inzwischen schon längst zu spüren bekommen. Also muss ich wohl was richtig machen.

MfG,
Cajetan.


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