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 Betreff des Beitrags: Honorierung historischer Persönlichkeiten
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 13:24 
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Das wird jetzt ein Topic, bei dem sich mir ein paar Fragen stellen und ich evtl. auf die Homepage hochladen möchte, daher sind Anregungen Kritik etc. sehr willkommen.

Passend zum baldigen 200. Geburtstag von Karl Marx stellte die Stadt Triersich die Frage, ob man Marx ehren darf indem man eine Strasse oder gar eine Universität nach ihm benennt, oder ob man sich trauen darf auch nur seinen Geburtstag zu feiern.

Dabei stellte man sich viele Fragen und kam zu vielen Antworten. Etwa, dass Marx ja eine ganz andere Idee von Kommunismus hatte als Lenin, Stalin oder Mao und Marx nichts dafür kann wenn seine Lehren verdreht und missbraucht werden. Dass Marx nach heutigen Standards ein Soziologe und Psychologe gewesen ist und er ja durchaus wissenschaftlich gearbeitet hat und er als Ökonom viele wirksame Methoden vorgeschlagen hat wie man Kriesen lösen kann, er sich schon zu Lebzeiten dagegen aussprach seine Lehre zu dogmatisieren (er hat sie selbst ständig erweitert und korregiert) und er schon damals sagte "Ich bin kein Marxist" da schon zu seinen Lebzeiten erste Fanatiker seine Lehrer verdrehten und sich Marxisten nannten.

Zusammen mit der Frage nach Marx muss man sich auch die Frage nach anderen historischen Figuren stellen.

Darf man Bismarck eine Strasse widmen? (Wurde gemacht) Bismarck hat 3 Kriege angezettelt, die Demokratie bekämpft, viele Menschen hinrichten lassen und war grausam. Aber ohne Bismarck gäbe es kein Deutschland sondern imemr noch die knapp 300 Ministaaten die es das ganze Mittelalter hindurch darstellte. Bismarck ein Menschenfeind aber Gründer Deutschlands - honorieren oder nicht?
Man entschied sich Bismarck als Vater der deutschen Nation die Ehre zu erweisen und seine Verfehlungen herabzuspielen.

Wenn man dies tut stellt sich aber die Frage, müsste man das mit Hitler nicht auch tun? Neben seinem Grössenwahn, der Kriegstreiberei, Menschenverachtung und den Morden, wie bei Bismarck, hat Hitler die Deutschen sehr gut durch die schwerste Finanzkriese bis bis heute geführt, hat die deutsche Nation geeint (quasi wiederbelebt aus Besatzungsgebieten) einen Nationalstolz geschaffen und viele Gesetze und Ideen Hitlers sind bis heute aktiv. Er war sogar der erste grosse Politiker der vegan lebte.
Er hat im Grunde mit anderen Nationen das gemacht, was Bismarck mit deutschen Nationen gemacht hat. Aber Bismarck ehrt man, Hitler nicht? Ich finde, entweder ehrt man Beide oder keinen. Gut, Hitler hat einen schlechteren Ruf, aber an Fakten war er nicht grossartig anders als Bismarck. Die Russen ehren auch Lenin und Stalin mit Denkmälern und Strassennamen dabei war Stalin was Völkermord angeht noch weitaus schlimmer als Hitler.
Also wenn schon denn schon...

Die andere Frage ist bei Figuren die kaum bekannt sind. Karl der Grosse etwa gilt vielen Deutschen als Heilig dabei war er ohne Übertreibung der Hitler seiner Zeit, der gnadenlos Bevölkerungen versklavte und ausradierte, Heiden mit äusserster Grausamkeit folterte und den eroberten Gebieten erstmal eine gewaltige Welle des Leids brachte - Frauen wurden wie Vieh benutzt und gehandelt, Männer getötet. Nationen anektdiert und Diktator war er auch. Und der geniesst grösstes Ansehen. Warum eigentlich? das karolingische Reich inkludierte Frankreich aber heute würde kein Deutscher mit den Franzosen im gleichen Land leben wollen.

Und wie geht man mit Figuren um die quasi unbekannt sind wie Hermann / Arminius? Er hat eine grosse Schlacht für die Germanen gewonnen und die Römer vernichtend geschlagen und damit vielen germanischen Stämmen die Freiheit errungen...aber nur weil er von den eigenen Leuten getötet wurde weil er sich zum Diktator aufschwingen wollte. Und war das wirklich die bessere Variante? Die Römer brachten ja nicht nur Steuern sondern auch Lebenstandards - fliessendes Wasser, Heizung, Bäder, medizinische Versorgung, Unterhaltung, Kultur, Bildung...das alles entging den Germanen bis in die Renessaince hinein wegen diesem "Sieg" welcher zwar die germanische Kultur erhalten aber den Germanen insgesamt doch eher sehr geschadet hat.

Das gilt natürlich auch in der Magie. Crowley wäre der Marx der Magierzunft, falsch zitiert, falsch interpretiert mit miesem Ruf obwohl kaum einer seine Werke gelesen hat.

Bardon werden Lorbeeren angerechnet wo sie gar nicht angebracht sind und Schuldzuweisungen hingeschoben die gar nicht er, sondern seine Sekräterin und sein Verleger verursacht haben.

Antike Magier werden gern glorifiziert dabei war es damals üblich Menschen die gegen das Schweigegebot verstiessen grausam hinzurichten und die Magier der damaligen Zeit waren definitiv keine freundlichen netten Leute.

Aber auch in der Religion findet man merkwürdige Heiligenbilder. Der biblische David war ein Schwerenöter der seine Macht missbrauchte um Ehefrauen zu Witwen zu machen, damit er sie, als Witwen, legal flachlegen kann und Salomon soll die Fliessen seines Palastes so blank polieren lassen haben, dass er weiblichen Bittstellern unter den Rock gucken konnte.
Ungeachtet dessen, dass David ein Kriegstreiber war und Moses sein Volk aus einer schlechten in eine richtig beschissene Lage führte, werden sie verehrt.
Aber auch Mohammed, der seinen Glauben mit Gewalt und Blut durchsetzte, Menschen versklavte und tausende töten liess wird geheiligt. Jesus hat zwar nicht viel angestellt aber seine Lehren wurden von der katholischen Kirche mindestens so missbraucht und verdreht wie die Lehren Marx von den Russen.

Daher stellt sich mir die Frage - wenn man historische Personen verehrt, sollte man dann nicht alle grossen Figuren verehren die viel bewirkt haben auch wenn sie grausam waren wie Napoleon? Und wenn man sie idealisiert, sollte man dann nicht ganz kritisch gerade auch die schlechten Seiten zeigen?

Und vor allem: Sollte man dann nicht unparteiisch sein? Warum werden grosse Frauen der Geschichte, von denen es ohnehin nicht viele gibt, nicht auch so geehrt wie die Männer? Warum gibt es bis heute in Deutschland keine Strasse für Clara Zetkin? Die sich für Frauenrechte stark machte, eine Abgeordnete im Bundestag war und Hitler mit seiner Partei heftigst kritisierte? (So sehr, dass sie als Hitler an die Macht kam aus Deutschland nach Russland floh)

Wie seht ihr das?

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 Betreff des Beitrags: Re: Honorierung historischer Persönlichkeiten
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 13:32 
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Nun man muss als erstes bedenken, dass die jeweiligen Personen halt auch die Kinder ihrer Zeit waren. Das ist wohl der wichtigste Masstab nach dem man diese Persönlichkeiten bewerten muss. Daraus kann man dann die Beweggründe und Sichtweisen ableiten die zu ihren Taten führten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Honorierung historischer Persönlichkeiten
BeitragVerfasst: 20. Nov 2013, 14:03 
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Ja aber da würde dem Deutschen von heute schlecht. Aus der Sicht seiner Zeit war Hitler nicht weiter schlimm. Konzentrationslager und Genozid gabs schon vor Hitler, Zeitgenossen waren da weitaus brutaler als er und nach Hitler gabs das auch noch, bis in die heutige Zeit hinein. Und ichw eiss nicht ob nicht mancher Gefangene in Guantanamo nicht lieber durch erschiessen von seinem Elend befreit werden würde als da weiter ausharren zu müssen.
Wenn man Menschen am Gedankengut ihrer Zeit misst war Hitler mit seiner Rassenidee ja keinesweges allein, die hatten auch die Engländer und Franzosen mit entsprechenden Maßnahmen in Afrika und Indien.

Natürlich wäre die Messung angebracht, aber dann müsste auch die nötige Bildung her um zu verstehen warum die Person geehrt wird, denn nach heutigen Standards waren Bismark, Karl und Hitler richtig miese Schweine. Andererseits wirds auch verwirrend wenn man alle paar Jahre Strassen umbenennt weil eine Person die früher als Ehrungswürdig galt durch einen Wechsel im Zeitgeist verabscheuungswürdig wurde.

Wer weiss vielleicht wird Hitler in 100 Jahren als Nationalheiliger gefeiert weil er Veganer war und die späteren Politiker als widerliche Kreaturen beschrieben weil sie Fleisch gegessen haben.

Ein Börsenfuzzi sagte so schön "Hätten sie vor 30 Jahren mit Marx argumentiert wären sie inhaftiert worden. Vor 20 Jahren hätte man sie für verrückt erklärt bevor überhaupt das erste Argument gefallen wäre. Heute guckt der liebe Marx aus der Gruft und immer mehr Ökonomen sagen kleinlaut "Vielleicht hatte Marx ja doch recht""

Edit: Und man könnte die Möglichkeiten eienr Person mit einbeziehen.

In Österreich zum Beispiel wurde das Schwarzenegger Stadium umbenannt und Arnold die Ehrenbürgerschaft in einigen Städten aberkannt, weil er die Todesstrafe weiterführte.
Da muss man aber bedenken, dass der Arnold in einer Partei ist, Republikaner, die nunmal für Todesstrafe stehen und viele Amerikaner ja dafür sind. Hätte er sich gegen die Todesstrafe ausgesprochen wäre er nie Gouverneur geworden.
Zumal ich es seltsam finde einem Menschen die Ehrung vorzuenthalten für LEISTUNGEN wenn seine Ideologie aneckt. Es gibt doch genug Spinner die hoch in ehren gehalten werden, der Österreicher ist ja auch stolz auf einen Freud der chauvinistischer kaum hätte sein können ^^

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