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 Betreff des Beitrags: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 12:01 
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Die Troubadoure des 12. Jahrhunderts und die Hippies des 20. Jahrhunderts haben eine Menge gemeinsam:

Zitat:
Beide führen ein Wanderleben. Beide zupfen ihre Saiteninstrumente. Beide singen eine fremdartige Version des Liebesthemas. Beide werden mit seltsamen Hinweisen auf übersinnliche Erfahrungen in Verbindung gebracht. Und beide befinden sich im Gegensatz zum konventionellen Denken.

Aus: "Die Geheimnisträger" von Ernest Scott


So waren die Troubadoure früher so eine Art Hippies von heute.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 12:12 
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Ein Interessanter vergleich.

Ist mir noch nie aufgefallen. Ich selbst liebe Mittelaltermusik. Eben wegen der schönen Texte über die Liebe und das Leben.

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Gruß
von der Admine


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 15:39 
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Interessante Idee ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 17:05 
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Ich habe zuvor noch nie etwas von Troubadouren gehört. :oops:
Aber in Zusammenhang mit diesem Vergleich kann ich mir jetzt etwas unter ihnen vorstellen....

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 17:29 
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Hier noch ein bisschen was über Troubadoure:

Zitat:
Schon zu ihrer Zeit waren die Troubadoure vom Geheimnis umwittert. Die Bewegung tauchte scheinbar aus dem Nichts auf. Oberflächlich gesehen handelte es sich um eine nur lokal begrenzte Spielerei subalterner Fürste und Aristrokraten, die sich "um die Liebe eines Dämchens verzehrten."

Obwohl scheinbar ein Zeitvertreib der Reichen und der feinen Leute, fanden sich auch Küchenjungen und Mägde in ihren Reihen. Aber welchen Rang auch immer die Angebetete bekleidete, der zugrundeliegende Gedanke war immer der gleiche: "sie war unerreichbar und die Freiers Liebe musste unerfüllt bleiben".

Bezeichnend ist, dass die Dame sogar auf der Alltagsebene unerreichbar war, denn sie war kein "Fräulein", sondern eine verheiratete Frau. Und seltsam genug: ihr Ehemann schien den Freier auch nicht als Widersacher anzusehen, ja, nicht einmal als Rivalen.

Elemente dieser seltsamen und unnatürlichen Situation finden sich in den Stoff der Artus-Legende eingewoben, bei der dem Leser die Entscheidung unmöglich gemacht wird, wem er denn nun die Treue halten soll.

Lanzelot ist Guineveres Liebhaber. Sie ist Artus pflichtgetreue Königin. Artus ist der Held-König. Unter diesen Umständen kommt beim Leser das Gefühl auf, Lanzelot sollte eigentlich so dargestellt werden, dass er die moralische Missbilligung des Lesers auf sich zieht. Statt dessen werden alle drei Elemente als gleichwertig und gleichberechtigt präsentiert.

Eine solche typische Menage a Trois der Troubadoure enthält eine Symbolik von tiefer Bedeutung. Der Alchimist Fulcanelli wählt das Beispiel von König Marke, Tristan und Isolde, um auf die alchimistische Kernaussage zu verweisen:
Dies befindet sich im Einklang mit der hermetischen Überlieferung, die König, Königin und Liebhaber zusammenkommen lässt, um die mineralische Triade der Großen Arbeit zu bilden.

Bei den Troubadour-Gesängen war vieles zwischen den Zeilen kaum verhüllte Metaphysik, Frauen waren das Symbol einer spirituellen Qualität, zu der sich der Mensch zwar hingezogen fühlt, die aber ihrer Natur nach in seinem gewöhnlichen Zustand für ihn unerreichbar bleibt.

Unzweifelhaft ist, dass all diesen seltsamen Aktivitäten ein subversives Element innewohnt. Troubadour-Gesänge versuchten ganz offen, die päpstliche Autorität zu erschüttern. Die Troubadoure und die Liebes-Höflinge, wie auch die Hofnarren jener Zeit, nahmen für sich die Freiheit in Anspruch, Dinge zu kritisieren, die überall als Tabu galten.

Aus: "Die Geheimnisträger"
von Ernest Scott


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 17:37 
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Oh, vielen dank für die ausführliche Erklärung nochmal! Liest sich sehr interessant für mich...

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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 18:51 
Stimmt das wär mir gar nicht mal aufgefallen. Da sind tatsächlich einige Parallelen drin. Genauer betrachtet zieht sich das sogar wie ein roter Faden durch die Geschichte. Schon die Vorläufer der Troubadoure, die umherziehenden Barden oder die Skalden der nordischen Völker hatten immer einen Sonderstatus und besondere Aufmerksamkeit. Sie galten schon damals als unantastbar und man glaubte dass sie einen direkteren Bezug zur anderen Welt hatten und die Aufmerksamkeit der Götter ihnen sicher war.
Einen ortsansässigen Barden/Skalden zu haben galt als grosse Gunst der Götter, da ihren Gesängen/Geschichten auch nachgesagt wurde Einfluss auf das Schicksal nehmen zu können. Einige von ihnen verstärkten ihren mysteriösen Nimbus sogar damit in dem sie namenlos durch die Welt zogen. Sie verrieten ihren Namen niemanden und liessen sich schlicht mit Sänger ansprechen.

Interessantes Thema, dass man vielleicht mal eingehender betrachten sollte.

Jade hat geschrieben:

Bezeichnend ist, dass die Dame sogar auf der Alltagsebene unerreichbar war, denn sie war kein "Fräulein", sondern eine verheiratete Frau. Und seltsam genug: ihr Ehemann schien den Freier auch nicht als Widersacher anzusehen, ja, nicht einmal als Rivalen.



Aus: "Die Geheimnisträger"
von Ernest Scott
[/quote]

Stimmt eine Situation die uns heute sehr befremdlich erscheint, in einigen mittelalterlichen Chroniken wird sogar erwähnt dass Fürsten versucht haben den Troubadour zu bestechen um ihre Frau "minniglich zu freien". Offenbar war das eine Art Statussymbol dass schon seinen Wert hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Von Troubadouren und Hippies
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 23:33 
Es ist bedeutend schade, dass die Troubadoure
so in den Dreck gezogen werden,

die Troubadoure haben ihre Gründung im ersten Jahrhundert,
dass sie plötzlich durch wen auch immer in die Hochkultur
des 12. Jahrhunderts verlegt werden, nur weil Papst Grgeor
sich für sie eingestzt hat, ebenso auch Mathilde von Tutzien (Toskana)

gibt dem Thema einen faden Beigeschmack und sie dann auch noch
mit den Hippies gleichzusetzen grenzt schon fast an eine historische
Beleidigung, denn die Aufgabe der Troubadoure war eine ehrenvolle,
wogegen die der Hippies eine Notgeburt war ^^


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