Wege ins Licht

Das Forum von Wege ins Licht zum Austausch für Suchende und die, die ihren Weg gefunden haben
Aktuelle Zeit: 22. Sep 2017, 15:14

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ] Gehe zu Seite  1, 2, 3  Nächste
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 23. Aug 2012, 14:04 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Ich möchte gern damit beginnen, die gängigsten Vorurteile gegenüber Wikingern auszuräumen, damit man sich ein besseres Bild machen kann.

Hörnerhelme: Entgegen der Stilisierung von Wagner haben Wikinger niemals Hörner auf den Helmen getragen. Es wurde bis heute nicht ein Wikingerhelm gefunden auf dem man Hörner hätte anbringen können. Diese Geschichte ist vermutlich aus christlichen Berichten entstanden, welche Wikinger als Dämonen aus der Hölle beschrieben die furchtbare grausame Blutbäder anrichten. Letzteres war allerdings korrekt und so wurden ihnen, den Dämonen gleich, Hörner angedichtet die aber nie vorhanden waren. Trinkhörner wurden durchaus verwendet aber auf den Helmen befanden sie sich nicht sondern an einem Gürtel.

Primitiv: Die Wikinger waren keine wilden unzivilisierten Barbaren sondern hatten ganz im Gegenteil die mit Abstand erfolgreichste und sehr vielfältige Kultur und auch ihre technologischen Errungenschaften waren denen anderer Völker diesr Zeit weit vorraus. Die Rüstungen der Wikinger waren wesentlich stabiler und kunstfertiger geschmiedet als bei anderen Kulturen, ihre Waffen reich mit Ornamenten, Inschriften, Bildern und silbernen sowie goldenen Verzierungen umspielt. Sie waren unglaubliche Kunsthandwerker die äusserst hochentwickelt gefertigten Schmuck herstellen. Ihre Broschen, Halsketten und Armreife waren die wertvollsten ihrer Zeit. Sie fertigten nicht nur feinste Gravuren an sondern hatten auch spezielle Fertigungsweisen. Sie stellten bunte Glasperlen und kunstvolle Knöpfe sowie Schnitzereien an. Sie waren nicht nur erfolgreiche Eroberer sondern auch Entdecker welche ganz neue Länder erschlossen (Island, Amerika) und auf Landwege bis nach China kamen. Sie waren aber auch hervorragende Händler, betrieben sehr ertragreiche Handelsrouten und hatten ein Handelsnetzwerk welches sie mit allen Luxusgütern des Mittelalters versorgte. Sie handelten mit Arabern ebenso wie mit Chinesen, mit Byzanz und Italien und natürlich miteinander. Vor allem ihre Schiffe waren legendär, und die Geschwindigkeit von bis zu 20 Knoten ist selbst für hochmoderne Segelschiffe fast unerreichbar. Die grösste Genialität lag aber wohl darin, dass sie keine Pläne fertigten sondern alles "aus dem Kopf" vollbrachten.

Ungepflegt: Man denkt gern Wikinger waren riesige wilde Männer mit wallendem Haupthaar die sich nie gewaschen haben. Im Gegensatz zum Rest des mittelelterlichen Europas (ausgenommen Byzanz) stimmt das allerdings nicht. Im Gegenteil bei den Wikingern achteten Männer wie Frauen sehr auf Körperpflege. Die Männer hatten immer einen Kamm und eine Schere bei sich um Bart und Haupthaar zu pflegen, sie nutzten wie ihre Frauen Makeup um besser auszusehen und sie trugen reichlich Schmuck. Halsketten, Ringe, Armreife, was immer draufpasste wurde angezogen um die Erscheinung beeindruckender zu machen. Als Seefahrer waren sie mit dem Wasser auch gut vertraut und hatten anders als die Landbevölkerung auch immer genug davon um sich gründlich zu waschen. Alles in allem waren die Wikinger sehr eitel und pflegten auch ihre Kleidung wie sich selbst.

Räuber: Wikinger...damit verbindet man gern einen Haufen wilder Diebe. Das ist so nicht richtig obwohl sicher auch nicht ganz falsch. Wikinger waren eine Kultur, welche sich überwiegend durch Krieg finanzierte. Im kargen Norden waren Ackerbau und Viehzucht nur beschränkt möglich und je nach Jahreszeit war auch der Fischfang schwer möglich. Aus Verzweiflung setzte man also auf Kriegsindustrie. Die Wikinger waren aber keinesfalles nur Krieger. In ihrer Kultur standen Künstler und Handwerker in sehr hohem Ansehen und nirgendwo anders in der damaligen Zeit genossen Frauen höheres Ansehen oder mehr Rechte als bei den Wikingern. Sie hatten eine blühende Zivilisation in welcher Handwerker (vor allem Schmiede, Bootsbauer und Schneider) Jäger und Künstler sehr wichtig waren und geschätzt wurden. Aber auch Bauern, Händler und Entdecker waren sehr gefragt. Frauen durften Gutshöfe verwalten und waren in Erbrechten den Männern gleichgestellt. Und wie aus frühen Briefen (auf Rinde doer Pergament) hervorgeht, hatten sie ein ziemlich freches Mundwerk das sie in anderen mittelalterlichen Kulturen den Kopf gekostet hätte. Nur die Schriftsteller kamen etwas zu kurz da die Wikinger generell nur sehr wichtige Dinge aufschrieben – dennoch waren Sänger, Dichter und Geschichtenerzähler (Skalden) bei ihnen hochbeliebt. Und nicht wenige verdienten ihren Lebensunterhalt als Wirte. Und was wären Wikinger ohne guten Met? Und auch wenn kaum einer durch Tanzvorführungen leben konnte, so schätzen die Wikinger doch auch Tänze sehr und handelten auch gern mit dem Orient wo sie Felle und Schmuck gegen Sklaven (etwa Tänzerinnen) eintauschten.

Unterdrückung der Frauen: Man hat vom Wikinger ein Bild im Kopf – der klassische chauvinistische Macho der Frauen wie Dreck behandelt. Nun während einzelne Wikinger gegenüber ihren Sklavinnen so gehandelt haben mögen (wie in jeder Kultur) so hätten sie das sich nie bei ihren Frauen getraut. In der Wikingerkultur waren Frauen den Männern fast gleichgestellt, hatten beinahe die selben Rechte und das selbe Ansehen. Aus gefundenem Briefverkehr geht deutlich hervor, dass die Wikingerfrauen ihren Männern auch schamlos gedroht haben und auf die Ferne meckern konnten. Da fragt man sich fast, ob nicht die Frauen auf Kriegszug hätten gehen sollen, denn die weiblichen Wikinger waren an Tapferkeit und Wildheit ihren Männern mindestens ebenbürtig. Ganz anders als im Rest der damaligen Welt, wurden Frauen in der Wikingerkultur sehr gut behandelt und hatten sogar Anspruch auf "Alimente" wenn denn als sicher galt wer der Vater war. Da meist Kinder aber nur in Ehen entstanden musste der Mann seine Beute sowieso erstmal zu Hause abliefern. Die Frau verwaltete dann das Geld und Gut zu Hause während der Mann seinen Frust auslies indem er andere Länder plünderte.

Ungebildet: Wer denkt Wikinger waren verrohte Dummköpfe irrt sich. Das Wissen, der Intellekt und die Weisheit war den Wikingern wichtiger als rohe Kraft oder Geschick im Kampf. Das zeigen nicht nur ihre Götter sondern auch ihre Anführer und Freizeitbeschäftigungen. Bei den Wikingern kam nicht der Stärkste und Brutalste von allen an die Macht, sondern der Klügste und Gerissenste. Dichter standen sehr hoch im Ansehen und von einem Anführer wurde erwartet, dass er mehr im Kopf hatte als seine ganze Truppe zusammen. Schliesslich wollte niemand einem Idioten in die Schlacht folgen. Die Wikinger waren zwar tapfer aber nicht lebensmüde. Die Wikinger hatten nicht nur Karten und einen Sonnenkompass entwickelt (was sie als Seefahrer so erfolgreich machte wie es erst 700 Jahre später wieder kommen sollte) sondern auch fantastische Schiffe, ausgeklügelte Schmiede und Rohstoffgewinnungstechniken (sie machten zwar aus Dreck am Boden kein Gold aber immerhin Eisen) und waren geniale Strategen. Die Intelligenz ihrer Anführer war ebenso legendär wie ihre Kampfkraft. So wurde etwa Sizilien ohne einen Kampf eingenommen obwohl die Hauptstadt als uneinnehmbar galt. Die Sizilianer verschanzten sich hinter einer Stadtmauer welche zu den besten Befestigungen ihrer Zeit gehörte und verhöhnten die Wikinger welche trotz ihrem Ruf nie durch die Stadtmauern kommen würden welche mit Verteidigungsanlagen vollgestellt waren. Der Kommandant der Wikinger liess alle ausd er Stadt kommenden Vögel fangen, ihnen Zweige an die Füsse binden, diese anzünden und schicke sie in die Stadt zurück – und kurz darauf brannte die ganze Stadt und die Bevölkerung ergab sich ohne Widerstand den Wikingern die draussen warteten. Generell schätzten die Wikinger Bildung und Wissen hoch und kauften auch Schriftstücke bei anderen Kulturen, tauschten sich aus und lernten dazu. Denn auch Ärzte waren wichtig, sowie andere Gelehrte. Und obwohl die Wikinger an Gelehrsamkeit nicht an die damaligen Araber herankamen, so waren sie doch den Europäern darin überlegen (erneut die Ausnahme Byzanz)
Zudem waren die Wikinger sehr um Eloquenz bemüht - ein jeder übte sich in der Kunst der Worte. Eine gute, bilderreiche Sprache sicherte Anerkennung und Unterstützung innerhalb der Gesellschaft und so waren komplizierte Wortspiele sehr beliebt. In der Alltagssprache wurde das Wort "Schiff" fast nie verwendet, gängiger war "Pferd des Meeres" und ein eloquenter Sprecher mag mit Beschreibungen wie "der zahnbewehrte Graupelz der Mütter des Hornbläsers" Bewunderung bekommen haben, für diese wunderschöne Umschreibung eines feindlichen Schiffes welches gesunken ist - in der Tat stecken hier alle Informationen die das Schiff und sein Schicksal betreffen darin und wer dieses "Rätsel" zu entschlüsseln vermochte war sich des Respektes sicher.Indess galt es auch als Dumm auf Fragen die man mit ja oder nein beantworten konnte, mit Ja oder Nein zu antworten. Die Wikinger waren darum bemüht, intelligent zu wirken und eine kultivierte Sprache an den Tag zu legen.

Tringelage & Orgien: Ein berühmtes Vorurteil sind die Nahrungsgewohnheiten der Wikinger Met, Met, Met und gebratenes Fleisch von allen möglichen Wildtieren. Das mag auf der Tafel eines Königs durchaus hin und wieder aufgetischt worden sein und auch an besonderen Feiertagen wie dem Julfest mag es das gegeben haben, die allermeisten Wikinger ernährten sich aber fast das ganze Jahr hindurch von Fisch, Käse und schachem Met (ca.3%). Auch nach einem grossen Sieg mussten sich die Feiernden mit dem Begnügen was vor Ort halt da war und das war im mittelalterlichen Europa meist nur Brot, Käse und mit Glück Bier. Historisch gesehen haben die Tempelritter weit wildere Trinkgelage gefeiert als die Wikinger. Die Templer hatten, anders als die Wikinger, ja auch guten Zugang zu höherprozentigem Alkohol (Wein mit 5 - 8%) Zu Orgien wäre erneut zu sagen, dass die Frauen im Wikingerreich den Männern fast gleichgestellt waren und ein Wikinger der Sex wollte musste entweder seine Frau überreden, ins Bordell gehen oder auf Beutezug vergewaltigen. Auch wenn man es nicht glaubt, aber Wikinger waren meist recht treue Menschen, denn Ehebruch war bei den Wikingern eine Straftat welche dem Mord gleichgestellt wurde. Und dazu zählte auch mit anderen Frauen / Männern zu verkehren ausgenommen mit Erlaubnis des Ehepartners. Singles dagegen waren ziemlich frei.

Tapferkeit im Kampf: Das ist nun ein Vorteil das von allem was man weiss und findet nur bestätigt wird. Die Wikinger waren entweder die tapfersten und mutigsten Krieger auf dem Planeten oder hatten alle einen ordentlichen Dachschaden. Anhand ihrer Errungenschaften kann man den Dachschaden aber wohl ausschliessen. Zugegeben, die Überfälle auf Klöster und kleine Dörfer schienen nicht gerade mutig zu sein und auch die Wikinger versuchten an leichtes Geld zu kommen aber wenn es darauf ankam waren die Wikinger unglaublich gute Kämpfer. Während ihre Waffen in etwa gleich gut waren wie die ihrer Gegner und ihre Rüstungen leicht besser, war der gewaltige Erfolg der Wikinger 2 Dingen zu verdanken: Tapferkeit und Furcht. Der Furcht Faktor begründete sich auf mehrere Dinge. Zum einen waren Wikinger dafür bekannt, niemanden der sich ihnen in den Weg stellte am Leben zu lassen. Sie waren da beinhart und kaltherzig. Wer sich ergab wurde verschont, wer aber die Waffe erhoben hatte wurde Niedergestreckt. Dieses Wissen drängte viele ihrer Feinde zur Aufgabe noch bevor überhaupt ein Kampf begonnen hatte. Auch einige Städte zahlten immense Tributszahlungen freiwillig (darunter Paris) um einem Kampf aus dem Weg zu gehen. Die Wikinger verdankten ihrem Ruf so viele Siege, dass manche nichtmal mehr ihre Rüstungen anzogen wenn sie auf eine Stadt zumarschierten in der Überzeugung, die Feinde würden sich sowieso ergeben – was so oft stimmte, dass es einem Wikingerkönig später zum Verhängnis werden sollte doch dazu ein andermal. Ihr Ruf hatte aber auch andere Säulen – die berühmten Drachenschiffe hatten abnehmbare Drachenschädel (Schnitzereien) auf dem Bug, so dass die abergläubische Bevölkerung des Mittelalters in der Tat dachte, Dämonen würden kommen, zumal Wikinger die meisten militärischen Erfolge in England verzeichnete das auch gern in dickem Nebel liegt. Dann sprangen dutzende Krieger schreiend aus den "Drachen" heraus und griffen ohne zögern, ohne Gnade an. Wikinger kämpften offensiv, immer. Nicht dass sie mit ihren berühmten Schildwällen, nicht unählich der griechischen Phalanx oder römischen Schildkröte nicht auch gute Taktiken gegen Pfeilbeschuss oder anstürmende Feinde gehabt hätten, aber Wikinger verteidigen nicht, sie rücken vor. Was bei einer Schlacht in Schottland berühmt wurde – die Wikinger trafen mit relativ wenigen Leuten auf einer kleinen Insel ein. Die Schotten warteten bereits, in deutlicher Überzahl, am Ufer. Als die Ebbe kam, legte das Meer einen schmalen Steg frei – und die Wikinger, entgegen jeder taktischen doer strategischen Vernunft, marschierten über den schmalen Steg, hinterieinander in die Schotten hinein. Eigentlich eine Selbstmordaktion, aber den Wikingern war es gleich und sie zogen weiter und kämpften mit so einer Wildheit, dass sie die Stellungen der Schotten durchbrechen und schliesslich die Schlacht gewinnen konnten. Die Wikinger waren fest davon überzeugt, dass ihr Todeszeitpunkt von Geburt an vorherbestimmt war und niemand länger lebt als sein Schicksalsfaden lang ist. Sie wussten, sie sterben nur wenn ihre Zeit rum ist, egal ob sie auf einem Schlachtfeld stehen oder im Gebüsch ihr Geschäft verrichten, keiner starb früher oder später als es ihm bestimmt war. Diese Überzeugung verlieh ihnen unglaubliches Selbstvertrauen und Mut was manche zu einem Kult ausweiteten (Berserkir) und sich gar für unverwundbar hielten und so mit grossen Äxten in den Reihen der Gegner wüteten. Dazu kam, dass für die Krieger der Wikinger der "Himmel" Walhalla war, ein Ort an dem man nur kommen konnte, wenn man in der Schlacht den Heldentod starb. Also war jeder Wikinger versucht in einer Schlacht so tapfer zu kämpfen wie es nur möglich war und fürchtete den Tod nicht sondern war eher stolz darauf so sterben zu dürfen. Deswegen kämpften Wikinger oft auch gegen grosse Übermacht bis zum letzten Mann. Und ihr Fanatismus sorgte nicht selten dafür, dass sie am Ende doch gewannen. Eine Armee von Irren die ob Verwundungen lachen und wie die Wahnsinnigen vorrücken und ohne Rücksicht auf Verluste (im wahrsten Sinne) auf den Feind eindreschen war wirklich sehr furchterregend und liess die Feinde defensiv werden – ein grosser Fehler. Ihre mentale Überlegenheit war der wirkliche Grund für ihre Überlegenheit im Kampf.

Haudraufs: Wikinger waren entgegen der landläufigen Meinung keine tollwütigen Mähdrescher sondern gut ausgebildete Krieger. Erfahrene Veteranen gaben ihr Wissen an jüngere Kämpfer weiter. An Übungsplätzen wurde fleissig trainiert und durch die rauhe Lebensweise und das viele Rudern waren sie auch körperlich gestählt. Während die Wikinger nicht so diszipliniert waren wie römische Truppen, war ihre Ausbildung den mittelalterlichen Truppen anderer Länder inklusive den Rittern überlegen.

Skandinaven: Eines der weitverbreitetsten Gerüchte war, dass Wikinger Skandinaven waren "Nordmänner" Das hat auf einen Teil der Wikinger auch durchaus zugetroffen und Schweden, Dänemark, Island und Norwegen waren auch im Hochmittelalter noch von den Wikingern geprägt, aber die Wikinger kamen auch aus Irland, Britannien, Russland und Norddeutschland, später auch Nordfrankreich. Die Wikinger waren keine ethnische Gruppe oder regional beschränkte Nation. Wikinger waren eine Kultur, eine Lebensweise, eine Geisteshaltung, eine Religion die sich ausbreitete. Es gab später auch Wikinger in Italien, Griechenland, Afrika oder den slawischen Staaten. Wer die nötige Geisteshaltung hatte konnte theoretisch Wikinger werden obwohl jemand mit Wikingerblut natürlich klare Vorteile hatte. Wie wir aber von Ibn Fadlan wissen, waren die Wikinger keinesweges fremdenfeindlich sondern im Gegenteil, sehr tolerant und Weltoffen. Und gastfreundlich. Zudem stammen die Wikinger von den alten Germanen ab (übersetzt "Speermänner") während sich das Wort Wikinger am ehesten mit Pirat übersetzen liesse. Auf Viking fahren war einen Raubzug unternehmen. Und schon die alten Germanen waren ethnisch gesehen vielfältig – hochgewachsene Blone mit blauen Augen, eher kleine braunhaarige, zierliche Rotschöpfe mit grünen Augen und due stämmigen aber nicht so grossen schwarzhaarigen. Die Kultur einte Germanen wie Wikinger überall auf der Welt. Jedenfalls, wie schon bei den Germanen der Vorzeit, war die Herkunft nicht über Zugehörigkeit entscheidend sondern der Entschluss, wo man sich niederlässt. Als die Goten (ursprünglich ein schwedischer Germanenstamm der später auch ein Wikingerstamm wurde) bei der Vlkerwanderung aufbrachen waren sie nur ein paar dutzend Menschen. Ais sie sich nach der Wanderung niederliessenw aren sie über 20.000 - nicht weil sie sich drastisch vemehrt hatten sondern weil sich ihnen andere germansiche Stämme aber auch Römer anschlossen und dadurch kurzerhand Goten wurden. Auch bei den Wikingern war Wikinger, wer sich ihnen anschloss ungeachtet seiner Herkunft, solange er sich an die Regeln hielt und der Gemeinschaft half.

Stämme: Während es stimmt, dass die Wikinger vor 800 n. Chr. Wirklich kleine Stämme waren die sich in Dorfverbänden organisierten und sich gegenseitig die Schädel einschlugen, erwuchs aus ihnen im Frühmittelalter eine stark geeinte Front die im restlichen Europa nicht zu finden war (ausser Byzanz) Durch ihre Religion und den göttlichen Auftrag die Götter überall an die Herrschaft zu bringen geeint, waren sie vielleicht die ersten "Kreuzritter" (eher Hammerritter dem Mjölnir entsprechend) Es bildeten sich recht schnell Wikingerstaaten die von grossen Königen regiert wurden. Auch wenn es nie ein riesiges Wikingerimperium gab (obwohl 2 mal in der Geschichte um haaresbreite ein solches entstanden wäre) so agierten die Wikinger doch miteinander und nicht gegeneinander und diese geeinte Front machte sie umso mächtiger.

Hartgesotten: Obwohl es wirklich Wikinger gab die freiwillig in eisigen Gegenden wohnten, so war der Grund für ihre Eroberungszüge doch der, dass ihr karges Land nicht mehr genug bot um alle Einwohner zu ernähren. Die Wikinger waren eisige Kälte und rauhe Bedingungen gewöhnt, was sie sehr robust machte, aber wenn möglich gönnten sie sich doch lieber Luxus.

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 24. Aug 2012, 17:51 
Offline
Novizin
Novizin
Benutzeravatar

Registriert: 07.2012
Beiträge: 182
Highscores: 2
Geschlecht: weiblich
:thx

Vielen Dank, dass Du Dein Wissen mit uns teilst.
Das Ein oder Andere war auch für neu und sehr lehrreich.


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 25. Aug 2012, 15:28 
Offline
Meisterin
Meisterin
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 3583
Geschlecht: weiblich
Zum Thema Hörnerhelme:

Die Hörner auf den Helmen wurden nur von einem Regisseur der Wagner-Aufführungen in den 1930er Jahren erfunden, damit die nordischen Helden besser dargestellt werden konnten.

Dieses Bild der Wikinger hat man dann beibehalten, obwohl es gar nicht stimmt.

http://www.wikinger-normannen.ch/index. ... oernerhelm


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 08:18 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Update:

Blonde Riesen: Warum auch immer, die meisten Menschen verbinden mit Wikingern blonde Riesen. Da ist aber nichts dran. Der durchschnittliche Wikingermann war 172 cm die durchschnittliche Wikingerfrau 167cm gross. Damit waren sie nichtmal wirklich grösser als die restliche europäische Bevölkerung der Zeit.
Indess waren auch nur wenige Wikinger blond oder rothaarig. Spitznamen, Aufzeichnungen und Funde zeigen - die allermeisten Wikinger hatten braune oder schwarze Haare. Die norwegischen Wikinger waren grossteils mit schwarzen Haaren ausgestattet, wie auchn die Rus im Osten. Irische Wikinger hatten öfter einen Rotstich, aber auch Isländer. Die "blonden" Wikinger waren vor allem in Dänemark zu finden

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 09:57 
Offline
Meisterin
Meisterin
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 3583
Geschlecht: weiblich
Interessant! Ich dachte auch immer Wikinger hätten blonde oder rote Haare und sie wären nur in Skandinavien daheim gewesen.

Dass es sogar russische Wikinger gab, ist mir neu.

Wie kann ich mir das vorstellen? Waren die alle bei einem Verein dabei und dadurch Wikinger? Oder nannte man die Seefahrer all dieser Länder automatisch Wikinger? Wie kamen die zu der Bezeichnung "Wikinger"?


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 10:59 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Die Kurzversion wäre oben im Thema unter "Skandinaven" hier ausführlicher:

Nun zuerstmal nannten die Wikinger sich selbst nicht Wikinger. Sie nannten sich zum Beispiel die Danen (Dänemark) oder die Rus (Rus(s)land) oder die Nordmänner (Norwegen) die französische Normandie wurde von Nordmännern erobert und ihnen überlassen so dass es ab da auch normannische Wikinger gab. Aber auch regionale bezeichnungen wie einfach "Isländer" waren üblich.
Wikinger hiess so viel wie "Pirat" - auf Viking fahren hiess einen Raubzug zu unternehmen und hat sich irgendwann als bezeichnung für die ganzen Wikingervölker eingebürgert. Zu Unrecht eigentlich, denn die meisten Wikinger waren keine Krieger und Eroberer sondern Bauern und Handwerker. Die Händler waren oft auch zeitgleich Piraten - sie handelten mit denen die ihren Besitz verteidigen konnten und nahmen sich den derer, die das nicht konnten. Es gab aber auc Händler die wirklich nur Handel trieben. Wikinger waren aber wie weiter oben gesagt auch sehr begabte Künstler und Dichter und manche Wikingerkrieger wurden verstossen weil niemand mehr mit ihnen zu tun haben wollte. Es war eines Eroberungen durchzuführen - das rbahcte Ruhm - oder Leute auszurauben - das wurde als "jugendsünde" für jüngere Wikinger "übersehen" Wer dagegen auch später noch einfache Leute ausraubte anstatt ein richtiges Handwerk zu lernen oder wirklich zu erobern, der wurde als Dieb davongejagt.

Was die Wikingervölker zu einer Kultur einte die man so bezeichnet war ihre Religion, ihre Lebensweise, ihre Bräuche, Sitten, Gesetze, ihre Kunst, Sprache und Schrift - was eben eine Kultur ausmacht.
Egal ob die Waräger in Byzanz, die Rus in Kiev & Umgebung, die in Sizilien gelandeten Wikinger, die Isländer oder gar die fernen in Grön und Vinland lebenden Wikinger des Westens - sie alle sprachen die selbe Sprache (Altnordisch) hatten die selbe Schrift (Runen) beteten zu den selben Göttern und hatten die gleiche Kunst und Handwerksmethoden. Die Grundeinstellung des "Tapfer Leben" war ihnen allen eigen und bedeutete eifnach sein Bestes zu geben im gewählten Lebensweg. Und das war wie gesagt selten der krieg. So hatte auch jede Berufsgruppe ihr eigenes "Paradies" - Walhalla ist nur eines von vielen möglichen Paradiesen für Wikinger. Auch für die einfache Hausfrau, Knechte und Mädge gab es Paradiese. Und nirgendwo anders auf der mittelalterlichen Welt hatten die Frauen eine höhere Stellung als bei den Wikingern - gleichberechtigt.

Was die Haarfarben angeht sollte man Wissen, dass die skandinavischen Wikinger von Germanen abstammen - die Germanen hatten sich zur zeit der Völkerwanderung von ihrer "Heimat" in Deutschland aus über ganz Europa ausgebreitet - im Süden bis Italien im Norden bis Norwegen im Westen bis Spanien. In den osten gingen sie allerdings nicht da waren die Slawen.

Die Germanen vermischten sich bald mit den Kulturen die schon da waren - Römer. Sie wurden christianisiert, "zivilisiert" und in die Gesellschaft integriert und waren nach ein paar Generationen nicht mehr von den Anderen zu unterscheiden. Die einzige Ausnahme bildeten die Germanen welche nach Norden zogen - die schwarzhaarigen Goten. und ein paar einzelne Anderer Stämme. Da oben in Skandinavien war vor den Wikingern "nichts" ausser ein paar ganz kleinen steinzeitlich lebenden Rudeln nomadisierender Samen. Jedenfalls wurden diese entweder vertrieben oder zogen sichf reiwillig zurück in entlegende Gebiete.
Da oben war alles "abgeschottet" und da dort nichts war, konnte sich die germanische Kultur dort erhalten.
Als um ca. 700 nach Chr. die Germanen in Europa schon verschwunden waren, hatten sich in Skandinavischen Gebieten (Auch Dänemark) die Germanen immer noch erhalten und weiter entwickelt. Sie hatten die Waffenkunst ihrer Ahnen verfeinert wie auch generell die Kunst. Die Religion wurde mangels Klerus vereinfacht (siehe anderes Topic über deren mythologie) und nach dem Angriff auf Lindisfarne 793 nannte man die nordischen Germanen einfach Wikinger.
Und mit ihnen alle welche diese Kultur teilten.

Die Wikinger breiteten sich durch Eroberungen und Entdeckungen aus - im Westen siedelten sie in Grönland, Vinland (Neufundland) und da wo heute New York steht.
Im Osten kamen die Wikinger des Stammes der Rus bis nach China und trieben regen handel mit Chinesen und Byzanz. Noch heute trägt das Land ihren Namen - Rus land.
Im Süden kamen sie bis nach Nordafrika obwohl die südlichste echte Wikingersiedlung auf Sizilien war. Und im Norden besiedelten sie Island und kamen bis zum Nordpol.

Um 1066 begannen die Wikinger wieder aus der Geschichte zu verschwinden - sie hatten viele Gebiete erobert und sich dort niedergelassen und vermischten sich mit der dortigen Bevölkerung. Und vor allem - sie wurden langsam Christen. Ab 1100 waren die Wikinger dann verschwunden. Die Normannen wurden voll integrierte Franzosen, die irischen Wikinger aus Irland vertrieben, die britischen Wikinger wurden durch William the Conqueror (selbst ein Wikinger) geeint, christianisiert und mit den Angeln der Insel vermischt. In Italien und Rusland das selbe Spiel - es wurde christianisiert, vermischt und die "wilden" Wikinger kamen durch Wohlstand zur Ruhe.
Selbst in den skandinavischen Ländern verschwanden die Wikinger und es bildeten sich die christlichen Königreiche Norwegen, Schweden und Dänemark.
Die Kolonien in Amerika starben aus - in Grönland wegen der härter werdenden Winter, in Vinland und New York wegen Auseinandersetzungen mit den Indianern.

Allein in Island überlebten die Wikinger mit ihrer Kultur noch bis ca. 1600 nach Christus. Ab da wurde auch dort fleissig christianisiert. Heute gibt es in island noch eine kleine Gruppe "echter" Wikinger die auch zu den alten Göttern beten und die ideale ihrer Ahnen hochhalten.
Dennoch hat Island immer noch ein Merkmal der Wikinger - die Sprache. Das moderne Isländisch ist fast die gleiche Sprache wie das wikingerische Altnordisch. Die Betonung ist etwas anders aber ansonsten - die selbe Grammatik, die selben Wörter, die selben Redewendungen

Als kleine Anekdote - die Eriksaga berichtet, wie die grönländischen Wikinger christianisiert wurden. Eriks Frau war vor der Reise zum Christentum übergetreten - ein harter Schlag für Erik den Roten, war er doch wegen Mordes an einem Christen aus Island verbannt worden. (Er konnte die Christen nicht leiden)
In Grönland angekommen sagte seine Frau "Ich werde nicht eher wieder mit dir Schlafen bis du nicht Christ bist und eine Kirche errichtet hast" - und in der Rekordzeit von nur einem Jahr, stand in Grönland eine christliche Kirche mit allem was man so braucht...

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 11:26 
Offline
Meisterin
Meisterin
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 3583
Geschlecht: weiblich
Das ist ja interessant! Danke für die ausführliche Erklärung. :blume

Dass die Frauen gleichberechtig waren, gefällt mir.


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 11:47 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Nun die Wikinger waren ihrer Zeit weit vorraus aber auch weit zurück wie man es eben sieht.

Sie hatten eine Demokratie und im Thing (Versammlung) konnte jeder Bürger mitbestimmen über alle Belange der Gemeinschaft, sie hatten hochentwickelte Kunst und Seefahrt, Gleichberechtigung...
Andererseits war das "Rechtssystem" eben noch Älter. Mord und Ehebruch wurde einander gleichgestellt an Schwere und bei unklaren Schuldvberhältnissen gabs ein Duell zwischen Kläger und Angeklagtem - bis auf den Tod oder bis zur Aufgabe (und damit Eingeständnis das Verfahren verloren zu haben) - genannt der Holmgang. Man dachte die Götter würden dem zum Sieg verhelfen der im Recht war. Und letztlich war die Lösung ja pragmatisch - völlig wurscht wer nun Recht hatte, nach dem Holmgang war Ruhe.
Frauen indess konnten entweder selber kämpfen oder, falls sich jemand fand, einen Vertreter ernennen der an ihrer statt kämpfen sollte und mit dessen Sieg oder Niederlage ihr Schicksal besiegelt war

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 17:43 
Offline
Meister
Meister
Benutzeravatar

Registriert: 03.2011
Beiträge: 2645
Highscores: 1
Geschlecht: nicht angegeben
Ein bisschen viel über den grünen Klee gelobt Estar.

-Männer und Frauen waren nicht gleichberechtigt. Als unverheiratetes Mädchen war sie dazu verpflichtet alles zu Lernen was sie zum funktionierenden Sippenmitglied und möglichst teuer verheiratet werden zu können. Als verheiratete Frau war sie uneingeschränkte Herrscherin über Haus, Hof und Leibeigene, da hatte der mann dann zwar nix zu sagen aber darüber hinaus liefs dann wider andersherum. Und Frauen hatten kein Stimmrecht im Thing. Das würde ich nicht gleichberechtigt nennen.

-Dass die Rus mit den Wikingern verwandt sind ist noch lange nicht sicher .

Estar hat geschrieben:
Die Normannen wurden voll integrierte Franzosen, die irischen Wikinger aus Irland vertrieben, die britischen Wikinger wurden durch William the Conqueror (selbst ein Wikinger) geeint, christianisiert und mit den Angeln der Insel vermischt.
.


Wo hast du das denn her ? Solange sie sich Normannen nannten waren sie zwar tributpflichtig, aber bezahlt haben sie den westfränkischen König fast nie und deswegen musste William seine Kindheit auf der Flucht verbringen aber es ist nie wirklich französisch geworden. Nur auf dem Papier. An Frankreich verlor man es erst später im 100-jährigen Krieg.
Die britischen Wikinger (da nannten sie sich schon Dänen) besassen einen grossen Landstrich um York herum aber an mehr hatten sie kaum Interesse, weil im restlichen England kaum was zu holen war. Ab und zu plünderten sie das Umland um ihre Schiffe für Raubzüge oder Kaufmannsreisen auszurüsten oder fuhren im Süden in die Fussmündungen ein um Lebensmittel zu steheln. Schon Harold Godwinson , Williams, Vorgänger hat versucht sie von dort zu vertreiben und das ging solange weiter bis die Dänen ihren Stützpunkt offiziell aufgaben und durch Umsiedelung und Natürlich Fortpflanzung einfach aus der Geschichte verschwanden.
William hat also nichts zu einen gehabt, nur Aufstände einzelner Fürsten niedrzuschlagen. Christianisiert waren die Angelsachsen grösstenteils schon. Er hat ihnen eigentlich nur das für die Briten völlig neue System des Vasallentums gebracht, hat dafür aber den grösstenteil britischen Rechts und das Münzsystem übernommen.

Estar hat geschrieben:
Die Kolonien in Amerika starben aus - in Grönland wegen der härter werdenden Winter, in Vinland und New York wegen Auseinandersetzungen mit den Indianern.


Mutige Behauptung und eigentlich recht unwahrscheinlich. Küstenindianer haben sich meistens durch ein recht friedliches Wesen ausgezeichnet. Das halte ich für unwahrscheinlich. Ich würde meinen, da es immer recht kleine Orte waren sind sie einfach durch Missernten und Hunger eingegangen. Handel und Nachschub war einfach nur zu sporadisch möglich.

_________________
Wenn Du Dir selbst vertraust und an Deine Träume glaubst und Deinem Stern folgst, dann wirst Du trotzdem von Leuten übertroffen, die ihre Zeit damit verbringen, hart zu arbeiten und zu lernen und nicht so faul waren.


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 4. Sep 2012, 19:29 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Zitat:
Und Frauen hatten kein Stimmrecht im Thing. Das würde ich nicht gleichberechtigt nennen.

Drum "beinahe"
Sagen wir so im vgl. zum Rest des mittelalterlichen Europas ging es den Frauen evrdammt gut. Sie hatten auch Erbrecht. Und echte Gleichberechtigung haben wir heute auch nicht und nennen es so - ich denke das ist ok.

Zitat:
Dass die Rus mit den Wikingern verwandt sind ist noch lange nicht sicher .

Nein. Sicher ist in der Geschichte aber gar nichts ^^ Es gibt soweit ichd as gelesen habe 4 Theorien woher die Rus kommen aber die wahrscheinlichste ist die Wikingervariante die zu der Zeit in dem Gebiet fleissig unterwegs waren und bis China Handel trieben

@Normannen - das geschah später, dass die Normannen richtige Franzosen wurden. William hat indess mit der Schlacht bei Hastings das Ende der Wikingerzeit eingeläutet (ok egtl. bei Stanford Bridge mit dem Tod von Harald Hardrada)

Zitat:
Küstenindianer haben sich meistens durch ein recht friedliches Wesen ausgezeichnet

Jap, dann fand man laut einer Doku einen Runenstein auf dem berichtet wurde, dass die Indianer angriffen - man vermutet, dass die Wikinger und die indianer Handel trieben und die Wikinger den Indianern Milch gaben im Austausch gegen andere Waren. Die indianer vertrugen die Milch nicht, dachten anhand der Folgeerscheinungen (Sodbrennen, Durchfall etc) sie wären evrgiftet worden und griffen an. - Angeblich. Im gegensatz zu Neufundland und Grönland ist aber noch umstritten ob die WIkinger wirklich in New York waren. Schiffstechnisch wäre es ihnen durchaus möglich gewesen und sie bezeichneten die Indianer als "Skraelinger" anders als die Innuit im Norden

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 30. Sep 2012, 18:31 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Eine weitere Erweiterung:

Alkoholkonsum:

Während es richtig ist, dass Alkohol aus der Wikingergesellschaft nicht wegzudenken ist (wie übrigens im GESAMTEN mittelalterlichen Europa) wird hier doch eine ganz falsche Vorstellung verbreitet.
In der Tat war es eine der grössten Sünden für einen Wikinger und mit starkem gesellschaftlichen Abstieg verbunden, wenn er betrunken war.
Im Havamal verbietet Odin selbst den Wikingern sich zu betrinken. Weiters wissen wir, dass Wikingergetränke (vor allem Met, manchmal auch Bier) einen sehr niedrigen Alkoholgehalt hatten (zwischen 1 - 2%) und das vergären lediglich zur Haltbarmachung diente für lange Schiffsreisen.
Während trinken und feiern durchaus genehmigt war, so war es eine Sünde und Zeichen von Schwäche für einen Wikinger sich zu betrinken - genaugenommen, ab dem Punkt an dem der Verstand umnebelt ist (wörtlicher - wenn man den geist nicht in voller Klarheit zurückrufen kann) galt man als betrunken und das war verpönt. Duaerbesoffene Wikinger sind also ein Mythos der aber lustigerweise auf die Christen zutrifft - "Saufen wie ein Templer" war eine im Mittelalter weit verbreitete Redewendung für trinkfeste Personen da dgerade die Tempelritter dazu neigten Wein in Massen zu konsumieren - ein Grossmeister soll sogar in Wein gebadet haben.

Fleischkonsum:

Auch hier wird weit übertrieben. Für einen Wikinger war das "beste" Essen - Milchprodukte. Kein Nahrungsmittel wurde in der Wikingerkultur mehr geschätzt als Käse und kein Getränk mehr als Milch. Aber auch Butter war ein wichtiger Bestandteil der Esskultur. Aber auch andere "Erzeugnisse" wie Eier waren sehr begehrt.
Danach folgte Brot. Gutes Brot war dem Wikinger einiges Wert - nicht zuletzt da es eher wenig davon gab im Norden.
Nach dem Brot waren Gemüse und Früchte dran. Karotten, Zwiebeln, Äpfel, pflaumen...was wuchs wurde genommen und gezüchtet und der Wikinger aß es gern. Auch Spinat erfreute sich hoher Beliebtheit.
Im Anschluss kam das Hauptnahrungsmittel der meisten Wikinger - Fisch. Der Fisch war das ganze Jahr über verfügbar und wurde von den meisten Wikingern täglich verzehrt - kein Wunder also dass er als arme Leute essen galt und man froh war wenn es Abwechslung gab. Dennoch blieb es das wichtigste Nahrungsmittel.
Und nun kommt das Fleisch - Fleisch war für die Wikinger ein etwas spezielles Nahrungsmittel. Für Bauern (also die allermeisten Wikinger) war Fleischkonsum ein Versagen des Bauern. Wer Fleisch konsumierte musste dazu seine Tiere töten, wer seine Tiere tötete konnte sie nicht mehr durchbringen und verlor Kapital (da keine Milch oder anderen Erzeugnisse hergestellt werden konten) Weiters galt Fleisch auch als minderwertige Nahrung. Dennoch wurden auch Tiere gehalten nur zum Zweck des Fleischkonsums (Schweine)
Wild war gerade im hohen Norden durchaus beliebt und mangels anderer nahrungsmittel auch häufig konsumiert, generell aß der Wikinger aber nur Fleisch an Festen oder wenn er nichts Anderes hatte.
Auch in Rezepten der Wikinger finden wir meist nur Fisch und Gemüse als Zutaten. Für Fleischspeisen sind keine Rezepte erhalten.
Allerdings gab es noch ein wichtiges Nahrungsmittel für Wikinger - Nüsse. Vor allem die heimischen Haselnüsse wurden sehr gern gegessen und wohlhabendere Wikinger kauften auch Mandeln und Walnüsse aus anderen Gegenden.
Das Gerücht des sich betrinkens geht eher auf eine Schilderung der Römer (Tacitus) über die Germanen zurück welche gewisserweiße die Vorfahren der Wikinger waren. Dort schildert Tacitus dass bei den Germanen Tag und Nacht gesoffen wird und sie sich gegenseitig im Suff erschlagen. Ob da was dran ist oder das nicht eher Propaganda war bleibt offen.
Aber auch ein anderer Römer (Plinius) erwähnt, dass Bier weit verbreitet war und unter vielen Namen bekannt - über die Tringewohnheiten hüllt er sich jedoch in Schweigen. Es bleibt anzunehmen dass das germanische Bier, ähnlich dem Wikingerbier, sehr niedrigen Alkoholgehalt hatte - und wieviel man trinken müsste um bei einem Alkoholgehalt von 1 - 2% wirklich betrunken zu werden...ich denke da muss man wirklich die ganze Nacht trinken wie ein Loch.

Werwölfe:

Auch wenn man es nicht denkt, der Ursprung aller Gestaltwandler in europäischen Mythen liegt bei den Germanen / Wikingern. Einige ihrer fanatischen Elitekrieger (Berserkir - die "Bärenmänner" oder die Ulfhednar - "Wolfhäuter") trugen keine Rüstung im Kampf, nur Tierfelle um bedrohlicher zu wirken. Diese waren so legendär im Kampf wie furcherregend im Aussehen. Und schon waren die Legenden von Wesen geschaffen welche Menschen waren aber sich in Tiere verwandeln konnten und eine "Kampfgestalt" hatten halb Mensch halb Tier.

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 5. Okt 2012, 12:47 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Brutale Invasoren:

Auch hier ist wenig dran. In der Tat wissen wir heute, dass nicht die Wikinger den "Krieg" gegen das Christentum angefangen haben sondern umgekehrt.
Die Dänen wurden vom christlichen Süden bedrängt und angegriffen, da die deutschen Könige immer gern mit dem Schwert bekehrten. So kam es, dass ein Angriff der Deutschen auf die Dänen, 5000 dänischen Zivilisten - Frauen, Kindern, Greisen - das Leben kostete und unter dem Zeichen des Kreuzes eine dänische Stadt eingeäschert wurde.
Daraufhin verbreitete sich die Geschichte und es waren letztlich die Norweger, welche sich sagten - entweder wir wehren uns oder werden abgeschlachtet.
Die Antwort der Wikinger folgte ein Jahrzehnt später - die Wikinger hatten sich mehr oder weniger geeint - denn gegen die Christen MUSSTEN sie zusammenhalten wollten sie überleben - und sie griffen das Kloster Lindisfarne an - der Beginn der Wikingerzeit. Und es folgten weitere Klöster, denn für einen Krieg braucht man Geld und auf diese Weise kommt man leicht an viel Geld - mehr noch, durch die Entweihung heiliger Orte wird den Christen auch gezeigt, dass ihr Gott nicht allmächtig ist und sie verwundbar sind.
Auch die Invasion Englands durch die Wikinger, in welcher die Wikinger beinah die ganze Insel beherrschten, wurde nicht von den Wikingern angefangen. Die Wikinger hatten 100 Jahre zuvor begonnen friedlich auf der Insel zu siedeln, als Heiden. Dann beschloss der König von England, dass alle heidnischen Wikinger in England getötet werden müssten - unter den Opfern der darauffolgenden Wikingerjagd befand sich auch die Schwester des Königs von Dänemark. Und dieser antwortete mit einer gigantischen Invasion Englands zu deren Ende er auch noch König über beinahe die ganze Insel wurde.
Auch die 2. Invasion Englands durch die Wikinger (Harald Hadradr) ging NICHT von den Wikingern aus. Es war der vorige König Englands, welcher Harald das Reich (England) versprochen hatte wenn er stirbt. Im Gegenzug verlangte er von Harald, dass er sich bis zum Tod des Königs friedlich verhalte. Als der König Englands gestorben war, stahl sich ein Anderer Engländer die Krone und Harald reagierte auch die Schmach indem er England Angriff um die ihm versprochene Krone zu erobern.
- aus dem Selben Grund griffen übrigens die Normannen an ;)

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 14. Okt 2012, 10:10 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Dann wollen wir mal mit besonders hartnäckigen Vorurteilen aufräumen welche sowohl die Germanen als auch die Wikinger betreffen:

Nationalisten: Im 2. WK wurden Germanen als ein Volk, ja gar eine Rasse stilisiert - das wurde auch auf die Wikinger übertragen. Aus Archäologie, Genetik und Geschichtsaufzeichnungen weiss man aber - nichts könnte falscher sein.
Die Germanen waren kleine Stämme die sich untereinander fleissig bekriegten und fremde Völker ebenso plünderten wie ihre eigenen Nachbarn. Auch die Wikinger haben sich stets untereinander bekriegt. Von einem geeinten Volk kann da keine Rede sein.
Weiters war kein Volk der Antike oder des Mittelalters gastfreundlicher als die Germanen / Wikinger. In Vestfold hiess es sogar, wenn der Gastgeber den Gast nicht mit Bier versorgen konnte, durfte der Gast den Gastgeber erschlagen. Gastbewirtung war Germanen und Wikingern heilig - immerhin waren die Götter, allen voran Odin und Thor - dafür bekannt in Menschengestalt umherzuziehen und die Menschen zu prüfen. Der Gast hätte also ein Gott sein können und so wurde er auch bewirtet.
Viel wesentlicher ist aber, dass Germanen UND Wikinger sich nicht über Blutsverwandtschaft, Rasse, Haarfarbe oder ähnlicher nationalsozialistischer Propaganda identifiziert haben. Sie hielten es viel einfacher. Wer sich ihrer Sache anschloss, ihre Sprache sprach, der war einer von ihnen.
Ein Sachse der mit den Kimbern auf Wanderung ging war fortan ein Kimber und konnte bei den Kimbern auch zu einem König aufsteigen obwohl er der Geburt nach doch Sachse war. Nach Herkunft fragte in beiden Fällen keiner. Wer sich hervortat konnte auch ein König werden, egal ob er adliger Herkunft war oder nicht.
Wer in ein Dorf kam und dort mithalf, der gehörte zum Dorf, völlig ungeachtet seiner Religion, Hautfarbe oder Herkunft. Es wird sogar vermutet, dass manch afrikanischer Sklave bei den Germanen / Wikingern ein freier Mann wurde und sich der Beiname "der Schwarze" nicht nur auf die Haarfarbe bezog. Afrikaner in Europa waren in Antike und Mittelalter zwar selten aber keinesweges unbekannt.
Jedenfalls kann man getrost von denn Vorstellungen der Nationalsozialisten Abstand nehmen - Germane / Wikinger war, wer sich der Gemeinschaft anschloss. Ungeachtet seiner sozialen, genetischen oder nationalen Herkunft, konnte jeder freie Mann jeden Status erringen. Auch welcher Religion er angehörte war egal. Ich nehme an auch die Sprache war im Grunde egal, nur zwecks der Kommunikation war sie zu erlernen. Kurzum wer sich als Wikinger / Germane fühlte und ihnen folgte war fortan einer des Stammes dem er sich anschloss.

Das Bild der Frau:
Finden wir schön bei Tacitus und dürfte bei den Wikingern ebenso zutreffen wie bei den Germanen
"Ihre Frauen sind für die Germanen beinah wie Göttinnen. Selten wird ihr Rat in Frage gestellt und meist unverzüglich befolgt"
"Ihre Frauen behandeln sie mit allen Rechten der Männer. Sie sind ihre Genossinnen, welche gewillt sind ihnen in alle harten Winter, Kriege und in den Tod zu folgen."
- Letzteres wird besonders durch eine entscheidende Schlacht mit den Kimbern und einer mit den Teutonen überliefert - die Frauen ahben ihre Männer mit entblössten Brüsten angefeuert und als sie sahen, dass die Schlacht verloren war, erdrosselten sie erst ihre Kinder und dann sich selbst, mit Gürteln oder gar ihren eigenen Zöpfen.
"Die Germanen starben lieber als freie Menschen, denn in Gefangenschaft zu leben"

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 16. Okt 2012, 11:56 
Offline
Meisterin
Meisterin
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 3583
Geschlecht: weiblich
Dass die Germanen ihre Frauen fast wie Göttinnen ansahen, das gefällt mir ja.

Nur der letzte Absatz gefällt mir nicht, obwohl ich es auch irgendwie verstehen kann.


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Was man über Wikinger wissen sollte
BeitragVerfasst: 31. Okt 2012, 22:42 
Offline
Magier
Magier
Benutzeravatar

Registriert: 08.2010
Beiträge: 9075
Highscores: 5
Geschlecht: männlich
Odin...Ein sehr wichtiger Punkt ist der oft völlig falsch verstandene Götterglaube der Germanen und frühen! Wikinger. So war Odin keinesweges der oberste Gott wie etwa Zeus bei den Griechen, er war nichtmal unter den 3 wichtigsten Göttern, gerade mal unter den besten 10.
Der wichtigste Gott und am meisten verehrte Gott war Freyr - der Gott männlicher Potenz, Schönheit, Fruchtbarkeit und auch für gutes Wetter zuständig. Gefolgt wird der vielverehrte von seiner Schwester Freya, welche für weibliche Potenz, Fruchtbarkeit und Schönheit zuständig ist und zudem eine sehr wehrhafte Frau ist, als oberste Valküre. Auf Platz 3 folgt ein bekannterer Gott - Thor. Der Beschüter vor Naturkatastrophen aller Art, Beschützer der Ernte und Häuser. Auch er wurde natürlich fleissig angebetet. Auf Platz 4 folgt Tir (auch Tyr) der Gott des Mutes, der Tapferkeit und der Gerechtigkeit, der ideale Gott also um in einer ungerechten Welt zu helfen. Auf Platz 5 steht Njörd, der unter anderem um guten Fang beim Fischen angebetet wurde. Auf Platz 6 steht dann Rana, für sichere Reise bei Schiffahrt. Auf Platz 7 kommt nun Frigg, die um Hausfrieden und Freundschaft gebeten wurde.
Platz 8 geht an den Gott Uller, der um Jagderfolg gebeten wurde, was in der damaligen Welt eine sehr wichtige Nahrungsquelle war.
Damit kommen wir endlich zu Platz 9 der wichtigsten / meistangebeteten Götter - Odin. Odin war der Gott der Priester, Schamanen und Magier und wurde daher nur von einem eher kleinen Kreis der damaligen "Esoteriker" angebetet. Zum Glück zählt Odin aber auch als Gott der Herrscher, daher hatte er immerhin einige sehr einflussreiche Anbeter die auch einige finanzielle Mittel locker gemacht haben um Tempel zu errichten. Generell war Odin aber einer der "kleineren" Götter wenn es um Kult geht. Aber es erging ihm besser als Loki und Baldr, die es vermutlich nie gegeben hat - jedenfalls hat man noch keinerlei Beweise für einen Loki oder Baldr Kult gefunden und die Vermutung liegt nahe, dass Snorri in der Edda die beiden Götter einfach mal dazuerfunden hat wie ja auch manch Anderes in seiner Edda bewusst verfälscht wurde (bzw. werden musste damit die Kirche ihn nicht umbringt)

_________________
Namaste

Magie reicht nur so weit wie die Grenzen unseres Bewusstseins.

"Wo kämen wir hin, wenn jeder fragte "Wo kämen wir hin?" und niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge"

Die Homepage zum Forum:
http://www.wegeinslicht.net/


Nach oben
 Profil Persönliches Album  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 36 Beiträge ] Gehe zu Seite  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Vista theme by HelterSkelter © 2007 ForumImages | Vista images © 2007 Microsoft | software © phpBB®
phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker